Kangaroos auf dem Sprung nach oben

Iserlohn. (as) Wenn Spieler, Trainerstab und all die vielen weiteren Aktiven im Vorder- und im Hintergrund der Iserlohn Kangaroos ans vergangene Jahr zurückdenken, zucken die Mundwinkel kollektiv und ganz spontan nach oben. Das ist Freude pur. Das ist Begeisterung über ein rundum gelungenes Jahr 2015.

„Ganz schön erfolgreich“, lobt Manager Michael Dahmen. Als Aufsteiger in die zweite Basketball-Bundesliga ProB gelang den Kangaroos gleich der Sprung nach ganz oben: Sie beendeten die erste Saison als Meister der ProB Süd. Und nun greift das Iserlohner Dream-Team schon wieder nach den Sternen.

Appetit auf Lorbeeren

Doch von vorn: Nach dem Südmeister-Titel waren eigentlich schon alle Wünsche in Erfüllung gegangen. Die Kangaroos entwickelten jedoch Appetit auf weitere Lorbeeren. In den Playoffs um den Aufstieg in die ProA konnte die junge Truppe von Trainer Matthias Grothe erst im Halbfinale gestoppt werden. Schade eigentlich. Aber der SC Rist Wedel war im vergangenen Jahr, jedenfalls im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres, klar das bessere Team.

Wenige Monate später nicht mehr. In Wedel nahmen die Iserlohner vor ein paar Wochen Revanche. Das direkte Zusammentreffen war möglich, weil die Korbjäger um Trainer Matthias Grothe in dieser Saison der ProB Nord zugeteilt wurden.

Ihnen ist auch in dieser Saison gelungen, womit niemand zuvor gerechnet hat. Die Kangaroos mischten und mischen die bärenstarke Nordgruppe der zweiten Basketball-Bundesliga ProB auf. Der Sprung an die Tabellenspitze ließ nicht lange auf sich warten. Über Weihnachten und den Jahreswechsel überwinterten die Iserlohner Basketballer auf dem Platz an der Sonne.

Das Team ist reifer geworden. Zwar hatten mit Orlan Jackman, Matt Kavanaugh und Olaf Rostek drei Leistungsträger die Kangaroos nach der ersten ProB-Saison verlassen. Doch die sportliche Leitung konnte das gut aufeinander eingestimmte Team gezielt verstärken. Zugegeben. Bei den Neuverpflichtungen gab es Höhen und Tiefen, Glück und Unglück.

Wegen eines Unglücksfalls in der Familie musste Jeremy Robinson von seinem Vertrag zurücktreten. Von Keith Thompson trennten sich die Kangaroos schließlich nach seiner Probezeit. Es passte einfach nicht. Für ihn kam Jerry Brown, ein Mann, wie gemacht für das Kangaroo-Spiel. Glücksgriff Michael Brown (nicht verwandt mit Jerry) wiederum brach sich noch in der Vorbereitung die Hand und fiel lange aus.

Auch auf Jonas Grof, Moritz Krume und Marcel Keßen musste Trainer Matthias Grothe mehrmals verzichten. Die drei jungen Spieler sind mit einer Doppellizenz ausgestattet und erwerben mit Phoenix Hagen Spielpraxis in der Basketball-Bundesliga. Der 19-jährige Jonas Grof hat dabei derartig tiefe Eindrücke hinterlassen, dass sogar das ARD-Morgenmagazin dem Nachwuchs-Basketballspieler einen Bericht voller Lob widmete.

Ausfälle und Doppelbelastungen. Das klingt nach wenig Kontinuität auf dem Spielfeld. Nach Improvisation und dem ständigen Ersetzen wichtiger Spieler.

Das Team ist der Star

Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Matthias Grothe ist es gelungen, das schnelle Iserlohner Spiel nicht an ein oder zwei Stars festzumachen, deren Ausfall für Fassungslosigkeit sorgen würde. Hier ist das Team der eigentliche Star. Hier feiert nicht ein Mann, sondern eine Mannschaft die Erfolge.

Das darf gerne so weitergehen – in den verbleibenden Meisterschaftsspielen und in den Playoffs. Die Fans freuen sich schon jetzt auf das erste Heimspiel nach der Winterpause. Sie wollen auch weiter in der Festung Hemberg, die nur so selten wackelte in der jüngsten Vergangenheit, feiern und lachen.