Stadt Hemer startet „Ausbildungsattacke“

Doris Alexander

Doris Alexander, Fachdienstleiterin Personalmanagement, Personalrat Ralf Schubert (l.) und der Erste Beigeordnete Dr. Bernd Schulte erläuterten das neue Ausbildungskonzept, mit dem die Stadt Hemer sich als attraktiver Ausbilder und Arbeitgeber beweisen wi

Hemer. (clau) Eine Ausbildung bei der Stadt Hemer, deren Mitarbeiterstab schon jetzt zu 42 Prozent über 50 ist, soll für junge Menschen deutlich attraktiver gemacht werden. „Es wird höchste Zeit, auf die Altersfluktuation zu reagieren, um die hohe Qualität in der Kernverwaltung zu sichern“, sagt dazu Bürgermeister Michael Heilmann.
Die Stadt will nun in Zeiten des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels im immer härter werdenden Wettbewerb um Nachwuchskräfte punkten. Der erste Beigeordnete Dr. Bernd Schulte, der seit dem 1. August organisatorisch für den Personalbereich zuständig ist, hat dem Thema sogleich Top-Priorität beigemessen und massive Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung ergriffen.
„Wir haben festgestellt, dass wir in der Vergangenheit mit Mitarbeitern, die wir selbst ausgebildet haben, exzellente Erfahrungen gemacht haben“, sagt er. „Alle sind schnell mit Führungspositionen betraut worden.“ Der Fachdienst Personalmanagement und der Personalrat ziehen mit am Strang. Die Stadt Hemer schreibt nun im September sechs Ausbildungsstellen aus, vier im Bereich des Dualen Studiums, eine für einen Brandmeisteranwärter und eine für einen zukünftigen Fachinformatiker. Früher oder später wird es aber auch in den städtischen Kindergärten Engpässe geben. Mit externen Stellenausschreibungen hat die Stadt Hemer ernüchternde Erfahrungen gemacht und bläst deshalb nun zur „Ausbildungsattacke“.
Etliche Pluspunkte
Neben deutlich besserer Vergütung sollen die jungen Bewerber überzeugt werden durch eine Übernahmegarantie und die Aussicht auf ein Beamtenverhältnis auf Lebenszeit, sofern sie angemessene Leistungen erbringen. Weiter locken eine erhebliche Förderung bei der Fortbildung wie Studienstipendien oder die Ermöglichung von Auslandssemestern sowie regelmäßige Exkursionen. Im Gegenzug soll sich der Nachwuchs für eine gewisse Zeit vertraglich an die Stadt Hemer binden.