„Stiftung Ev. Kantorei“

Iserlohn. (Clau) „Musik ist imstande, die seelische Haltung des Menschen zu beeinflussen. Daher muss die Jugend ihr zugeführt und in ihr unterrichtet werden.“ – Was der griechische Philosoph Aristoteles schon vor Jahrtausenden wusste, muss die moderne Wissenschaft erst wieder neu entdecken. Aktuelle Studien belegen die förderlichen Einflüsse des Musizierens auf die Ausbildung des Gehirns bei Heranwachsenden – und machen damit Schlagzeilen, die Eltern und Pädagogen aufhorchen lassen.

Die evangelische Kantorei Iserlohn, die seit November 2001 unter der engagierten Führung des Ehepaares Ute und Hanns-Peter Springer steht, blickt auf eine 56-jährige Tradition zurück. Sie hat sich längst zu einem Markenzeichen in der kulturellen Landschaft Iserlohns entwickelt.

Rund 200 Mitglieder

Rund zweihundert Menschen führt sie derzeit musikalisch zusammen. Von den kleinsten „Marienkäfern“, über die „Maxis“, den jungen Chor „5nach5“ bis hin zur 2008 gegründeten „Seniorenkantorei“ reicht die Palette der Sänger und Sängerinnen. Sie gestalten gemeinsam generationsübergreifende Konzerte und Großveranstaltungen. Hinzu kommen Orgel-, Kammermusik- und Ensemblekonzerte. Die Mitglieder der Kantorei tragen in jährlich 70 Auftritten ihre musikalische, menschliche und christliche Botschaft in die Welt. Regelmäßige Freizeiten und Reisen schlagen dabei Brücken von Mensch zu Mensch und von Land zu Land.

Mehr als nur Musik

Hier geht es um Musik in erster Linie. „Ganz nebenbei“ werden aber intellektuelle, soziale und kommunikative Kompetenzen gepflegt, wird Gemeinschaft gestärkt, Selbstvertrauen gegründet, Freude empfunden und Stolz entwickelt.

„In der Musik hat Gott den Menschen die Erinnerung an das verlorene Paradies hinterlassen“, sagte einst Hildegard von Bingen. Die Stiftung der Kantorei Iserlohn zitiert die mittelalterliche Mystikerin bewusst in ihrer neu erschienenen Broschüre.

Sinn der Stiftung

Die Stiftung wurde 2010 ins Leben gerufen, um die Finanzierung der Kantorei in Zeiten immer schmaler werdender Geldmittel zu gewährleisten. Mit 10.000 Euro ging sie an den Start. Mittlerweile sind rund 60.000 Euro zusammengekommen. Drei Jahre lang soll das Geld nicht angetastet werden, sondern ruhen und arbeiten. Langzeitziel ist es, eine Million als Einlage zu erreichen, deren Zinsen dann die Arbeit der Kantorei sichern könnten.

Immer mehr Privatleute und Unternehmen in der Waldstadt schließen sich diesem musikalischen Projekt an.

Eine wahre Schneise

Zuletzt hat die Unternehmerin Fritzi Bimberg-Nolte (Autohäuser Gebrüder Nolte) eine wahre Schneise für die Stiftung geschlagen. Anlässlich ihres 60-jährigen Firmenjubiläums und ihres 80. Geburtstages hatte sie um Zuwendungen für die Kantorei gebeten. Der Stiftungsratsvorsitzende Pfarrer Peter Stuberg und Kantor Hanns-Peter Springer konnten am Dienstag aus ihrer Hand einen symbolischen Scheck über 7.680 Euro entgegennehmen.

„Es war der Traum meines Lebens, Geige zu spielen“, erzählt Fritzi Bimberg-Nolte. „Lernen durfte ich dann nur Klavier, weil schon eins im Hause war.“ Die Firmenchefin fühlt sich der Kantorei als Musikerin, Zuhörerin, Gottesdienstbesucherin und durch Tochter und Enkelkinder als begeisterte Mitglieder der Kantorei seit vielen Jahrzehnten dankbar verbunden.

Kantorei bedeutet ihr Musik, aber auch Verkündigung. „Das Kirchenlied ,Ich singe dir mit Herz und Mund‘ haben wir umgesetzt“, so sieht sie ihre Spende.

Benefizkonzert im November

Am 15. November 2011 wird die Kantorei um 19.30 Uhr im Honda-Autohaus in Hemer-Westig ein teilweise geistliches Benefizkonzert geben.

Wer die Stiftung unterstützen möchte, kann jederzeit Kontakt mit Kantor Hanns-Peter Springer aufnehmen unter Tel. 0 23 71 / 1 32 91. Das Stiftungskonto lautet: Ev. Kirchenkreis Iserlohn, KD-Bank, BLZ 350 601 90, Konto-Nummer 2001169052, Vermerk „Stiftung Ev. Kantorei Iserlohn“.