„Stütze“ für Leben im sonnigen Süden

Iserlohn. Der Bereich Wirtschaftsdelikte der Stadt Iserlohn hat erneut einen eklatanten Fall von Sozialleistungsmissbrauch aufgedeckt: Die städtischen Fahnder nahmen Ermittlungen auf, nachdem der Bereich Soziales misstrauisch geworden war, weil Rechnungen eines Leistungsempfängers für ein spanisches Krankenhaus erstattet werden sollten.

Der langjährige Leistungsbezieher hatte sich allerdings nur „pro forma“ in einer Einzimmerwohnung bei Bekannten in Iserlohn angemeldet. Tatsächlich wohnte er seit mindestens 2007 ständig bei Verwandten im „sonnigen Süden“. Die von ihm ungerechtfertigt bezogenen Sozialleistungen ergeben die stolze Summe von 28.000 Euro. Das Geld wird nun zurückgefordert. Darüber hinaus wird der Leistungsbetrug ein gerichtliches Nachspiel haben.

Weitere Schäden für die Allgemeinheit deckten die Rathausermittler in einer gemeinsamen nächtlichen Aktion mit dem Jobcenter MK bei Personenkontrollen im gesamten Stadtgebiet auf.

Dabei wurden sieben bordellähnliche Betriebe, zwei Gaststätten und ein Schnellrestaurant kontrolliert. Der Einsatz zur nachtschlafenden Zeit war nicht vergeblich. So wurden im Rotlichtmilieu drei Damen angetroffen, die Sozialleistungen bezogen, jedoch „vergessen“ hatten, ihre Nebeneinkommen dem Leistungsträger anzuzeigen. Zwei der selbstständigen Prostituierten aus Osteuropa hatten kein entsprechendes Gewerbe angemeldet. Da dies eine Form von Schwarzarbeit darstellt, wurden Bußgeldverfahren eingeleitet.

Ein weiterer später Erfolg der Aktion war gegen 0.30 Uhr das Antreffen eines Mannes, dem die Ermittler bislang ergebnislos auf der Spur waren. Er bezog bereits seit mehreren Jahren Sozialleistungen vom Jobcenter MK und arbeitet seit zirka eineinhalb Jahren als Reinigungskraft ausschließlich in den Nachtstunden. Auf ihn wartet jetzt ebenfalls ein Ermittlungsverfahren wegen Betrugsverdachts. Insgesamt überprüften die Ermittler bei der Aktion dreißig Personen.

Mit regelmäßigen Kontrollen gegen Schwarzarbeit und Leistungsmissbrauch, auch außerhalb der üblichen Dienstzeiten, muss weiterhin gerechnet werden!