Theaterpremiere in Iserlohn: „Wunschkinder“

Wunschkinder c Bjoern Kommerell und Dirk Heidinger
Dieses Ensemble reißt mit. Claudia Wenzel, Martin Lindow und Katharina Heyer (v.l.) spielen in dem Stück „Wunschkinder“. (Foto: Bjoern Kommerell und Dirk Heidinger)

Iserlohn. „Wunschkinder“, das neue Stück von Lutz Hübner und Sarah Nemitz, feiert Premiere im Parktheater Iserlohn. Der Vorhang im Parktheater öffnet sich für das neue Stück am Freitag, 7. Dezember, um 20 Uhr.

„Wunschkinder“ ist die Fortsetzung des Theaterhits „Frau Müller muss weg“. Lutz Hübner, meistgespielter Gegenwartsdramatiker auf deutschen Bühnen und Preisträger des Inthega-Vorstands 2014, und Sarah Nemitz beschäftigen sich sich diesmal mit größeren Kindern und entsprechend größeren Problemen. Von der ersten Szene an funktioniert der „Hübner-Nemitz“-Effekt – pointierte Dialoge, vielschichtige Rollen, genaue Recherche.

Die Premiere der genau beobachteten und süffisant zugespitzten Konflikte und Küchentisch-Themen ist der Inszenierung des Euro-Studios Landgraf am Freitag, 7. Dezember, um 20 Uhr im Parktheater Iserlohn zu erleben. Um 19.30 Uhr findet eine kostenlose Einführung mit Gunther Kingreen statt. Motto des Abends: Eltern werden ist nicht schwer, Eltern sein…

Warum sind aus den süßen Sprösslingen so antriebslose Null-Bock-Erwachsene geworden, die nicht wissen wollen, wie es in ihrem Leben weitergehen soll? Nach zwei Minuten ist der Zuschauer mitten im Grundkonflikt, erkennt die Alltagsrealität, die echten Dialoge, die von den Schauspielern bühnenwirksam umgesetzt werden. Das ist auch der Verdienst des mitreißend aufspielenden Ensembles um Martin Lindow, Claudia Wenzel und Katharina Heyer.

Plötzlich schwanger

Bettine und Gerd haben ein Problem: Ihr Sohn Marc, der vor ein paar Monaten mit Ach und Krach sein Abi geschafft hat, hängt seitdem zu Hause rum – und das natürlich inklusive Wäschewasch-Service in elterlicher Vollpension. Keine Initiative, kein Plan in Sicht. Nichts. Das treibt besonders Vater Gerd zur Weißglut, der als leitender Bauingenieur ei-nes internationalen Konzerns lösungsorientiertes Handeln gewöhnt ist. Aber dann lernt Marc Selma kennen, die in puncto Zielstrebigkeit sein genaues Gegenteil ist: Sie holt an der Abendschule gerade ihr Abi nach, hat zwei Jobs und kümmert sich auch noch um ihre psychisch labile Mutter Heidrun. Aus den beiden ungleichen 19-Jährigen wird ein Liebespaar. Und endlich scheint es auch aufwärts zu gehen mit Marcs Antriebskraft. Doch dann ist Selma plötzlich schwanger. Sofort startet Bettines und Gerds Fürsorge-Wahn. Sie machen sich an die Zukunftsplanung für Sohn und Enkelkind in spe. Dafür sind Eltern ja schließlich da. Nur Selma und Marc hat noch niemand gefragt.