Liebe zur Natur und zur plattdeutschen Sprache

Iserlohn. (Red/clau) Friedrich Externbrink hat sich vor
allem als Pädagoge, Naturkenner und Wahrer der plattdeutschen Sprache in
Iserlohn verdient gemacht. Über ihn berichtet Marlis Gorki in dieser Folge der
Wk-Reihe „Lebensbilder“.
Friedrich Externbrink wurde 1879 als Sohn eines Gutsverwalters in Südkamen
geboren. Seine Eltern kauften 1881 den Gasthof „Zum Wellenbad“ in Geisecke. Hier
wurde Friedrich groß. Neun Jahre lang besuchte er die dortige einklassige
Schule. Sein Lehrer Zimmermann, ein ausgezeichneter Pädagoge, ging nachmittags
mit den Kindern in die Natur hinaus und legte damit bei Friedrich Externbrink
eine gute Basis für seine berufliche Zukunft.
Pädagogik
und Musik
Mit 15 Jahren trat der Junge in die Präparanden Anstalt Holzwickede ein, um
selbst Volkslehrer zu werden. Die Anstalt war bekannt für ihren unbarmherzigen
Drill. Andererseits standen die Absolventen mit ihrem fachlichen Wissen außer
Konkurrenz. Nach drei Jahren wechselte Externbrink zum „Königlichen
Lehrer-Seminar“ nach Herdecke, wo er schließlich die Prüfung bestand. Nebenbei
ließ er sich im Klavier- und Orgelspiel ausbilden, lernte Geige und nahm
Gesangsunterricht. Seine erste Lehrerstelle trat er mit 21 Jahren an der
einklassigen Volksschule in Neubeckum an und wurde Organist in der evangelischen
Kirche. Das Dorf war arm, die Schülerzahlen gering, die Schule nur notdürftig
ausgestattet.
Friedrich Externbrink wurde vier Jahre später an die Ev. Westschule in
Iserlohn (heute Martin-Luther-Schule am Gerlingser Weg) versetzt, wo ihm der
Biologie-Unterricht zu einem besonderen Anliegen wurde. Er strebte nun auch die
Lehrbefähigung für Mittelschulen und höhere Mädchenschulen an, erhielt sie 1911
und bekam gleich eine Anstellung in der Gehobenen Abteilung der Ev. Ostschule.
Zwei Jahre später legte er dann noch die Rektorenprüfung ab.
Aus dem Ersten Weltkrieg kehrte Externbrink malariakrank zurück. Von 1935 bis
59 war er Kreisbeauftragter für Naturschutz und Landschaftspflege und ließ mehr
als 300 Naturdenkmale unter Schutz stellen. Seine fundierten Abhandlungen zu
Pflanzen und Zug- und Standvögeln in der heimischen Region wurden von
überregional bekannten Fachwissenschaftlern anerkannt. Seine biologischen
Fachkenntnisse gab er als SGV-Mitglied bei vielen Exkursionen an die
Naturfreunde und Mitwanderer weiter.
Für sein unermüdliches Wirken überreichte ihm der SGV kurz vor seinem 80.
Geburtstag die goldene SGV-Ehrennadel. Kurz darauf erhielt er das
Bundesverdienstkreuz am Bande.
Eifriger
Platt-Bewahrer
Neben seinen naturwissenschaftlichen Studien widmete sich Friedrich
Externbrink der plattdeutschen Sprache. Bereits seit den 1930er Jahren
veröffentlichter er eine Reihe von Artikeln, Aufsätzen, Geschichten und
Anekdoten. Als sein zentrales Werk gelten Artikel über volkstümliche Tier- und
Pflanzennamen, die in verschiedenen Heimatkalendern und den Hohenlimburger
Heimatblättern abgedruckt wurden.
Friedrich Externbrink starb 1965 mit 86 Jahren. Er ist auf dem Iserlohner
Hauptfriedhof beigesetzt.
Anmerkung der Redaktion: Dieser Text wurde stark gekürzt. Das Original
hat Marlis Gorki aus diversen Quellen wie z.B. von W. Bleicher u.a.
zusammengestellt. Sie freut sich über Fragen oder Ergänzungen. Sie ist
erreichbar unter Tel. 02371 / 32365.