Neuer Mann für Iserlohns Juwel: Pestl übernimmt Schillerplatz-GmbH

Ein Wechsel an der Spitze der Schillerplatz-GmbH: Olaf Pestl (2.v.l.) übernimmt die Geschäftsführung von Mike-Sebastian Janke (2.v.r.). Die beiden werden flankiert von Michael Schmitt, Aufsichtsrats-Vorsitzender der Schillerplatz-GmbH (l.), und Bürgermeister. Dr. Peter Paul Ahrens.
Ein Wechsel an der Spitze der Schillerplatz-GmbH: Olaf Pestl (2.v.l.) übernimmt die Geschäftsführung von Mike-Sebastian Janke (2.v.r.). Die beiden werden flankiert von Michael Schmitt, Aufsichtsrats-Vorsitzender der Schillerplatz-GmbH (l.), und Bürgermeister. Dr. Peter Paul Ahrens. (Foto: Andrea Schneider)

Iserlohn. (as) Wachwechsel an der Spitze der Schillerplatz-GmbH. Weil Mike-Sebastian Janke, Noch-Ressortleiter Planen, Bauen, Umwelt- und Klimaschutz bei der Stadt Iserlohn, am 1. August sein neues Amt als Kreisdirektor des Kreises Unna antritt, legt er auch die Geschäftsführung der Gesellschaft nieder, die die Fäden rund um die Entwicklung des Schillerplatzes in der Hand hält.

Neuer starker Mann an Bord der Schillerplatz-Gesellschaft ist Olaf Pestl, bis Ende 2013 selbst noch Baudezernent in Iserlohn, seither Geschäftsführer der Iserlohner Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft (IGW). Keine Frage, mit Bauprojekten und auch deren sportlicher Abwicklung kennt sich Olaf Pestl aus.

Entschleunigen, ohne zu bremsen

Doch sportlich soll hier gar nichts zugehen. „Mike Janke hat das komplexe Projekt auf die Schienen gestellt“, sagt Michael Schmitt, Aufsichtsratvorsitzender der Schillerplatz-GmbH. Dessen Nachfolger empfiehlt Schmitt, „erst mal entschleunigen, ohne auf die Bremse zu treten“.

Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens hingegen hält nicht viel vom „Einbremsen“. Mike-Sebastian Janke formulierte es sogar noch deutlicher: „Die Zeit drängt“, sagt er. „Der Untergrund wird nicht besser. Wir wollen externe Investoren nach Iserlohn locken.“ Also: „Alles schreit nach Entwicklung. Alles schreit nach Schnelligkeit“, sagt Janke.

Olaf Pestl hingegen hat sein ganz eigenes Tempo. Und er hat viel Respekt vor der Aufgabe, die nun vor ihm liegt. „‚Die Messlatte liegt hoch“, weiß er. Dann muss er schmunzeln. „Man trifft sich immer zweimal im Leben“, sagt der neue Geschäftsführer der Schillerplatz-GmbH. Das trifft auf Menschen zu, beim IGW-Geschäftsführer aber im ausgeprägten Maße auch auf Projekte. Den sogenannten Schlieper-Block beispielsweise hatte er schon zu seiner Stadtbauratszeit auf dem Tisch. Nur kurz, nachdem er die Geschäftsführung der IGW übernommen hatte, tauchte die Siedlung wieder auf seinem Schreibtisch auf. „Diesmal durfte sich sie gleich entwickeln“, sagt Olaf Pestl.

Beim Schillerplatz ergeht es ihm ähnlich. „Natürlich haben wir uns auch seinerzeit schon mit der Entwicklung des Schillerplatzes beschäftigt“, sagt er. Aber dann war er auch gar nicht böse darum, diese Pläne in die Hände seines Nachfolgers legen zu können. Denn die Voraussetzungen für eine schnelle Planung waren seinerzeit sehr vertrackt.

Das hat sich geändert unter der Ägide seines Nachfolgers als Stadtbaurat. ‚„Die Stadt ist jetzt zu 100 Prozent Eigentümerin aller Grundstücke“, sagt Olaf Pestl.

Der neue Mann an der Spitze der Schillerplatz-Gesellschaft ist dankbar für eine Zeit der Einarbeitung – auf die von Michael Schmitt beschworene Entschleunigung. Doch dann lässt er seine Blicke über den Schillerplatz schweifen – über das teilabgerissene Sparkassengebäude und Bauzäune, die den Blick in die Tiefe verhindern. Dorthin, wo auch heute noch Galmeistollen den Grund unter dem Schillerplatz durchlöcheren. Nein, sagt, Olaf Pestl, eine schnelle Lösung für den Schillerplatz könne er nicht bieten. Geologische Untersuchungen und Gutachten seien schließlich für spätere Investoren unverzichtbar. Ein Investorenwettbewerb könne erst angestoßen werden, wenn alle Untersuchungen abgeschlossen seien.

Bürgerbüro auf den Platz?

Auch weitere Punkte seien noch zu klären. Macht es Sinn, das Bürgerbüro aus dem Rathaus zu lösen und „näher bei den Menschen“ auf dem Schillerplatz unterzubringen? Pestl erwartet politische Debatten.

Nein, so richtig schnell wird die Entwicklung des Schillerplatzes hin zum innerstädtischen Juwel nicht vorangetrieben werden können. Aber eines ist sicher. Sein Blick fällt wieder auf Bauzäune und Abrissspuren: „Wir brauchen schnell eine Interimslösung.“ Damit sich die Menschen auch in der Zeit des Wartens wohl fühlen können im Herzen der Stadt.