Mehrweg ist Trumpf

Iserlohn. (as/ Red.) „Der Trinkbecher ist die neue Plastiktüte“, sagt Bernhard Oberle. Er ist Umweltberater in der Beratungsstelle der Verbraucherzentrale in Iserlohn. „60 Einwegbecher benutzt jeder Mensch durchschnittlich pro Jahr“, führt er aus und stellt anschließend eine beängstigende Rechnung auf: „In Iserlohn landen demzufolge umgerechnet 5,7 Millionen Becher pro Jahr im Müll.“ Becher, die nur für den einmaligen Genuss von Kaffee, Tee oder Kakao genutzt werden. Sie sind ein Grund, weshalb der Berg an Verpackungsmüll wächst und wächst. Um diesem Trend entgegen zu wirken, zieht die Umweltberatung der Verbraucherzentrale in die Schulen. Genauer: in eine Schule. Im Friederike-Fliedner-Berufskolleg hatte Bernhard Oberle die Aktion „Einfach mehrfach“ gestartet. Er warb für den Einsatz von Mehrweg-Bechern. Das Motto: „Mein Becher. Mein Kaffee. Kein Abfall.“

Bernhard Oberle wirbt für den Kaffee to go im eigenen Becher. (Foto: A. Schneider)
Bernhard Oberle wirbt für den Kaffee to go im eigenen Becher. (Foto: A. Schneider)

Dafür war Bernhard Oberle auch als Testkäufer in Iserlohn unterwegs. Er kostete sich durch den Kaffee an Iserlohner Ladentheken. Allerdings nutzte er keinen „To go“-Becher, sondern er brachte sein eigenes Trinkgefäß mit.

Das Ergebnis: „Den Kaffee auch in einen mitgebrachten Becher abzufüllen, wird in der Regel von den meisten Kaffeeverkäufern in Iserlohn akzeptiert“, sagt Bernhard Oberle. Allerdings, ganz wichtig, „sauber muss der Becher sein“. Sonst wird er nicht gefüllt. Denn: „Im Falle eines Falles tragen die Kaffeeverkäufer das Haftungsrisiko.“

Noch ein Tipp aus der Praxis: Wer sich einen Mehrweg-Becher zulegt sollte unbedingt berücksichtigen, welche Kaffeemenge später darin Platz finden soll – damit der Kaffee beim Abfüllen im Laden nicht überläuft.

Noch sind Mehrweg-Becher eher die Ausnahme. Damit sich das ändert, hat die Umweltberatung in Iserlohn Mehrweg-Becher an die Schülerinnen und Schüler des Friederike-Fliedner-Berufskollegs ausgegeben. Die Becher können sogar selbst gestaltet werden – mit Fotos oder Zeichnungen der jeweils Liebsten. Der Schulkiosk unterstützt die Aktion, in dem Kaffee in Mehrweg-Gefäßen günstiger abgegeben wird als in Einweg-Bechern.
Die Becher der Verbraucherzentale kamen gut an. Gemeinsam mit Bernhard Oberle kreierten die Schülerinnen und Schüler sogar einen Werbeclip für die Nutzung des Mehrweg-Trinkgefäßes.

Für den Fall, dass der Kaffeekauf im mitgebrachten Becher nicht klappt, hat der Umweltberater einen Tipp: „Finden Sie keinen Abfüller für Ihren Kaffee to go, dann gibt es immer noch die Möglichkeit, Abfall ganz klassisch zu vermeiden. Einfach den Thermobecher zu Hause befüllen. Das spart nicht nur Abfall, sondern auch Geld.“

Und noch ein Tipp: Kaffeebecher für unterwegs gibt’s auch beim Wochenkurier Iserlohn in der Karlstraße 2 – in schicken Farben, edlem Design und noch dazu zum günstigen Preis.

Mehr zum Thema Abfall und dessen Vermeidung gibt es bei der Umweltberatung der Verbraucherzentrale NRW und unter www.vz-nrw.de/mehrweg. Auskunft gibt auch die Beratungsstelle in Iserlohn unter der Nummer 02371/ 21941-01.