Max Edelhoff gibt weiter mächtig Gas

Hemer/Oschersleben. Es war wahrlich ein „Grand Final“: Vor 65.000 Motorsportbegeisterten zeigten Max Edelhoff und seine Formula-BMW-Talent-Cup-Kollegen ihr Können auf der rund 3,7 Kilometer langen Rennstrecke in der Motorsportarena Oschersleben. Dabei teilten sie sich Deutschlands nördlichsten Rennkurs mit namhaften Motorsportstars aus aller Welt: David Coulthard, Ralf Schumacher sowie die anderen Rennprofis aus DTM, „Porsche Carrera Cup“ und „VW Scirocco Cup“ waren bei einer der wichtigsten Motorsportveranstaltungen des Landes am Start. In einem packenden Rennen hat das Hemeraner Rennsport-Talent Max Edelhoff nach einer starken Formula-BMW-Talent-Cup-Saison das „Grand Final“ mit einem 7. Platz beendet.

Gruppenbild mit Formel-1-Fahrer Timo Glock und BMW-Motorsportchef Jens Marquardt. Links neben Timo Glock: Max Edelhoff. (Foto: xpb.cc)

Hochmotiviert und entschlossen war Max Edelhoff das entscheidende Rennwochenende bereits am Donnerstag angegangen. Bei der Streckenerkundung zu Fuß begutachteten die Nachwuchsrennfahrer den Kurs bis ins kleinste Detail, notierten sich jede noch so wichtige Einzelheit. Schließlich kannten die Fahrer den Kurs bisher nur aus den Simulatortests mit dem zukünftigen DTM-Fahrer und zweifachen WTCC-Champion Andy Priaulx in Silverstone.

Neuer Wagen gewöhnungsbedürftig

Freitags ging es zum ersten Mal im Rennwagen auf die Rennstrecke. Und wie es sich für ein „Grand Final“ gehört, hatte BMW weder Kosten noch Mühen gescheut. Jeder der Teilnehmer bekam ein nagelneues FB02-Formelfahrzeug, nachdem die Fahrer die komplette Saison bisher in ein und dem selben Rennwagen absolviert hatten. Zwar belegte Max Edelhoff einen guten fünften Platz im freien Training, jedoch war er nicht ganz zufrieden mit dem Gefühl im neuen Auto: „Das Modell ist zwar das selbe, jedoch fühlt es sich auf der Strecke beim Fahren anders an. Die Schaltung funktioniert etwas leichter, zudem haben wir einige andere Teile und bereits das Sicherheitspaket von 2012. Das ist gewöhnungsbedürftig. Mein Renningenieur hat mir gesagt, dass ich in einigen Passagen bereits am Limit fahre. Nun werde ich versuchen, dies im Rennen auf die komplette Distanz umzusetzen.“

Beim ersten Rennen am Samstag lief es für Max Edelhoff schon deutlich besser. Nachdem er am Vorabend im Qualifying Platz neun belegt hatte, gelangen ihm drei sehenswerte Überholmanöver. Zudem lagen seine besten Rundenzeiten in absoluter Schlagdistanz zur Spitzengruppe. Zuversichtlich ging Max Edelhoff schließlich ins Qualifying für das Grand Final am Sonntag und verschaffte sich mit Platz sechs eine ordentliche Ausgangslage. „Mit Startplatz sechs ist noch einiges möglich. Ich werde versuchen, direkt einige Plätze gut zu machen.“

Leider kein stehender Start

Leider hatte die Rennleitung andere Pläne. Aus Sicherheitsgründen entschieden sich die Verantwortlichen für einen Start hinter dem Safety-Car: Der erste „Knick“ nach der Start-Ziel-Geraden wäre zu gefährlich für einen Standstart, hieß es von offizieller Seite. Der junge Hemeraner, erwiesenermaßen einer der Allerbesten bei stehenden Rennstarts, war seiner „Paradedisziplin“ beraubt. Durch den fliegenden Start zog sich das Feld außerdem in Windeseile auseinander. Aufschließen und Überholen waren somit nur schwer möglich.

Zu allem Überfluss missachtete in der letzten Kurve vor dem Ziel ein zu Überrundender die blaue Flagge und machte Max Edelhoff sowie dessen Verfolger nicht schnell genug Platz. Max musste in der Schikane abbremsen, sein Kontrahent heftete sich an seine Schlussleuchte und kam mit mehr Schwung auf die Zielgerade. Mit der Winzigkeit von einer Spoilerbreite musste Edelhoff den sicher geglaubten sechsten Platz noch abgeben.

Fahrerisch stark weiterentwickelt

Höchst professionell gibt es beim „Grand Final“ in Oschersleben zu. Aber auch ein bisschen Show durfte vor dem Start nicht fehlen. (Foto: xpb.cc)

Nach dem Rennen richtete er trotz der Enttäuschung seinen Blick bereits wieder nach vorne: „Leider ist das Rennen nicht so verlaufen, wie ich es erhofft hatte. Dennoch kann ich rückblickend sagen, dass ich im Formula-BMW-Talent-Cup sehr viel gelernt habe, einige Erfolge für mich verbuchen konnte und mich fahrerisch deutlich weiterentwickelt habe.“

Denn waren zu Beginn der Saison zwar gute fahrerische Ansätze und unbedingter Wille zu erkennen, so verbesserte sich Edelhoff im Verlauf der Saison in allen Bereichen stetig. Dank der exzellenten Förderung durch BMW, seiner Disziplin und ausgezeichneter Lernfähigkeit, war es ihm gelungen, seine guten Voraussetzungen auch in Ergebnisse umzusetzen. Eindrücklich bewies er dies beim vorangegangenen Event in Portimao, als er in fünf Rennen jedes Mal unter den ersten Dreien landete. Spätestens seitdem war klar: Max Edelhoff hat als angehender Rennfahrer, aber auch in der persönlichen Entwicklung, deutliche Fortschritte gemacht.

Viel Zeit um abzuschalten bleibt nun aber trotz des Saisonendes im Formula-BMW-Talent-Cup nicht. Mit Hochdruck geht es nun in die Planung der Motorsportsaison 2012. Bereits vom 3. bis zum 5. Oktober steht eine Sichtung der ADAC-Stiftung Sport am Hockenheimring an, die talentierte Nachwuchsrennfahrer fördert.

Tipps von Timo Glock

„Ich habe einige Optionen für nächste Saison, werde diese aber in aller Ruhe mit meiner Familie durchdenken und dann sehen, was am Besten für mich ist. Klar ist nur, dass ich auf jeden Fall weiterhin Gas geben werde. Die Saison im Formula-BMW-Talent-Cup hat mich in meinem eingeschlagenen Weg bestätigt. In diese Richtung soll es weiter gehen“, sagt Max Edelhoff.

Dass als Rennfahrer nicht immer nur alles positiv laufen kann, mussten auch schon andere erfahren. Deshalb wird Max Edelhoff den Rat des Mannes befolgen, der trotz aktuell schwieriger Phase in der Formel 1 immer für seine positive Einstellung und seine Kämpfermentalität bekannt ist: Timo Glock. In der BMW-Hospitality riet er Max: „Du musst immer nur nach vorne schauen und dich permanent aufs Neue motivieren, wenn du als Rennfahrer erfolgreich sein willst. Denke nicht über Dinge nach, die du nicht ändern kannst.“

Angesichts der Tatsache, dass Max Edelhoff nicht nur schnell fährt, sondern auch schnell lernt, dürfte dieser Tipp schon bald Nährboden für neue Erfolge sein.