Linke wünschen sich „Fest der Demokratie“ in Iserlohn

Iserlohn. Der Weg zur Demokratie in deutschen Landen war lang und steinig. Die Basis legten mutige Menschen in den Jahren 1848 und 1849 in der deutschen Revolution, als sie gegen Absolutismus und Unterdrückung aufbegehrten. In dieser Zeit wird Iserlohn zu einem wichtigen Schauplatz der Geschichte: Der Iserlohner Aufstand von 1849 wird zwar nach nur einer Woche blutig niedergeschlagen, gilt jedoch noch heute als einer der bedeutendsten Maiaufstände.

170. Jahrestag des Iserlohner Aufstands

An das Ringen um das hohe Gut Demokratie möchten die Linken in Iserlohn mit einem „Fest der Demokratie“ erinnern. Stattfinden soll es am 10. Mai 2019, dem 170. Jahrestag des Iserlohner Aufstands.

Ende November soll der Haupt- und Personalausschuss die Weichen dafür stellen: In einem Antrag fordern Manuel Huff und Oliver Ruhnert von den Linken die Stadt auf, das Stadtmarketing und das Kulturressort anzuweisen, anlässlich des 170. Jahrestags des Iserlohner Aufstandes ein Fest der Demokratie am 10. Mai 2019 zu planen und durchzuführen.

Was war geschehen an jenem 10. Mai? An jenem Tag meuterten in Hagen 1.500 Landwehrmänner, die befürchteten, gegen die Revolutionäre in Baden eingesetzt zu werden. 400 davon zogen nach Iserlohn, wo sie Unterstützung aus den umliegenden Industrieorten der ehemaligen Grafschaft Mark sowie aus den ländlich geprägten Gegenden des ehemals kurkölnischen Sauerlandes erhielten.

Mit dem Sturm auf das Zeughaus – das heutige Stadtmuseum – begann der Iserlohner Aufstand. Diese hatte die Anerkennung der vom ersten gesamtdeutschen und demokratisch gewählten Parlament, der Frankfurter Nationalversammlung, ausgearbeiteten Paulskirchenverfassung zum Ziel. Der Iserlohner Aufstand von 1849 war republikanisch geprägt und stellte sich mit der Einrichtung eines zentralen Sicherheitsausschusses in die Tradition der französischen Revolution. Die Farben Schwarz, Rot und Gold waren dabei die Farben der republikanisch-revolutionären, antimo­narchistischen Bewegung.

Trotz ihres Scheiterns behielten Revolution und Nationalversammlung von 1848/49 eine große Bedeutung für die deutsche Geschichte. Große Teile ihrer Forderungen sind im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verankert worden, das im Übrigen ungefähr 100 Jahre später am 23. Mai 1949 verabschiedet wurde.

Theaterstück wieder aufnehmen?

Insbesondere in Zeiten, in denen die Farben, die schon damals für Gleichheit, für Gedanken-, Presse- und Vereinsfreiheit standen zunehmend „von Antidemokraten als Symbol der Verteidigung Deutschlands missbraucht werden, halten wir es für geboten, dass sich Iserlohn seiner demokratischen Tradition erinnert“, schreiben die Linken an Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens. „Ein thematisch passendes Fest, dass wir uns als festen, jährlich wiederkehrenden Termin im Veranstaltungskalender wünschen, könnte im kommenden Jahr zum 170. Jahrestag erstmalig durchgeführt werden. Dabei könnte gleichzeitig auf den 70. Jahrestag des Grundgesetzes hingewiesen werden, der wenige Tage später begangen wird. Zur thematischen Begleitung schlagen wir vor, dass mit dem Friedensplenum Kontakt aufgenommen werden soll, da vor einigen Jahren auf dem Friedensfest ein Theaterstück zur Iserlohner Revolution aufgeführt wurde. Eventuell ist eine Wiederaufführung in Kooperation mit einer der Iserlohner Schulen denkbar.“