Neue Zeitrechnung bei den Iserlohn Kangaroos

[1/2] Das Team der Iserlohn Kangaroos: Henri Vaihinger

[1/2] Das Team der Iserlohn Kangaroos: Henri Vaihinger, Deion Giddens, Viktor Ziring, Donte Nicholas, Sören Fritze, Gabriel De Oliveira, Simon Kutzschmar, Julian Scott, Erik Krumme, Ruben Dahmen, Joshua Dahmen, Nikita Khartchenkov und Sharik Aboubakar. (F

Iserlohn. Es ist der größte Umbruch der vergangenen Jahre bei den Kangaroos – doch hat man nicht das Gefühl, das alles neu ist. Das hat zum einem mit der personellen Kontinuität hinter den Kulissen zu tun.
Manager Michael Dahmen und die hauptamtlichen Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle sind ein eingespieltes Team, die ein klares Ziel verfolgen: Sportlich so erfolgreich wie möglich, wirtschaftlich dafür ohne Sorgen zu sein. Das ist den Waldstädtern in der Vergangenheit eindrucksvoll gelungen.
Beim sportlichen Erfolg hatte vor allem Coach Matthias Grothe seinen großen Anteil. Angetreten mit einer Gruppe Talente formte er Jahr für Jahr eine schlagkräftige Truppe, die attraktiven Zweitliga-Basketball zeigt. Doch dieser Erfolg weckte Begehrlichkeiten der anderen Klubs, so dass Grothe einen Vertrag beim ProA-Team von Phoenix Hagen unterschrieb. Dort konnte er auf Grund seiner gesundheitlichen Situation noch nicht groß eingreifen. Für die Kangaroos dagegen heißt es im ersten Jahr nach Grothe: „Vorwärts in die Vergangenheit“. Denn mit Dragan Torbica übernimmt der Co-Trainer ein Team, das er bereits bestens kennt und dessen Cheftrainer er bereits schon einmal war – vor Grothe. Der Serbe wurde damals, im Jahr 2009, zum Trainer des Jahres gewählt mit einer Bilanz von 22 Siegen und 6 Niederlagen.
Resonanz durchweg positiv 
„Dragan kennt unsere Philosophie, steht voll dahinter. Er kann mit jungen Spielern arbeiten, sie entwickeln. Und auch die Resonanz der Mannschaft auf seine Person ist durchweg positiv“, sagte Manager Michael Dahmen. Und weiter: „Ich bin davon überzeugt, dass er der beste Trainer für die kommende Saison für uns ist!“
Torbica kennt viele Spieler seit der Jugend, war er doch in der Nachwuchsabteilung der Beuteltiere eine zentrale Figur. Der 49-Jährige gilt als akribischer Arbeiter, der ein gutes Auge für Details hat.
Fünf Akteure aus der vergangen Spielzeit streifen sich in dieser Saison erneut das Trikot der Kangaroos über. Deion Giddens, Sören Fritze, Gabriel de Oliveira sowie die beiden Dahmen-Brüder Joshua und Ruben sind die bekannten Gesichter in den Reihen der Iserlohner. Neuer „Leitwolf“ soll dagegen Nikita Khartchenkov werden.
„Iserlohn ist ein besonderer Standort. Ich freue mich darauf, die fantastischen Fans bald auf meiner Seite zu haben – und nicht gegen mich. Es ist immer toll in einer Halle mit solch einer Atmosphäre zu spielen. Und ich glaube, dass genau diese Atmosphäre großen Einfluss auf die Heimstärke der Kangaroos hat“, sagte er im Rahmen seiner Vorstellung. Der 2,01 Meter große Flügelspieler wechselt vom Liga-Konkurrenten FC Schalke 04 ins Sauerland. „Ich finde die angedachte Rolle in Iserlohn extrem spannend. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, mich noch einmal verändern zu wollen“, sagte Khartchenkov. Neu sind ebenfalls die beiden US-Boys Julian Scott und Donte Nicholas. Scott ist dabei der absolute Wunschspieler von Manager und Trainer gewesen. Der 26-jährige lief zuletzt US-Amerikaner für den luxemburgischen Erstligisten BBC Residence Walferdang auf, hat aber auch schon in Deutschland auf dem Parkett gestanden.
Erfahrung in Europa
„Julian ist ein großer, starker junger Mann. Er kann 20 Punkte und zehn Rebounds im Schnitt auflegen, das hat er in Leipzig eindrucksvoll bewiesen. Er hat jetzt drei Jahre Erfahrung in Europa gesammelt. Entsprechend bin ich davon überzeugt, dass er unsere Macht unter den Körben sein wird“, sagt Kanga­roos-Coach Dragan Torbica.
„Ich hasse es noch mehr zu verlieren, als ich es liebe zu gewinnen“, sagt dagegen der 30-jährige Donte Nicholas und passt damit perfekt in das Konzept der Waldstädter.
Und gemäß dem eigenen Anspruch, junge deutsche Spieler besser zu machen, wurden mit Henri Vaihinger (16), Erik Krumme (18), Viktor Ziring (19), Sharik Aboubakar (19) und Simon Kutzschmar (20) gleich fünf hoffnungsvolle Talente in den Kader der Kan­garoos aufgenommen. Sie sollen sich größtenteils über das Training für Einsätze in der Bundesligamannschaft empfehlen oder in einem Kooperationsteam spielen.