Krimineller Nonnenpoker in Letmathe

Iserlohn. (clau) In 18 Komödien hat sie mit dem Theaterverein Volksbühne Grürmannsheide selbst auf der Bühne gestanden. Das Stück, das am Samstag, 11. April 2015, um 20 Uhr und am Sonntag, 12. April 2015, um 16 Uhr im Saalbau an der Von-der-Kuhlen-Straße 35 aufgeführt wird, ist die siebte Komödie, die Jenny Hülser selbst erdacht und verfasst hat. „Nonnenpoker“ heißt das schon fast kriminelle Lustspiel in drei Akten.

Im alten Kloster spielen die letzten Nonnen schon Poker um Oblaten, als zwei windige Gestalten mit einem Koffer voller Geld auftauchen
Karten kosten 8 Euro für Erwachsene und 4 Euro für Kinder. Im Vorverkauf gibt es sie bei Lotto-Toto Mannstein in Oestrich und über die kleine Buchhandlung in Letmathe. Reservierung unter Tel. 02374/ 15128.

Das Schauspielern hat Jenny Hülser immer gereizt. Die heute 35-jährige Verwaltungsfachangestellte hat früh gern in der Gemeinde oder der Schule an Aufführungen oder Bühnenprogrammen mitgewirkt. Seit zehn Jahren gehört die Mutter zweier Söhne dem Theaterverein Volksbühne Grürmannsheide an. „Schicksal“ nennt sie es. Zwei Produktionen führt die Truppe jährlich auf. Jenny Hülser war fast immer dabei. Bald zog es sie zur Regie.

Jenny Hülser an ihrem Schreibtisch. Hier bringt sie ihre sprudelnden Ideen zu Papier. (Foto: Claudia Eckhoff)
Jenny Hülser an ihrem Schreibtisch. Hier bringt sie ihre sprudelnden Ideen zu Papier. (Foto: Claudia Eckhoff)

Drei Stücke im Kopf

Ihr erstes selbst geschriebenes Stück entstand an nur einem Wochenende wie aus einem Guss und wurde im Frühjahr 2011 aufgeführt und gefeiert.
Die Einfälle, die ihr kommen, notiert sie schnell auf Zetteln. Und es kommen viele. „Derzeit schwirren mir drei neue Stücke im Kopf herum“, sagt sie. Die Figuren sieht sie deutlich vor ihrem inneren Auge. „Die Kunst besteht darin, alles herunterzuholen und in die richtigen Worte zu fassen“, beschreibt sie ihr „Problem“.

Wo die Handlung anfängt und wo sie hinführen soll, ist ihr von Anfang an ziemlich klar. Dazwischen ereignen sich aber jede Menge Überraschungen. „Wie im richtigen Leben“, lacht sie. „Manchmal wundere ich mich selbst, wie mir so viel Verdrehtes und Verrücktes einfallen kann.“

Eine echte Gabe

Die Stücke-Schreiberei sieht sie als eine echte Gabe an. „Meine Mutter Edith Böhm ist Erzieherin in einem Kindergarten. Dauernd schreibt sie kleine Sketche und Geschichten für ihre Kinder. Das Talent habe ich von ihr“, vermutet sie. „Und ich bin ihr sehr dankbar dafür.“

Ihre Stücke ziehen nun von Letmathe ins ganze Land hinaus. Musste sie bei ihrem ersten noch monatelang auf einen Vertragsabschluss warten, reißt ihr der Verlag die neuen schon fast aus der Hand.

„Letmather Lustspiele“ als deutschlandweiter Bühnenerfolg – auch Jenny Hülser hätte sich das nicht träumen lassen.