Personalpuzzle bei den Kangaroos nimmt langsam Form an

(Foto: Iserlohn Kangaroos)

(Foto: Iserlohn Kangaroos)

Iserlohn.Vor knapp einer Woche war mit dem Abgang von Thomas Reuter in Richtung Schwelm auch dem Letzten klar: Die Kangaroos stehen vor einem krassen Umbruch. Doch Manager Michael Dahmen hat in den vergangenen Tagen mit zwei Verpflichtungen bereits die Weichen in Richtung Zukunft gestellt. Mit dem erst 20-jährigen Simon Kutzschmar wechselt ein Zweitligaerfahrener Youngster in die Waldstadt. Und mit Nikita Khartchenkov präsentierten die Kangaroos einen absoluten Wunschspieler, der in das Anforderungsprofil der Beuteltiere perfekt passt. Viel Erfahrung bringt der ehemalige A2-Nationalspieler mit in die Waldstadt. Diese soll er nutzen, um in das Führungsvakuum, das durch das Karriereende von Kristof Schwarz und Yannik Opitz entstanden ist, zu füllen.

Ein Training mit Headcoach Dragan Torbica hatte gereicht, um Simon Kutzschmar für die Kangaroos zu begeistern. Er kommt von den Gießen 46ers/Licher Basketbären und unterschreibt einen Zweijahres-Vertrag, der eine beidseitige Ausstiegsklausel nach dem ersten Jahr beinhaltet.
„Ich habe mich von Beginn an wohlgefühlt in Iserlohn. Außerdem hat Dragan ein unfassbares Auge fürs Detail. Das hat mir sehr gut gefallen“, sagte Kutzschmar. Als der 1,94 Meter große Shooting Guard sein Probetraining in der Hemberghalle absolvierte, gab ihm Torbica einen Rat mit auf den Weg. „Und seitdem arbeite ich hart an meinem Ballhandling“, sagt Kutzschmar. Es war eine kleine Unstimmigkeit beim Crossover, also Handwechsel, hinterm Rücken, die dem Kangaroos-Cheftrainer aufgefallen war. „Eigentlich eine Kleinigkeit. Umso besser, dass er es gesehen hat“, so Kutzschmar.
Aber nicht nur das feine Auge des Trainers hat ihn überzeugt, sich den Kangaroos anzuschließen. „Ich sehe in Iserlohn für mich die große Möglichkeit, mich weiterentwickeln zu können. Die Perspektive ist extrem reizvoll“, sagt der Student der Wirtschaftswissenschaften. Außerdem reizt es ihn, mit den Kangaroos die Playoffs zu erreichen. Mit den Basketbären hat er in den vergangenen beiden Spielzeiten jeweils die Playdowns der 2. Basketball-Bundesliga ProB gespielt. In rund 22 Minuten pro Partie hat Kutzschmar in der Saison 2016/17 durchschnittlich 6,5 Punkte, zwei Rebounds und 1,4 Assists aufgelegt.
Über soziale Netzwerke wie Facebook und Instagram hat er sich bereits einen ersten Eindruck darüber verschafft, was ihn in Iserlohn erwarten wird: „Die Atmosphäre in der Halle ist schon geil“, sagt Kutzschmar, der noch vor seinem ersten Spiel im Kangaroos-Dress ein Versprechen abgibt: „Ich werde mich in jedem Spiel in der Defense zerreißen.“ Daran habe er in den vergangenen Jahren Gefallen gefunden, sagt er. Und: „Ich will zeigen, dass ich auch aus der Distanz gefährlich bin!“
Auch Headcoach Dragan Torbica freut sich auf die Zusammenarbeit mit Kutzschmar: „Ich freue mich als Coach, mit Simon einen jungen und sehr cleveren Spieler dazu zu bekommen. Man merkt ihm seine gute Basketballschule und auch die zweijährige Erfahrung in der ProB an. Simon hat großes Potenzial, das wir gemeinsam entfalten wollen.“
Kangaroos-Manager Michael Dahmen hat den 20-Jährigen schon seit vergangem Jahr auf dem Zettel gehabt – und schließlich jetzt nach Iserlohn locken können: „Es freut mich sehr, dass wir Simon für unser Team gewinnen konnten. Ich bin sehr sicher, dass er sich unter Dragan weiter verbessern wird und dass er auch charakterlich hervorragend in unsere Mannschaft passt.“
Khartchenkov wird der Leitwolf
Der 30-jährige Nikita Khartchenkov wechselt vom Liga-Konkurrenten FC Schalke 04 ins Sauerland.
„Ich finde die angedachte Rolle in Iserlohn extrem spannend. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, mich noch einmal verändern zu wollen“, sagt Khartchenkov. Der 2,01 Meter große Flügelspieler wird bei den Kangaroos die Rolle des Leitwolfs übernehmen. „Ich mag diese Rolle. Dass ich meine Erfahrung an die jungen, talentierten Spieler weitergeben kann ist für mich eine spannende Herausforderung. Und ich traue mir zu, diese auch meistern zu können“, so der 30-Jährige. Mit den Phantoms Braunschweig, dem Mitteldeutschen BC, den Giants Düsseldorf und Phoenix Hagen spielte Khartchenkov in der Basketball-Bundesliga. Auch in der 2. Basketball-Bundesliga ProA ist der Sohn des ehemaligen sowjetischen Nationalspielers Alexander Khartchenkov durch Engagements u.a. bei den Niners Chemnitz, dem USC Freiburg oder den Uni-Riesen Leipzig wettkampferprobt.
Zwei Mal wöchentlich trainiert er bereits in den individuellen Einheiten von Headcoach Dragan Torbica mit der Mannschaft. Und: Er fühlt sich wohl. „Viele von den Jungs kenne ich noch aus meiner Zeit in Hagen. Entsprechend fühlt es sich an, als würde man auf einen Teil seiner Familie treffen“, so Khartchenkov.
Die Trainingseinheiten sieht er schon auf hohem Niveau. Und eine ebenso hohe Priorität räumt er ihnen ein. „Der Sommer ist wichtig, um fokussiert zu arbeiten – und langsam aber sicher einen Rhythmus aufzubauen“, sagt Khartchenkov.
Wenn er spricht, ist die Vorfreude auf seine Zeit mit den Kangaroos zu hören. „Iserlohn ist ein besonderer Standort. Ich freue mich darauf, die fantastischen Fans bald auf meiner Seite zu haben – und nicht gegen mich. Es ist immer toll in einer Halle mit solch einer Atmosphäre zu spielen. Und ich glaube, dass genau diese Atmosphäre großen Einfluss auf die Heimstärke der Kangaroos hat“, sagt er.
Auch Manager Michael Dahmen ist froh, dass er Khartchenkov für das Projekt der Iserlohn Kangaroos begeistern konnte: „Nikita ist ein extrem erfahrener Spieler, der die Mannschaft mit seiner Routine führen kann. Gerade in unserer jetzigen Situation mit dem Umbruch ist es extrem wertvoll, einen Spieler wie Nikita in unseren Reihen zu wissen.“