Hemer. Ein Feuer in der Wohnung, ein schwerer Verkehrsunfall, eine Fettexplosion, eine Rettungsaktion im Felsenmeer. All das sind Momente, die niemand als Betroffener erleben möchte. Geschieht es aber dennoch, erhofft sich jeder von den Rettungs- und Sicherheitskräften vollen Einsatz und die Fähigkeit, mit jeder Lage und Anforderung vor Ort zurecht zu kommen, um Menschenleben zu retten. Das aber gelingt nur mit regelmäßigem Training, steter, intensiver Aus- und Fortbildung.

Wie hart die Einsatzkräfte dafür arbeiten müssen, wie wichtig die Zuarbeit aller, auch der ehrenamtlichen Organisationen, ist, zeigen die Hemeraner Sicherheitstage am Samstag und Sonntag, 9. und 10. Juni, im Sauerlandpark allen Besuchern. Zwei Tage lang präsentieren sich über 30 Organisationen, Vereine, Unternehmen und Initiativen hautnah und zum Anfassen mit Mitmachaktionen, Infoständen und unzähligen zu erkundenden Einsatzfahrzeugen auf dem Blücherplatz rund um den Himmelsspiegel. Hinzu kommen Vorführungen, die Klein und Groß in ihren Bann ziehen werden.

Koordiniert, geplant und durchgeführt wird die Veranstaltung, an der rund 300 Einsatzkräfte beteiligt sein werden, von Andreas Schulte von der Feuerwehr Hemer und seinen Kollegen Thomas Averhage und Markus Dodt. 30 Organisationen – vom Deutschen Roten Kreuz bis zum Technischen Hilfswerk – und 14 Aussteller, dazu die Feuerwehren aus der Region, alle werden sich im Sauerlandpark präsentieren. „Wie löscht man eine brennende Fritteuse – mit Wasser oder einem speziellen Spray? Gießt man nur einen Liter Wasser auf das brennende Fett, entstehen 1.700 Liter Wasserdampf wie in einer Explosion mit einer Stichflamme. Wie man sich richtig verhält, werden wir bei den Sicherheitstagen erklären“, so Schulte.

Einsatzfahrzeuge erkunden

Deshalb ist jeder Einzelne, der Lust hat, die Arbeit von Polizei, Feuerwehr, DLRG oder vielen anderen kennen zu lernen, gern gesehen. „Viele kleine Jungs träumen davon, Feuerwehrmann zu werden, natürlich können sie bei uns zum ersten Mal ein echtes Einsatzfahrzeug erkunden“, verspricht Averhage.

Highlight der diesjährigen Sicherheitstage sind aus Besuchersicht sicherlich die ganztägigen Übungen des „Behandlungsplatzes 50 NRW“ (BHP) und des „Dekon-V und Dekon-P“ des Märkischen Kreises. Hinter diesen sehr theoretischen Begrifflichkeiten verbergen sich zwei ganz besondere Einheiten, deren glücklicherweise sehr seltenen Einsätze kaum jemand in Augenschein nehmen kann. „Wenn zum Beispiel ein LKW mit Salzsäure ganz nah an einer Bushaltestelle verunglückt, 20 Menschen in Mitleidenschaft gezogen werden, dann kann eine normale Feuerwehreinheit nicht helfen. Sie hat nicht die notwendige Ausrüstung, um die Verletzten zu dekontaminieren und einen Behandlungsplatz aufzubauen, wo so viele Verletzte erstversorgt werden können. Diese speziellen Einheiten können es“, erklärt Markus Dodt.

An den Sicherheitstagen beteiligen sich unter anderem die Rettungshundestaffel der Feuerwehr Iserlohn, die Werksfeuerwehr Hexion, die Übungen mit Gefahrgütern zeigen wird, die Jugendfeuerwehr Hemer, die über Gefahren im Haushalt informieren soll, und die Feuerwehr Hemer, die eine Übung mit der Drehleiter geplant hat.