Kommentar: Digitale Folgen

Wo sehen Sie sich beruflich in zehn, fünfzehn Jahren? Diese Frage stelle ich mir in letzter Zeit häufig. Die Zeitungsbranche ist in einem ständigen Wandel und Erneuerungsprozess – unter anderem wegen der Digitalisierung. Aber auch die sonstige Wirtschaft steckt mitten in diesem Wandlungsprozess. Dass bei der digitalen Infrastruktur Nachholbedarf besteht, das dürfte jedem klar sein. Schnelle Datenverbindungen für eine Wirtschaft auf Augenhöhe mit ihren globalen Mitbewerbern: Das versprach zu Beginn der Woche der NRW-Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie Andreas Pinkwart im Rahmen einer Podiumsdiskussion im Winner-­Forum.

Eine Folge der Digitalisierung die derzeit immer noch nicht genügend im Bewusstsein von uns allen angekommen ist, ist die „Gesellschaft 4.0“. Lebenslang in einem Unternehmen, von der Ausbildung bis zur Rente, zu arbeiten, das wird in Zukunft (fast) unmöglich sein. Die Unternehmen und ihre Produkte müssen sich in den kommenden Jahrzehnten ständig neuen Anforderungen stellen. Automobilzulieferer müssen befürchten, ob ihre Teile demnächst in der E-Mobilität überhaupt noch gebraucht werden. Was geschieht mit den Mitarbeitern, die all‘ dies bisher produziert haben? Umschulungen, Weiterbildungen, aber auch Arbeitslosigkeit sind unausweichlich. Wer nicht genügend flexibel ist, der wird es schwer haben.

Hier sind Politik, Arbeitgeber und Arbeitnehmer verpflichtet, sich neu aufzustellen. Menschen können in den nächsten Jahren nicht vollständig durch Maschinen ersetzt werden.

Aber es werden viele „Jobs“ wegfallen. Auf der anderen Seite gibt es einen Fachkräftemangel, gerade im Handwerk.

Vielleicht muss hier ein Mentalitätswechsel stattfinden: Man(n oder Frau) sollte sich an den Gedanken gewöhnen, in der zweiten Hälfte des Arbeitslebens einen neuen Beruf zu erlernen. Hier stecken große Potenziale für Wirtschaft und Arbeitsmarkt – auch für die heimischen Unternehmen. Sie müssen sich nur trauen.