So schmeckt der Herbst in Iserlohn

Iserlohn. (as) Herbstfeste gibt es zuhauf. Ebenso Kartoffelfeste, Wein- oder Martinifeiern. „Nein“, sagt Beate Evers in ihrer Funktion als Geschäftsführerin des Iserlohner City-Managements. „Wir wollten etwas Eigenes, etwas Unverwechselbares machen.“ So sind sie entstanden, die ersten Iserlohner Henkelmann-Tage.

Gefeiert werden sie von Freitag bis Sonntag, 6. bis 8. November 2015. Vier Gastronomen servieren in herbstlich geschmückten Zelten auf dem Marktplatz deftige Eintöpfe und feine Süppchen. Eben alles, was einst auch im Henkelmann Platz gefunden hätte. Und damit alles, was Leib und Seele auch an kühlen Herbsttagen wärmen kann.

Gesucht wurde ursprünglich eine Veranstaltung, die dem verkaufsoffenen Sonntag am 8. November ein Motto und ein neues Flair verleihen kann. „Wir hätten es uns leicht machen und einfach einen Schaufenster-Wettbewerb ins Leben rufen können“, sagt Beate Evers. Aber es sich leicht zu machen, ist nicht ihr Ding. „Wir wollten zeigen, dass wir als City-Management eine neue Veranstaltung stemmen können“, sagt Beate Evers. Sie haben es gezeigt. Die neue Veranstaltung verspricht herbstlich-deftige Schlemmereien und musikalischen Genuss in der Innenstadt.

Und weil es viel zu schade gewesen wäre, nur für einen Tag zu planen, sind aus dem neuen Motto für einen verkaufsoffenen Sonntag die Iserlohner Henkelmann-Tage geworden. „Wenn wir den Erfolg erzielen, den wir uns wünschen, ist eine Wiederholung der Henkelmann-Tage möglich“, sagt Beate Evers.

„Die Iserlohner Henkelmann-Tage sind auch eine Reminiszenz an den Henkelmann, den ältesten Jazzclubs Deutschlands“, sagt Martin Bußkamp. Als Leiter des Stadtmarketings hat er die Entstehung der Henkelmann-Tage begleitet und gefördert. Und er musste erleben, wie sich seine Kollegin Beate Evers in ihrer Funktion als Geschäftsführerin des City-Management-Vereins in einem Punkt die Zähne ausgebissen hat.

„Ich wollte ein paar hundert Henkelmänner organisieren, damit die Gerichte auch stilecht hätten serviert werden können“, sagt Beate Evers. Doch der Konjunktiv verrät, dass sie in diesem Punkt kein Glück hatte. „Ein Henkelmann ist einfach Kult“, sagt sie. Und deshalb sind die Aufwärm- und Essgeschirre teuer. Selbst bei einem bekannten Internet-Auktionshaus hätte sie pro Stück über zehn Euro zahlen sollen. „Viel zu teuer“, sagt sie.

Im Henkelmann genießen

So ganz ohne Henkelmann werden die Henkelmann-Tage dennoch nicht über die Bühne gehen. Wer möchte, darf seinen eigenen Essensbehälter mit zum Fest bringen. Der Eintopf oder das Süppchen werden gerne darin serviert.

Willkommen sind natürlich auch all diejenigen, die ihre Henkelmänner – gerne in großer Zahl – abgeben möchten. Sie sollten sich mit Beate Evers (Tel. 02371/ 217-1821) in Verbindung setzen.

Vier Gastronomen servieren bei den ersten Henkelmann-Tagen Köstliches aus dem großen Topf. Erbsensuppe, Grünkohl mit Mettwurst und Gulaschsuppe sind die Klassiker, aber auch ausgefallene Kreationen wie das Elsässer Kartoffelsüppchen oder das Tomatencremesüppchen mit Berner Körnerstange gehören zum Angebot. Wer auf Henkelmann-Spezialitäten keine Lust hat, kann immerhin bei Brat- und Currywurst zulangen.

Sogar etwas Süßes ist im Angebot. Beate Evers strahlt: Wer mag, kann aufgespießte Marshmallows im Feuertopf schmurgeln. Lecker.

Musiker sind als Walk-Acts unterwegs

Musik gibt’s bei den Henkelmann-Tagen. Aber keine Bühne. „Die Künstler sind quasi als Walk-Acts mit ihren Instrumenten von Zelt zu Zelt unterwegs. Die Künstler, das sind beispielsweise Stefan Janke, die Ruhrpott Gators, die Hot Corn Gamblers, Chris and the poor boys oder auch die Iserlohner Stadtmusikanten. Am Samstagabend ab 22 Uhr kann drinnen weiter gefeiert werden. Andy Schade und Bernd Graf haben Henkelmann-Tage-Late-Night-Konzerte im Nr. 9 Mühlentor und im Chapeau Claque auf die Beine gestellt.

Von Freitag bis Sonntag werden die Henkelmann-Tage in die Innenstadt locken. Musik und deftige Gerichte sind die Zutaten für das etwas andere Stadtfest. Ein Fest mit Herz. So schmeckt der Herbst – in Iserlohn.
Öffnungszeiten: Freitag und Samstag von 11 bis 22 Uhr, Sonntag von 11 bis 20 Uhr. Verkaufsoffener Sonntag: 13 bis 18 Uhr.