Roosters: Späte Versöhnung mit Fans

Iserlohn. (ab) Vor einer Woche – am Freitag, 28. März 2014, – konnte man in der Eissporthalle am Seilersee Tränen fließen sehen. Nach der 0:1-Pleite in Spiel sechs gegen die Hamburg Freezers war „das Abenteuer Viertelfinale“ für die Iserlohn Roosters beendet. Am Ende wurde es sogar noch richtig bitter. Neun Sekunden waren noch zu spielen, als das Schiedsrichter-Duo auf Penalty für den Iserlohner Eishockey-Club (IEC) entschied. Der 21-jährige Brooks Macek trat an und scheiterte an Ex-Rooster Dimitrij Kotschnew. Dieser besiegelte somit das Ausscheiden der Iserlohner.

Das Tischtuch schien zerschnitten

„Die Tränen sind getrocknet, der Stolz überwiegt“ hieß es schon 2008 auf einem Banner auf der Abschlussfeier, nachdem die Roosters damals im Viertelfinale in sieben Spielen an den Frankfurt Lions gescheitert waren.

Dieses Banner könnte man wohl jetzt, sechs Jahre später, wiederverwenden, auch wenn die Spielzeit 2013/2014 mit vielen Tiefpunkten gespickt war. Noch im Dezember schien das Tischtuch zwischen Fans und Mannschaft völlig zerschnitten zu sein. Fans kritisierten Spieler, Trainer und Vorstand, und diese kritisierten ebenso die Fans. Es waren unruhige Monate am Seilersee zwischen Oktober und Januar.

Ende Oktober musste Trainer Doug Mason gehen und der Iserlohner EC war am Tabellenende angekommen. Die Fans zeigten Geschäftsführung und Team eine lange Nase. Es kamen nur noch gut 3.000 Zuschauer zu den Heimspielen am Seilersee.

Die Fans hatten die Saison schon abgehakt und auch die Aussagen der Verantwortlichen glichen Durchhalteparolen, um nicht die Saison bereits im Dezember abschreiben zu müssen.

Doch nach dem Jahreswechsel wurden viele Kritiker eines Besseren belehrt. Jari Pasanen bekam mit Jamie Bartman einen Co-Trainer zur Seite gestellt, der es schaffte, die Defensive zu stabilisieren. Die Konsequenz: Es begann ein echter Siegeszug, der am 7. März mit Platz zehn und somit der Teilnahme an der 1. Playoff-Runde gekrönt wurde.

Dort wartete mit den roten Bullen aus München eine Mannschaft, die zu Beginn der Saison zu den Titelanwärtern zählte. Doch die Roosters setzten auch in dieser Serie ihren Siegeszug fort und konnten im entscheidenden dritten Spiel der Serie, begleitet von 400 Fans aus dem Sauerland, mit 4:1 triumphieren und somit ins Viertelfinale gegen die Hamburg Freezers einziehen.

In dieser Best-of-Seven-Serie gingen die Roosters sogar nach drei Spielen in Führung, ehe es der Hauptrundensieger aus Hamburg schaffte, an die Hauptrundenform anzuknüpfen und gegen die vom Verletzungspech geplagten Sauerländer die nötigen Siege einzufahren.

Eine Region steht hinter dem Club

Doch trotz der bitteren Niederlage ist der Stolz auf das Geleistete im Sauerland groß und auch wenn die Mannschaft sich erst spät in die Herzen der Fans spielte – sie schaffte es. Fünf ausverkaufte Heimspiele am Seilersee in Folge zeigen, wie sehr die ganze Region mit dem Iserlohner Eishockey-Club mitfieberte. Roosters-Manager Karsten Mende wird nun die kommenden Wochen nutzen, um zusammen mit Jari Pasanen am Team für die nächste Saison zu arbeiten, welches dann hoffentlich wieder die Begeisterung in der gesamten Region entfachen kann.