Kangaroos sind Team der Stunde – Bewegender Abschied von Matthias Grothe

Für Simon Kutzschmar (r.) hat die Partie gegen Gießen eine besondere Bedeutung. Er kehrt mit dem Spiel an seine alte Wirkungsstätte zurück. (Foto: Daniela Fett)

Iserlohn. (as/Red.) Es war ein bewegender Abschied von einem der ganz Großen des Sport. Von einem Mann, für den Basketball so viel mehr war als bloßer Sport. 800 Menschen kamen am Donnerstag in die Hemberg­halle, um einem beeindruckenden, emotionalen Sportler, akribischen Trainer und vor allem liebevollen Familienvater und Freund zu gedenken. Matthias „Matze“ Grothe ist tot. Seinen letzten Kampf gegen den Lymphdrüsenkrebs konnte er nicht mehr gewinnen.

Die Trauer sitzt tief. Doch das nächste Spiel wartet schon auf die Mannschaft, die Matthias Grothe geformt hat, bevor er sich im Frühjahr dazu entschieden hatte, den Neuanfang von Phoenix Hagen als Trainer zu begleiten. Schon am heutigen Samstag, 11. November, treffen die Kangaroos in der zweiten Basketball-Bundesliga ProB in der Sporthalle Gießen-Ost auf die Gießen 46ers Rackelos. Sprungball ist um 18 Uhr.

Das letzte Zusammentreffen beider Teams liegt noch gar nicht lange zurück. Im September erst konnte sich die Iserlohner Mannschaft von Trainer Dragan Torbica beim 7. Noma-Cup im kleinen Finale hauchdünn mit 85:84 durchsetzen. Das Wiedersehen steht indes unter völlig neuen Voraussetzungen.

Rückblick: Während der Saisonvorbereitung hatten die Rackelos massive Verletzungsprobleme. Nur zu siebt bestritten sie das Spiel um Rang drei gegen die Kangaroos. Trotzdem machten die Gießener den Iserlohnern schwer zu schaffen.

Und die Tatsache, dass die Schützlinge von Coach Rolf Scholz aktuell laut Kan­garoos-Manager Michael Dahmen „das Team der Stunde“ sind, macht es für die Iserlohner nicht einfacher. Drei der letzten vier Spiele haben die Rackelos gewonnen. Und bei ihren jüngsten Erfolgen gegen die KIT SC Gequos (97:69), die Dragons Rhöndorf (90:67) und beim BBC Coburg (96:67) haben die Hessen im Schnitt satte 94,3 Punkte erzielt. Und im Gegenzug nur 67,6 Zähler zugelassen. Eine Ansage in Zahlen.

Kangagoos müssen „einen Zahn zulegen“

„Gießen hat eine enorme Firepower und ist extrem schwer auszurechnen, weil der Kader tief und ausgeglichen besetzt ist“, sagt Dahmen. Angeführt werden die Gießener von Ex-Nationalspieler Johannes Lischka, der durchschnittlich 17,4 Punkte und 7 Rebounds auflegt. Zudem punkten mit Jeril Taylor (15,3/7,1 Rebounds), Jugendnationalspieler Bjarne Kraushaar (11,7/4,4 Assists) und Nick Hornsby (11,3/6,9 Rebounds) drei weitere Spieler zweistellig.

Aufgrund der hohen Scores der vergangenen Partien liegt auf der Hand, dass die Rackelos gerne ins Laufen kommen. „Entsprechend wichtig ist es, dass wir auf den Ball aufpassen und uns keine unnötigen Ballverluste leisten. Auch in der Defense sollten wir, was die Intensität angeht, einen Zahn zulegen“, so Dahmen.

Verzichten müssen die Kan­garoos wohl auch in Gießen auf Kapitän Joshua Dahmen. Seine Sprunggelenksverletzung ist zwar weitgehend auskuriert, dafür hat er sich eine Augenentzündung zugezogen, die seinen Einsatz zumindest gefährdet. Angeschlagen ist zudem Sharik Aboubakar.

Eine besondere Partie wird das Gastspiel der Kangaroos für Simon Kutzschmar und Viktor Ziring. „Ich freue mich sehr auf die Partie in Gießen, da ich immer noch guten Kontakt zu einigen der Jungs habe. Wir haben ja in der Preseason schon gegen Gießen gespielt und knapp gewonnen. Und seitdem ist jeder von uns bereit für das nächste Aufeinandertreffen“, sagt Simon Kutzschmar.

Der 21-Jährige wechselte vor der aktuellen Saison von den Gießen 46ers/Licher Basketbären ins Sauerland. Viktor Ziring hat vor seinem Wechsel nach Iserlohn in Gießen für das NBBL-­Team der 46ers gespielt. Auch er kehrt somit an seine alte Wirkungsstätte nach Gießen zurück.