Nadelmarkt

Von historisch bis avantgardistisch, von traditionell bis modern, von einfach bis edel und luxuriös... - der Nadelmarkt in Barendorf zeigt am nächsten Wochenende, was mit der Nadel machbar ist. (Foto: Stadt Iserlohn)

Iserlohn. (Red.) „Eine kleine Auszeit von Massenprodukten“… – das will auch der dritte Nadelmarkt sein, zu dem das Stadtmuseum Iserlohn am Samstag, 2., und Sonntag, 3. April 2011, in die Historische Fabrikanlage Barendorf einlädt. Vorgestellt werden Designer und Handwerker, deren wichtigstes Arbeitsgerät die Nadel ist.

Iserlohn hat bekanntlich eine besondere Beziehung zu diesem alten Kulturgegenstand. Die Nadelherstellung ist einer der ehemals bedeutendsten Produktionsbereiche der städtischen Wirtschaftsgeschichte. Im kleinen beschaulichen Baarbachtal in Iserlohn liegt die Historische Fabrikanlage Barendorf und beherbergt seit 1987 das Nadelmuseum.

Dieser Tatsache ist es zu verdanken, dass sich hier seit einigen Jahren ein in dieser Form eher seltener Themenmarkt ausgesuchter Kunstfertigkeit etablieren konnte mit Bekleidung aus vielfältigen Stoffen, Entwürfen phantasievoller Kleider, Textildesign in kunstvoller Ausarbeitung, extravaganten Schals, unverwechselbaren Hüten, feinen, erlesenen Stickereien, zeitgenössischen Stickarbeiten, edlen Wohntextilien, einfallsreich gequilteten Wandbehängen und Überwürfen, handgefertigten Ledertaschen und -accessoires aus hochwertigen Materialien. Kinderbekleidung gibt es sowohl bunt und fröhlich als auch edel fabriziert nach historischen Vorbildern.

Außergewöhnlich

Ein Sammlerehepaar zeigt außergewöhnliches Nähzubehör aus aller Welt. Die Technische Universität Dortmund stellt eine Installation mit dem Titel „früher war alles besser“ vor. Mitten im Publikum spazierend präsentieren Darsteller Mode aus der Zeit um 1800. Im Zubehörbereich findet man Scheren aus Solingen und das gar nicht zugeknöpfte Knopfprojekt aus Schwerte. Diese unterstützenswerte Initiative von Asperger Autisten bietet seltene Knöpfe zum Verkauf an und fertigt aus besonders schönen Stücken reizvollen Halsschmuck.

Mit künstlerischen Projekten und Produkten rund um die Nadel beteiligen sich die Barendorfer Künstler. Wie im letzten Jahr wird dies der Kunsttischler Konrad Horsch sein, der Fotograf Gisbert Körner und, neu hinzugekommen, das Künstlerduo Pempeit und Siebrecht.

Junge Designer

In diesem Jahr fällt die rege Beteiligung vor allem junger Designer auf, oft Allrounder, die ihre kleinen Manufakturen bundesweit auf anspruchsvollen Messen und Märkten vorstellen. Der abwechslungsreiche Spannungsbogen von historischen Produkten und Arbeitsweisen zu modernen Techniken und Trends ist auch in diesem Jahr wieder Programm des Nadelmarkts. Wo sonst sind Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dergestalt präsentiert. Alles trifft auf Neues: Industriegeschichte auf der einen und gegenwärtige Kunst und Handwerk auf der anderen Seite und die behutsam integrierte moderne Architektur korrespondiert wunderbar mit historischer Industriearchitektur der Fachwerkbauten.

Technikinteressierten Besuchern werden bei den Führungen im Nadelmuseum am Samstag und Sonntag jeweils um 11 Uhr sehen, wie das Öhr in die Nadel kommt, wie groß der Aufwand war, um Nadeln aller Größen für unterschiedlichste Zwecke herzustellen und wie die feine Spitze der Nadel gelingen konnte.

Modenschau

Für das leibliche Wohl sorgen das ansässige Café und der Service-Club Inner Wheel Iserlohn. Die Damen bieten kleine Snacks und andere Erfrischungen an und unterstützen vom Erlös ein soziales Projekt vor Ort. Am Sonntag, um 15 Uhr, findet überdies eine Modenschau mit Bekleidung und Accessoires der Aussteller statt. Der Eintritt zum Nadelmarkt ist frei!