Pläne zur A 46 scheiden die Geister

Iserlohn/Hemer/Menden. (th) Die Aufnahme des Weiterbaus der A46 in den Bundesverkehrswegeplan, den Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt am 16. März veröffentlichte, stieß in der Region auf vielfache, sehr unterschiedliche Reaktionen. Kein Wunder, schließlich hat dieses Projekt überregionale Bedeutung, betrifft dabei Iserlohn, Hemer und Menden ganz akut und wurde bereits in der Vergangenheit heftig diskutiert.

Geplant ist der Weiterbau der A 46 als vierspurige Autobahn bis Menden, von dort soll eine neue dreispurige Bundesstraße die Lücke nach Arnsberg-Neheim schließen. 7,6 Kilometer soll das neue Autobahnstück lang werden, dafür fallen laut dem Bundesverkehrswegeplan 351,3 Millionen Euro Kosten an. Zusammen mit dem Neubau der Bundesstraße steigen die Kosten auf über 500 Millionen Euro.

Zuspruch der Wirtschaft

Die heimische Wirtschaft steht diesen Plänen größtenteils positiv gegenüber. Dr. Sigurd Pütter, Sprecher der Unternehmerinitiative Pro A 46, zeigte sich erfreut ob der erneuten Bewertung „vordringlicher Bedarf“. Damit sei klar, „dass es auch aus Sicht des Bundes wichtig ist, die Lücke ab Hemer zu schließen“.

Die Fürsprecher des Weiterbaus sehen ihre Forderungen berücksichtigt, auch wenn sie eigentlich den kompletten Ausbau der Autobahn bis nach Neheim gewünscht hatten. Nun ist ihnen an einer möglichst schnellen Umsetzung der Pläne gelegen.

Ermutigendes Signal

Auch die CDU-Verantwortlichen in den betroffenen Städten Iserlohn, Hemer und Menden reagierten einhellig positiv. Als „ermutigendes Signal für die Region“ bezeichnete Martin Gropengießer, Partei- und Fraktionsvorsitzender der CDU in Hemer, das Vorhaben. Sowohl für die betroffenen Anwohner als auch für die heimische Wirtschaft erhofft er sich eine deutliche Entlastung.

Die Verantwortung für eine schnelle Umsetzung liege nun bei der rot-grünen Landesregierung, erklärten die CDU -Vorsitzenden der drei Städte gemeinsam.  Keine Stadt dürfe benachteiligt werden, nach der langen Wartezeit müsse nun eine schnelle, gemeinsame Lösung her.

Umweltschutz und Kosten-Nutzen-Analyse

Doch an anderer Stelle stoßen die Pläne des Bundesverkehrsministers auf heftigen Gegenwind. Dr. Werner Reh, Leiter des Ressorts „Verkehrspolitik“ des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) und die Sprecher der Gegen- initiative zum Weiterbau der A 46 „GigA46“, Stefan Neuhaus und Lothar Kemmerzell, führen zahlreiche Gründe an, die ihrer Meinung nach gegen das Vorhaben sprechen.

Sowohl im Sinne des Umweltschutzes, als auch im Hinblick auf die Kosten-Nutzen-Analyse, halten sie eine Netzlösung mit kleineren Ausbaustrecken für deutlich sinnvoller. Sie zweifeln außerdem an, dass der Ausbau tatsächlich die Bedürfnisse der Anwohner befriedigen würde. Sie betonten, dass die Umsetzung der Pläne keinesfalls in trockenen Tüchern sei.

Beteiligung der Öffentlichkeit

Die Gegner des Weiterbaus erhoffen sich von der Landesregierung und insbesondere von NRW-Verkehrsminister Michael Groschek Widerstand gegen die Pläne des Bundes. Mit vielen Aktionen wollen sie außerdem die Öffentlichkeit über ihre Bedenken informieren.

Die Beteiligung der Öffentlichkeit wird indes auch von Alexander Dobrindt gewünscht. Erstmals gibt es bei der Vorstellung eines Bundesverkehrswegeplans die Möglichkeit der Beteiligung. Noch bis zum 2. Mai können alle interessierten Bürgerinnen und Bürger ihre Stellungnahmen zu den Entwürfen abgeben, online unter www.bmvi.de/bvwp2030-stellungnahme oder per Post an das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Referat G12, Invalidenstraße 44, 10115 Berlin, Stichwort „BVWP 2030“.