Streifzüge durch die Iserlohner Stadtgeschichte

Iserlohn im Spiegel der Zeiten: Diese Postkarte von circa 1935 zeigt einen Blick auf die Oberste Stadtkirche und die Städtische Badeanstalt. (Foto: Stadtarchiv Iserlohn)

Iserlohn. (ego) Seit den 1930 Jahren wird die Verleihung der Stadtrechte für Iserlohn auf die Zeit um 1235/40 datiert. Nach den beiden Feiern 1937 und 1987 begeht Iserlohn 2012 die 775-Jahrfeier. Aus diesem Anlass bietet das Stadtarchiv in einer zweiteiligen Veranstaltungsreihe „Steifzüge durch die Stadtgeschichte“ an. Im ersten Teil der Reihe wird neben der Stadtgründung die wirtschaftliche Bedeutung und die städtebauliche Entwicklung Iserlohns sowie die 700-Jahrfeier im Jahr 1937 thematisiert. Der für das zweite Halbjahr 2012 geplante zweite Teil der Veranstaltungsreihe wird sich spezielleren Einzelthemen aus der Stadtgeschichte widmen und an verschiedenen, jeweils passenden Veranstaltungsorten stattfinden.

Alle Vorträge finden im Stadtarchiv Iserlohn in der „Alten Post“, Theodor-Heuss-Ring 5, statt.

  • Eintritt je Vortrag: 4 Euro
  • Ermäßigungsberechtigte: 2 Euro
  • Schüler und Studierende: frei

Kirchspiel, Burg und Stadt – Die drei Anfänge Iserlohns

Vortrag von Dr. Leopold Schütte, Münster, Montag, 12. März 2012, 18.30 Uhr

Die Entstehung der Siedlung „Lon“, später Iserlohn, spielt sich bis ins 13. Jahrhundert hinein weitgehend im Dunkel der Geschichte ab. Zeitlich gesicherte Quellen gibt es weder für die Entstehung und Ersterwähnung der ersten Siedlung im Läger-/Baarbachtal mit der „Bauernkirche“, noch für die Stadtwerdung mit der „Obersten Stadtkirche“. Auch für den für „Iser“lohn namengebenden Abbau und für die Verarbeitung von Eisen gibt es keine frühen Quellen. Somit kann es in einem Vortrag zur Vorzeit und Frühzeit der Stadt nur um eine Bestandsaufnahme der früher gewonnenen Kenntnisse gehen.

Iserlohn – Die Stadt der Kaufleute (17. bis 19. Jahrhundert)

Vortrag von Prof. Dr. Wilfried Reininghaus, Düsseldorf, Montag, 16. April 2012, 18.30 Uhr

Iserlohns Kaufleute eroberten seit dem späten 17. Jahrhundert die Messen und Märkte in Deutschland und Europa und exportierten die Waren ihrer Region bis nach Amerika. Rund 50 Handelskompanien bei 2500 Einwohnern um 1750 machten die Stadt nicht nur zu einem wichtigen Handelsplatz in Westfalen, sondern siedelten Betriebe und Unternehmen in Iserlohn und Umgebung an. Die Bedeutung und der Wohlstand Iserlohns ist mehr als zwei Jahrhunderte unmittelbar mit Kaufmannsfamilien wie Pütter, Ebbinghaus und Löbbecke verbunden. Der Referent wird die Vielfalt des Metallgewerbes in Iserlohn vor dem politischen Hintergrund skizzieren und und die gesellschaftliche Dominanz in Iserlohn vom 17. bis zum 19. Jahrhundert darstellen.

Die Stadtentwicklung Iserlohns – Von der dörflichen Siedlung des Mittelalters zur Industriestadt

Vortrag von Dr. Dr. Norbert Aleweld, Iserlohn, Montag, 7. Mai 2012, 18.30 Uhr

Nachdem Iserlohn um 1240 zur Stadt erhoben worden war, konnte der Mauerring der umwehrten Stadt über Zwischenstufen um 1300 geschlossen werden. Nachdem die einengenden Mauern im 18. und 19. Jahrhundert überbaut und für die industrielle Fertigung außerhalb der Stadtmauern neue Standorte erschlossen wurden, blieben das Straßennetz und die Siedlungsstruktur der umringten Stadt erhalten. Sie bilden noch im 21. Jahrhundert den Kern der heutigen Stadt.

Stadtsanierung und Denkmalschutz in Iserlohn – Entwicklungen und Probleme seit den 1960er Jahren

Vortrag von Dr. David Gropp, Münster, Montag, 21. Mai 2012, 18.30 Uhr

Obwohl oder weil Iserlohn nahezu unzerstört den 2. Weltkrieg überstanden hat, wuchs der Veränderungsdruck auf die überkommene Innenstadt. Moderne Ansprüche an die Wohn- und Arbeitsverhältnisse sowie Mobilität forderten die entsprechende Infrastruktur. Seit den frühen 1960er und in den 1970er Jahren wurde auch Iserlohn grundlegend verändert und den neuen Gegebenheiten angepasst. 1980 folgte unter anderem als Reaktion auf die extremen Veränderungen in den Städten das Denkmalschutzgesetz in Nordrhein-Westfalen. Der Referent möchte die Entwicklung und die Auswirkungen der Stadtsanierung dieser Zeit auf die Altstadt von Iserlohn aufzeigen.

Das Stadtjubiläum 1937

Vortrag von Götz Bettge, Iserlohn, Montag, 4. Juni 2012, 18.30 Uhr

Vor 75 Jahren, im Juli 1937, feierte die Stadt Iserlohn das erste Stadtjubiläum ihrer Geschichte. Das Jubiläum war Anlass, sich erstmals gründlich mit der Geschichte der Stadt auseinander zu setzen: 1937 erschien der erste Band der Stadtgeschichte von Wilhelm Schulte. Schließlich wurde mit dem „Haus der Heimat“ im ehemaligen Zeughaus erstmals ein stadtgeschichtliches Museum – allerdings mit starker NS-ideologischer Ausrichtung – eingerichtet. Höhepunkt der Festwochen war der historische Umzug, der sogar im Film festgehalten wurde. Das Jubiläum wurde, so hieß es im Abschlussbericht, „in engster Fühlungsnahme mit der NSDAP durchgeführt“. Der Vortrag von Götz Bettge wird von zeitgenössischen Filmausschnitten begleitet.