Prinzhorn Hemer: Honig mit therapeutischem Wert

Hemer Prinzhorn-Honig
Gerd Nowitzki präsentiert den ersten Jahrgang des „Prinzhorn-Honigs“.(Foto: LWL / Herstell)

Hemer. (lwl) Die Bienen der LWL-Klinik Hemer, Hans-Prinzhorn-Klinik, haben 2018 mit Hilfe von Krankenpfleger Erwin Nowitzki und seinem Imker-Team, bestehend aus Kollegen und Patienten, den ersten Honig produziert: 75 Kilo feinsten Prinzhorn-Honig.

Dabei stehen die Gaumenfreuden allerdings nicht im Vordergrund. Das Wichtigste ist der therapeutische Aspekt für die Patientinnen und Patienten, die Lust haben und sich trauen, die Bienen mitzubetreuen. „Sich überwinden, die Ruhe bewahren – das sind wichtige Erfahrungen für Menschen mit Depressionen oder Angststörungen”, sagt Nowitzki. Die Arbeit mit den Bienen beruhige, fördere die Achtsamkeit und sei für den ein oder anderen vielleicht die Entdeckung eines neuen Hob­bys.

Er selbst ist seit 36 Jahren Imker aus Leidenschaft. „Ich möchte die Patienten in die Natur bringen, die Bedeutung von Natur vermitteln. Das bewusste Wahrnehmen von Blumen, Blüten und Bienen, das Rauschen der Bäume. Die Natur fördert die Sensibilität.“ Und das klappt bisher sehr gut: Sechs bis acht Patientinnen und Patienten begleiten Erwin Nowitzki, wenn er nach den Bienenstöcken schaut. In der Winterphase, die eher eine Ruhephase ist, können sie ihn bei kurzen Kontrollgängen begleiten oder beispielsweise Rähmchen für die Wabenträger bauen.

Der Honig wurde in 250-Gramm-Gläser gefüllt, an Patienten verschenkt, die mitgeholfen hatten, und zum Selbstkostenpreis verkauft. „Jetzt sind schon fast alle Gläser weg“, sagt Nowitzki. „Aber es dauert ja gar nicht lange, dann gibt‘s den nächsten Jahrgang“.

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