Mückenalarm: Plage oder Panikmache?

Starke Regenfälle im Sommer bringen zahlreiche Mücken hervor. Ist die Angst vor den Stechbiestern am Ende nur Panikmache oder berechtigt? (Foto: Peashooter/pixelio)

Starke Regenfälle im Sommer bringen zahlreiche Mücken hervor. Ist die Angst vor den Stechbiestern am Ende nur Panikmache oder berechtigt? (Foto: Peashooter/pixelio)

Hagen. Aus einer Mücke einen Elefanten machen – aus gesundheitlichen Gründen wäre das gar nicht so verkehrt: Während durch die Dickhäuter jährlich etwa 100 Menschen zu Tode kommen, sterben aufgrund von Mückenstichen nach Angaben der WHO jedes Jahr 725.000 Menschen. Allerdings besteht in unseren Breitengraden kein Grund zur Panik.
Mücken haben Hochsaison
Als ob der feuchte Sommer in Deutschland nicht schon ärgerlich genug wäre: Die Regenfälle wirken sich nicht nur negativ aufs Gemüt aus, sondern sind auch für zahlreiche juckende Hautreizungen verantwortlich. Aufgrund der Witterung hat derzeit die Mückenbrut Hochsaison. „30 und mehr Mückenstiche auf einem menschlichen Körper dürften momentan keine Seltenheit sein“, schätzt Thomas Seidel vom Serviceteam der KKH (Kaufmännische Krankenkasse) in Hagen. „Die Stiche sind zwar in aller Regel ungefährlich, aber der Juckreiz kann Betroffene heftig plagen.“
Mückenstiche sind ungiftig
Im Gegensatz zu Bienen und Wespen verspritzen Mücken kein Gift. Der Juckreiz entsteht durch den Speichel, den die Mücken unmittelbar nach dem Stechen absondern, um die Blutgerinnung zu verhindern und in Ruhe saugen zu können. Starke allergische Reaktionen auf Mückenstiche sind eher selten.
Wärme und Geruch locken an
Dass Menschen mit „süßem“ Blut Mücken anlocken, gehört ins Reich der Fabeln. Stattdessen lassen sich die kleinen Plagegeister von der Körperwärme und dem Geruch ihrer Opfer leiten.
Sie bevorzugen Menschen, die weder besonders warm noch besonders kalt sind und lieben Schweißgeruch.
Das hilft:

  • Mückenschutzmittel auf die Haut auftragen (Repellent, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Icaridin).
  • Auf starke Parfums und Kosmetika verzichten.
  • Fliegengitter anbringen oder Moskitonetze nutzen.
  • Gegen Stiche hilft Kühlen mit Eispackungen oder Essigwasser.
  • Der Juckreiz kann durch freiverkäufliche Salben oder Gels ebenso gelindert werden wie durch das Auflegen einer Zwiebelscheibe.
  • Im Handel erhältlich sind auch Stifte, welche die Stichstelle in Sekunden auf 50 Grad erhitzen. Dadurch werden die Eiweißverbindungen im Speichel der Mücke zerstört.