Schule, die satt macht

Schwester Leah und Gaby Kaiser beim Auspacken der Schuhspenden. (Foto: privat)

Iserlohn. (clau) Die Kenia-Reisenden sind zurück. Ihre Mission ist erfüllt. Voller neuer, gewaltiger Eindrücke von der so anderen Seite der Weltkugel kehrten Sophia und Hans-Georg Bergandt, Gaby Kaiser, Anne Westebbe und viele weitere Mitstreiter des Iserlohner Kenia-Teams aus der Aloysius-Kirchengemeinde heim.

Am 24. August 2011 war die Truppe schwer bepackt mit viel von der Fluggesellschaft gewährtem Freigepäck für zwei Wochen nach Afrika aufgebrochen. Ihr Ziel war das „Kibagare Good News Centre“ in Nairobi, das die Aloysius-Gemeinde bereits seit 1987 unterstützt.

Sophia Bergandt war zum sechsten Male dort, zuletzt 2007. Seit vielen Jahren hat sie sich die Kenianische Sache zur Herzensangelegenheit gemacht und fühlt sich mit Schwester Leah, die das „Kibagare Good News Centre“ seit 2002 umsichtig, unermüdlich und mutig leitet, im Geiste eng verbunden. Sophia Bergandt ist Mitbegründerin des Kenia-Teams und wirkt seitdem als Kontaktperson. „Die Hilfe und die Zusammenarbeit muss einfach ein Gesicht haben“, sagt sie.

Dürre treibt Preise hoch

Viel hat sich seit ihrem letzten Besuch in Nairobi verändert. Aus dem einstigen Kinderheim ist eine Schule geworden. Allerdings mussten einige große Baumaßnahmen mittlerweile ausgesetzt werden, denn auf Grund der derzeitigen großen Dürre stiegen die Lebensmittelpreise zum Teil um das Fünffache. „Etliche Plantagen sind verdorrt,“ sagt Sophia Bergandt. „Zucker gibt es fast gar nicht. Zucker ist kostbar wie Gold.“

Krasse Gegensätze

Das „Kibagare Good News Centre“ liegt am Rande eines Slums der Millionenstadt Nairobi. Allerdings grenzen hier auch gutbürgerliche, scharf bewachte bessere Wohnviertel mit Vorgärten und Buchsbaumhecken an. „Der Gegensatz ist krass“, berichtet Sophia Bergandt. „Und das Slumgebiet wächst. Seit meinem letzten Besuch 2007 hat es sich sicherlich um 40 Prozent weiter ausgedehnt.“

Einfach nur satt werden

Hier kommt das Essen vor dem ABC. Viele Kinder gehen zur Grundschule, um zunächst einmal satt zu werden. (Foto: privat)

Rund 520 Kinder gehen unter der Obhut von Schwester Leah im Centre zur Schule. In die dortige Grundschule, die „Primary School“, kommen viele Kinder zunächst einmal schlicht, um satt zu werden, denn hier gibt es eine Schulspeisung.

Die angeschlossene höhere Schule, die „Secondary School“, ermöglicht vor allem Mädchen einen Weg in eine selbstständige berufliche Zukunft und erspart vielen von ihnen so eine Ansteckung mit AIDS.

Immer samstags möchte Schwester Leah hier ein offenes Mittagessen für alle Kinder anbieten, die kommen. Rund 1500 Kinder stehen dann geduldig an und hoffen, etwas abzubekommen.

Die Spenden kommen an

Das Team aus Iserlohn konnte mit dem mitgebrachten Spendengeld vor Ort säckeweise Grundnahrungsmittel wie Getreide einkaufen und einlagern lassen. Außerdem hatten die Waldstädter Sachspenden dabei wie Schuhe, Brillen, Blusen, Kleidung und 1400 Bleistifte. Im Gottesdienst der Schulkinder konnten sie als Zeichen der Verbundenheit im Glauben eine von der Iserlohnerin Karin Dewald gestaltete Kerze überreichen, die nun eine lichte Brücke schlägt zwischen Iserlohn und Nairobi.

Zu Besuch im Slum

Gaby Kaiser, die zum ersten Mal mitgereist war, wurde geradezu überwältigt von ihren Eindrücken: „Wir sind mit Schwester Leah auch zu Fuß durch den Slum gegangen und haben die Menschen in ihren Hütten besucht. Viele davon sind piccobello! Die Menschen verstehen es, mit so wenig so zufrieden und so herzlich zu sein. Und die fröhlichen, lachenden Kinder – die vergisst man einfach nicht.“ Sofort – sagt sie – würde sie wieder nach Nairobi reisen wollen, wenn sie könnte.

Alle Hände voll Kinder! Sophia Bergandt, Gaby Kaiser und Anne Westebbe bei ihrem Besuch mitten im Slumgebiet. (Foto: privat)

Auch Sophia Bergandt hat eine Einsicht mitgebracht: „Viele Afrikaner denken nicht über die Zukunft in unserer Weise nach. Sie leben hier und jetzt und kümmern sich heute nicht schon um die Sorgen von morgen.“

So kann geholfen werden

Wer mehr über das Hilfsprojekt des Kenia-Teams erfahren möchte, kann sich jederzeit an Sophia Bergandt (Telefon 27604) oder Anne Westebbe (Telefon 28614) wenden.

Spendenkonto

Kath. Kirchengemeinde St. Aloysius Iserlohn
Bank für Kirche und Caritas Paderborn
Kontonummer 34280107
Bankleitzahl 47260307
Stichwort Kenia

Am Wochenende 1. und 2. Oktober 2011 werden in der St.-Aloysius-Gemeinde künstlerisch gestaltete Herbstkränze aus Naturmaterialien verkauft. Der Erlös geht über das Kindermissionswerk direkt an Schwester Leah. „Unsere Hilfe kommt an“, weiß Sophia Bergandt.