Spezialambulanz in Hemer: Gefühle in türkischer Muttersprache

Dr. Naciye Geyhan hat die erste Spezialambulanz für Frauen mit türkischen Migrationshintergrund in der LWL-Klinik Hemer eröffnet. (Foto: LWL/Nehm)

Hemer. (lwl) In der LWL-Klinik Hemer, besser bekannt als Hans-Prinzhorn-Klinik, gibt es jetzt eine psychiatrische Spezialambulanz für Frauen mit türkischem Migrationshintergrund. Es handelt sich um die erste derartige Ambulanz in ganz Deutschland. Sie wird von Oberärztin Dr. Naciye Geyhan geleitet.

Ziel ist eine bessere Versorgung von Frauen mit türkischem Migrationshintergrund in der Region. Behandelt werden beispielsweise Depressionen, Schizophrenien, Suchtprobleme, Demenz, Angst- und Zwangsstörungen sowie posttraumatische Belastungsstörungen.

Dr. Geyhan hat schon jetzt Termine für die nächsten Wochen vergeben, denn die Nachfrage ist groß: „Das neue Angebot spricht sich schnell rum“, sagt sie. „Der Bedarf an Therapieplätzen ist sehr hoch. Insbesondere Frauen mit türkischem Migrationshintergrund können sich oft niemandem anvertrauen und über ihre Probleme und Sorgen reden.“

Naciye Geyhan, die als deutsche Staatsbürgerin selbst einen türkischen Migrationshintergrund hat, weiß aus Erfahrung, dass insbesondere Frauen ihres Kulturkreises wiederholt den Wunsch äußern, von einer Therapeutin in ihrer Muttersprache behandelt zu werden, obwohl sie teilweise der deutschen Sprache mächtig sind. „Gefühle kann jeder Mensch am besten in seiner Muttersprache ausdrücken“, sagt die Oberärztin.

In Deutschland ist der Anteil von Menschen mit türkischem Migrationshintergrund mit Abstand der größte. Inzwischen wurden Frauenambulanzen, Migrationsambulanzen oder türkischsprachige Ambulanzen eröffnet aber keine Ambulanz, die speziell auf die Bedürfnisse der Frauen mit türkischem Migrationshintergrund ausgerichtet ist. Dr. Geyhan, die seit 2012 in der LWL-Klinik Hemer tätig ist, entwickelte das Konzept für die Ambulanz, da es viele Anfragen von Frauen mit türkischem Migrationshintergrund gab.

Kontakt: Terminvergabe unter Tel. 02372 / 861-0, Terminvergabezeiten sind montags bis freitags von 8.30 bis 15 Uhr, Sprechstunde ist jeden Mittwoch von 8.30 bis 15 Uhr.