Liebe zu den Roosters

Iserlohn. (hc) Dass ein Sportler des FC Barcelona in Iserlohn eine bessere sportliche Perspektive findet, ist äußerst ungewöhnlich – doch im Fall von Pablo Giménez Moreno lag es auf der Hand. Denn der Spanier spielt Eishockey. Und bei den Young Roosters hat er vor zwei Jahren nun seine sportliche Heimat gefunden.

Pablo Giménez Moreno - ein Eishockeyexot aus Barcelona im Dienst der Young Roosters. (Foto: Heiko Cordes)
Pablo Giménez Moreno – ein Eishockeyexot aus Barcelona im Dienst der Young Roosters. (Foto: Heiko Cordes)

Durch seine Familie ist der Iberer zum Eishockey gekommen. Sein Onkel spielte zunächst Inlinehockey. Als der große FC Barcelona eine Eishockeyabteilung aufbauen wollte, gehörten Pablos Onkel und Vater zu den Gründern.

So war es auch nicht verwunderlich, dass auch Pablo genau wie seine Cousins in die Fußstapfen seiner Familie trat. „Eishockey ist unser Familiensport. Wir tragen auch alle die gleiche Rückennummer“, erklärte Pablo, der die Nummer zwölf trägt. Zunächst in Spanien, seit 2014 dann für die Iserlohner. Das erste Jahr lief für ihn nicht ganz so gut, da er als Spanier eine Kontigentstelle belegte. Nun hat er aber dank der deutschen Großmutter aus München einen deutschen Pass und kommt regelmäßig im Team von Cheftrainer Klaus Schröder zum Zug.

Die Trennung von Famile und Freunden steckt der 17-Jährige ganz gut weg. „Das Team und die Schule sind wie eine Familie für mich. Ich bin mit einem Italiener auf dem Zimmer, der ist mittlerweile wie ein Bruder für mich geworden – in guten, wie im schlechten Sinne“, erklärte Pablo. Seine Eltern sieht er alle drei bis vier Monate. „Zuletzt an Weihnachten, das nächste Mal allerdings erst wieder in den Sommerferien“, so Pablo.

Studium in Deutschland

Im Internat am Seilersee wird er im nächsten Jahr sein Abitur machen. „Danach möchte ich in Deutschland studieren“, lautet sein Plan. Seine Eltern würden ihn gern wieder in der katalanischen Heimat sehen, doch die Entscheidung in Deutschland zu bleiben, steht für ihn fest. Eishockey möchte er auch weiterhin spielen.

Derzeit ist der Spanier als Jungjahrgang in der Deutschen Nachwuchs Liga 2 für die Young Roosters aktiv. Die Sauerländer belegen aktuell den zweiten Tabellenplatz, haben aber noch vier Begegnungen weniger gespielt als Spitzenreiter Weißwasser. Zwei Tore steuerte der Katalane zum Erfolg seiner Mannschaft bei, der in der kommenden Zeit vor allem die körperlichen Defizite mit Krafttraining ausgleichen will.

Der Traum von der WM

Dazu spielt der Center für Spaniens U18-Nationalmannschaft. Er plant sportlich bereits den nächsten Schritt: „Ich hoffe im nächsten Jahr auch zur U20-Manschaft zu gehören.“ Nach dem Abitur will er allerdings etwas kürzer treten mit dem Sport. „Ich möchte bei einer Mannschaft spielen, die gutes Eishockey anbietet, aber es muss auch gut mit dem Studium vereinbar sein“.

In der Waldstadt wird auf jeden Fall bis zum Schulabschluss bleiben. Anschließend wird der Weg wird in eine größere Stadt führen. „Ich vermisse die Großstadt. In Barcelona habe ich ziemlich zentral gewohnt und man konnte schnell abends weggehen.“