Mal revolutionär, mal hochprozentig

Tag des offenen Denkmals am 11. September: Um 16 Uhr kann die katholische Pfarrkirche St. Aloysius unter Leitung von Pfarrer Johannes Hammer besichtigt werden. (Foto: Eckhoff)

Iserlohn/Hemer. (red.) Seit 1993 findet er in Deutschland statt, der bundesweite Tag des offenen Denkmals – immer am zweiten Sonntag im September. Koordiniert wird er von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Nachdem erstmals in Frankreich im Jahr 1984 die „Journées Portes ouvertes monuments historiques“ ausgerufen wurden, folgten in den nächsten Jahren immer mehr europäische Länder diesem Beispiel. Im Jahr 1991 griff der Europarat die Idee auf und rief offiziell die „European Heritage Days“ aus, denen sich inzwischen alle europäischen Länder angeschlossen haben.

Der Tag des offenen Denkmals soll die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes sensibilisieren und das Interesse für die Belange der Denkmalpflege wecken. Dazu bietet er seinem Publikum „Geschichte zum Anfassen“ – jedes Jahr mit einem anderen Schwerpunktthema.

Mit dem diesjährigen Motto „Romantik, Realismus, Revolution – das 19. Jahrhundert“ ist er einer Epoche gewidmet, die unter anderem geprägt wurde von der Industrialisierung mit tiefgreifenden städtebaulichen Veränderungen, technischen Neuerungen wie der Eisenbahn oder der Elektrizität sowie von starken Einflüssen auf die Architektur, die sich noch heute in den Stadtbildern wiederfinden. Aber nicht nur themenbezogene Objekte öffnen ihre Türen für Besucher, auch solche, die sich nicht im „Jahres-Motto“ wiederfinden.

Beim bundesweiten Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 11. September 2011, können Kultur- und Geschichtsliebhaber aus erster Hand interessante historische Details über denkmalgeschützte Häuser, Kirchen und andere Einrichtungen sowie über die Stadtentwicklung im 19. Jahrhundert erfahren – auch in Iserlohn und Hemer.

Iserlohner Streifzüge

Heike Berlinski und Michael Knaack von der Unteren Denkmalbehörde bei der Stadt Iserlohn haben gemeinsam mit zahlreichen Akteuren ein abwechslungsreiches Programm zum diesjährigen Schwerpunktthema zusammengestellt. Sie laden alle Interessierten, Groß und Klein, ein, sich auf einen Streifzug in die Vergangenheit zu begeben!

Stadtführung, Thema: „Revolutionäre Ereignisse in Iserlohn im Jahr 1849“

11 Uhr: Treffpunkt vor dem Stadtmuseum, Fritz-Kühn-Platz 1, Leitung: Oda von Mohrenschildt

Wohnhaus, Rahmenstraße 26 („Bügeleisenhaus“)

Das „Bügeleisenhaus“ war bereits im letzten Jahr Thema beim Tag des offenen Denkmals. In diesem Jahr erfahren die Teilnehmer am Beispiel dieses Gebäudes alles über den unter Denkmalschutzaspekten durchgeführten Umbau. (Foto: Schneider)

14 Uhr: Das „Bügeleisenhaus“ war bereits im letzten Jahr Programmpunkt beim Tag des offenen Denkmals. Nach der letztjährigen Führung während der Bauarbeiten können sich Interessierte jetzt den Zustand nach dem Umbau ansehen und erfahren am Beispiel dieses Gebäudes alles über den Umbau unter Denkmalschutzaspekten. Leitung: Zdislaw Zygalski, Architekt/ Büro Kissing.

Katholische Pfarrkirche St. Aloysius

16 Uhr: Besichtigung unter Leitung von Pfarrer Johannes Hammer, Treffpunkt: vor der Kirche, Hohler Weg.

Kiliansdom in Letmathe

16 Uhr: Besichtigung unter Leitung von Peter Trotier, Treffpunkt: vor der Kirche, Dechant-Heimann-Straße 3.

Bismarckturm, Seilerwald

13 bis 17 Uhr: Turmbesichtigung, Kaffee und Kuchen; Leitung: Arbeitskreis Pater Beda, Jörg Traut

Brennerei Bimberg, Lenninghauser Weg 1

14 bis 18 Uhr: Allgemeine Besichtigung mit Kaffee-, Kuchen- und Spirituosenangebot; 15 und 16 Uhr: Führungen durch die Brennerei; Leitung: Familie Bimberg.

Hemer: Villa Grah

In Hemer gibt es nur ein „offenes Objekt“: Das Felsenmeer-Museum, das in der 1902 erbauten Unternehmervilla von Peter Grah beheimatet ist, wird am 11. September seine Pforten von 11 bis 17 Uhr öffnen und den Besuchern ein kleines Rahmenprogramm bieten. In der Museums-Cafeteria werden Waffeln und Kuchen gereicht und um 12 und 14 Uhr werden Sonderführungen angeboten. Auch an die kleinen Gäste ist gedacht. Alle Hemeraner sind eingeladen, am Tag des offenen Denkmals die herrliche Villa Grah kostenlos zu besuchen.