Roosters sinnen auf Revanche

Robert Hock (Foto: Lewandowski)

Iserlohn. (as/Red.) Nein, leicht sind die Aufgaben der Roosters an diesem Wochenende nicht. Doch so langsam aber sicher schlägt den Iserlohner Eishockey-Flitzern die Stunde der Wahrheit. Es müssen Punkte her, wenn der Tabellenkeller der DEL nicht das Maß der Dinge sein soll. Stabilität ist gefragt. Eine Stabilität, die das Team von Trainer Ulrich Liebsch bislang nicht aufbieten konnte. Beispiel Donnerstagabend: Bei der 4:5-Heimniederlage gegen die Thomas Sabo Ice Tigers zeigten die Iserlohner zwei Gesichter. Erstes Drittel (1:3): pfui. Zweites Drittel (3:0): hui. Die Iserlohner Fangemeinde taute regelrecht auf. Und dann? Die Roosters konnten das gerade wiedergefundene Selbstbewusstsein nicht über die Runden retten. Die Nürnberger Eistiger schafften den Ausgleich. Da halfen auch die Paraden von Manny Legace nicht. Wenn es in der Defensive nicht stimmt, kann eben auch ein Überflieger-Goaly nicht das gesamte Spiel retten. Der Nürnberger Siegtreffer nur eine Sekunde vor dem Ende der Verlängerung war bittere Konsequenz eines Spiels, in dem die Roosters zwischen Trostlosigkeit und wiedererstarkter Hoffnung hin- und hertaumelten.

Mit allen Mitteln Richtung Play-off

Kurz vor dem Saisonstart hatte Kapitän Robert Hock den Fans den Mund wässerig gemacht. „Wir können auftreten, als ginge es um die Meisterschaft“, dachte er laut. Oben mitspielen, das wäre es ja wohl. Doch nach den ersten Begegnungen hatte der harte Konkurrenzkampf in der Liga die Luftschlösser wieder auf den Boden der Realität gezerrt. Zurzeit dürfte es eher darum gehen, mit allen Mittel – und Punkten – aus dem Keller in Richtung Play-off-Platz durchzustarten.

Uli Liebsch (Foto: Lewandowski)

Ob die Roosters die Play-Off-Offensive an diesem Wochenende einläuten können, wird sich zeigen. Am heutigen Samstag, 30. Oktober, steht die Bewährungsprobe Wolfsburg auf dem Programm. Nur knapp mussten sich die Iserlohner vor kurzem auf eigenem Eis den Wolfsburger Grizzly Adams geschlagen geben. Eine vermeidbare Niederlage. Das Team von Trainer Ulrich Liebsch drängt auf Revanche. Aus Wolfsburg hingegen tropft Häme. Dort wird auf ein „heißes Heimspiel“ hingewiesen – „heiß“ vor allem, weil es Heißgetränke zu Sonderpreisen geben soll.

EHC München heißt der Gegner am Montag, 1. November, auf heimischen Eis. Auch gegen den Eishockey-Club aus der bayerischen Hauptstadt hatten die Roosters in der noch jungen Saison bereits einmal den Kürzeren gezogen. Wiedergutmachung steht an – vor allem für die Iserlohner Fans. Die 3:5-Niederlage in München wurmt noch, zumal auch sie vermeidbar war.

Fantalk mit Wolf und Legace

Doch Ulrich Liebsch ist zuversichtlich. Ohne Schwächen zu kaschieren, weist er darauf hin, dass die Mannschaft alles geben wird. Es wurde hart trainiert. Jetzt geht es vorrangig darum, dass die Roosters wieder in ihren Rhythmus finden, der auch durch den Spielplan durcheinander geschüttelt worden war.

Seit Saisonbeginn halten die Iserlohner Roosters an einer alten Tradition fest. Es gibt den Fantalk in der Sportsbar. Am Montag werden sich nach dem Spiel gegen München der neue Goaly Manny Legace und Stürmer Michael Wolf den Fans-Fragen beziehungsweise denen vom Fan-Beauftragten Matthias Schlüter stellen.

Für Legace ist es eine Premiere, und auch Michael Wolf freut sich auf den direkten Kontakt. Ihm sei es wichtig, gerade in der aktuellen Situation mitteilen zu können, wie die Spieler sich fühlen und mit welchen Gedanken sie sich beschäftigen. Dass er und der Rest des Roosters-Teams alles dafür tun werden, dass diese Gedanken am Montagabend rosarot ausschauen, ist klar. Denn alle wissen: Es geht um die Wurst – Siege müssen her.