Staupe ist wieder auf dem Vormarsch

Diese beiden Racker sind gegen Staupe geimpft und daher geschützt gegen die wieder vermehrt festgestellte Viruserkrankung. (Foto: Dieter Sinn/Märkischer Kreis)

Iserlohn/Hemer. (pmk) Hundebesitzer sollten ihre Vierbeiner dringend gegen Staupe impfen lassen, falls dies noch nicht geschehen ist. Die Virus­erkrankung ist auch im Märkischen Kreis in diesem Jahr bei erlegten oder tot aufgefundenen Füchsen wieder vermehrt festgestellt worden. Das teilt der Fachdienst Verbraucherschutz und Veterinärwesen mit. Kreisveterinär Dr. Dieter Sinn: „Die Viruserkrankung galt vor der Einführung der Impfung, etwa im Jahr 1960, als eine der häufigsten tödlichen Erkrankungen bei Hunden. Durch die Impfung der in Deutschland heimischen Tiere wurde die Krankheit zurückgedrängt und geriet weitgehend in Vergessenheit.“

In den vergangenen Jahren berichteten Tierärzte wieder über vermehrte Staupefälle in Deutschland. Als Ursache wird eine Impfmüdigkeit der Hundebesitzer oder die generelle Ablehnung von Impfungen angesehen. Auch ein Zusammenhang mit dem vermehrten Import von Hunden aus Ländern mit geringer Impfrate wird vermutet. Die Staupe ist eine hoch ansteckende Infektionskrankheit für Hunde und andere heimische Fleischfresser wie Fuchs, Wolf, Dachs, Frettchen, Nerz, Wiesel, Waschbär und Seehund. Dr. Dieter Sinn: „In Erinnerung ist vielleicht noch die große Staupeepidemie unter Seehunden 1988, bei der bis zu 20.000 Tiere verendet sind.“

Die Krankheitserscheinungen sind sehr vielfältig. Je nach befallenem Organsystem können Durchfall und Erbrechen oder Atemwegssymptome auftreten. Im weiteren Verlauf kann es zu einer Schädigung des Gehirns mit zentralnervösen Erscheinungen kommen. In den meisten Fällen endet eine Erkrankung tödlich. Der Kreisveterinär rät Hundebesitzern dringend, den Impfschutz ihrer Tiere zu überprüfen und gegebenenfalls aufzufrischen.