Stadtnah, modern, nachhaltig – CDU und SPD präsentieren neue Wohnprojekte

Ortstermin im Reuter-Berufskolleg. Auch hier können bald Wohnungen entstehen. Das Foto zeigt (v.l.) Peter Leye, Anja Ihme, Volker Keitmann (alle SPD), Michael Schmitt, Ilona Höche und Fabian Tigges (alle CDU). (Foto: as)

Iserlohn. (as) Nichts gegen ein Häuschen im Grünen, genau dort, wo sich, wie man so schön sagt, Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Doch der Wohnungsmangel in Iserlohn erfordert andere Konzepte. Zwei mögliche Standorte für ein innenstadtnahes, modernes und nachhaltiges Wohnen stellten jetzt Vertreter von SPD- und CDU-Fraktion im Rat der Stadt Iserlohn vor. Im Bereich Hansaallee/Teutoburger Straße/Pütterstraße, dort, wo die Fabrikationsgebäude von Hänsel Textil stehen und das Theodor-Reuter-Berufskolleg untergebracht ist, und auf dem großen Gelände der ehemaligen Bernhard-Hülsmann-Kaserne könnte neuer Wohnraum entstehen. Die Politiker denken an kleine Wohnungen für Singles, Studenten oder Senioren, große Wohnungen für Familien, Wohnungen für Wohngemeinschaften, Eigentumswohnungen, aber auch öffentlich geförderte günstige Wohnungen.

Treffpunkt Theodor-Reuter-Berufskolleg. Es ist quasi ein Ortstermin. Peter Leye, SPD-Fraktionsvorsitzender im Rat der Stadt Iserlohn, schaut sich wehmütig um. „Es ist schade, dass das Land diese Schulform aufgibt“, sagt er. „Wir wollten hier investieren.“ Wir, damit meint Peter Leye die Stadt Iserlohn, der das Gebäude gehört. Die Mittel für eine umfangreiche Sanierung hatten die Politiker bereits bewilligt. Dann aber kam das Aus. Als schließlich noch das Gelände von Hänsel Textil zum Verkauf stand, begannen die Gedankenspiele. Der neu gegründete Arbeitskreis Bauen und Wohnen unter der Leitung von Anja Ihme schaute genauer hin.

Auch in der CDU-Fraktion beschäftigt man sich intensiv mit der Wohnraumsituation in Iserlohn. „Wir haben uns die Frage gestellt: Wie reagiert Iserlohn als eine der größten Städte Südwestfalens auf die demographische Entwicklung?“, sagt Fraktionsvorsitzender Fabian Tigges. Mehr als 1.100 Wohnungen werden bis zum Jahr 2030 benötigt. Davon geht sein Stellvertreter Michael Schmitt aus.
Nach umfangreichen Diskussionen formulierten die Vertreter der beiden großen Fraktionen im Iserlohner Stadtrat zwei Anträge an den Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung, der am 6. März wieder tagt: Die Verwaltung möge, erstens, das Gelände der ehemaligen Firma Hänsel Textil und, zweitens, das Gelände und die angrenzenden Freiflächen der ehemaligen Bernhard-Hülsmann-Kaserne „hinsichtlich einer bedarfsgerechten Wohnbebauung“ entwickeln. Die „Stadt-Projekt“, eine Tochter von Stadt Iserlohn beziehungsweise der Iserlohner Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft, sei mit den Planungen zu beauftragen.

Noch ist nichts entschieden, aber Gedankenspiele gibt es reichlich. Die Firmengebäude von Hänsel Textil müssten abgerissen werden. Das gleiche Schicksal dürfte wohl auch einigen Gebäudeteilen des Berufskollegs blühen. Die sechs IGW-Gebäude mit ihren mehr als 30 Wohnungen, die sich ebenfalls auf der Fläche befinden, blieben von solchen Maßnahmen natürlich unberührt. Innenstadtnah möchten die Parlamentarier hier eine neue Heimat für Singles, Senioren und Familien bieten. Neue Wohnformen können getestet werden. Nur eines steht fest: „Mir setzen auf Heterogenität“, sagt Anja Ihme. „Wir möchten schließlich keine Bezirke schaffen, in denen wir anschließend Quartiersnachsorge betreiben müssen.“
Bei der Entwicklung des Quartierts an der Bernhard-Hülsmann-Kaserne haben sich die Fraktionen schon auf einen Arbeitstitel geeinigt: Rosenviertel. Michael Schmitt spricht von einer Art Gartenstadt. Auf dem großen Gelände wäre Platz für Ein- und Mehrfamilienhäuser, aber auch für viel Grün und Wasserflächen. „Wir rechnen mit bis zu 800 Wohneinheiten“, sagt Michael Schmitt. Charmant sei darüber hinaus, dass das große Gelände nach und nach in vielen Bauabschnitten geplant und realisiert werden könne. Neue Mobilitätskonzepte könnten hier verwirklicht werden. Eine Anbindung des neuen Rosenviertels sei über den Hellweg möglich. Die Straße sei bereits vorhanden.

Solche Projekte sind natürlich nicht von heute auf morgen zu realisieren. Bis 2030, davon geht man aus, „wird uns das beschäftigen“.
Eine Stadt entwickelt sich. Aus Fehlern, die vielleicht in anderen Städten gemacht worden seinen, möchte man lernen. Peter Leye: „Wir können das. Auch wir sind Profis.“

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