Thermografien mit städtischem Zuschuss

Iserlohn. Manche Schwachstellen ihrer Eigenheime können Eigentümer im Winter mit bloßem Auge erkennen. Am Dach zum Beispiel: Schmilzt Schnee darauf sofort oder trocknen manche Abschnitte nach einem Regen besonders schnell, fehlt eine gute Dämmung. Andere Problemstellen aber, an denen ebenfalls Heizungswärme verloren geht, müssen erst sichtbar gemacht werden. Hilfe bei der Suche nach diesen Schwachpunkten und sinnvollen Gegenmaßnahmen bietet die Verbraucherzentrale NRW mit dem speziellen Winterpaket, das es in Iserlohn bereits zum fünften Mal gibt, an. Es besteht aus sogenannten Thermografien, also Wärmebildern, und einer Energieberatung. Für die ersten Interessierten in 2017 ermöglicht die Stadt Iserlohn dieses Angebot zu einem vergünstigten Preis.
Wärmebilder sind wie Röntgenaufnahmen
„Wärmebilder haben für uns eine ähnliche Funktion wie Röntgenbilder in der Medizin“, sagt Energieberater Martin Wulf. „Sie zeigen uns etwas, das dem bloßen Auge verborgen bleibt, nämlich die Temperaturen von Oberflächen“, fügt Thermograf Klaus Sauer hinzu. Eine weitere Gemeinsamkeit: Ohne das passende Know-how sind weder Röntgen- noch Wärmebilder zuverlässig zu deuten. Fachleute hingegen stellen mit ihrer Hilfe wichtige Diagnosen zu Knochenbrüchen oder Wärmebrücken. Auf Basis des Befunds entsteht schließlich ein individueller Therapieplan. „Für das Eigenheim stellen wir einen Sanierungsfahrplan auf, der die Wünsche und finanziellen Möglichkeiten des Haushalts einbezieht“, sagt Dipl.-Ing. Martin Wulf.
Damit die Bilder als Beratungsgrundlage pünktlich vorliegen, macht zunächst der Thermograf in einer kalten Nacht Außenaufnahmen des Gebäudes. Die Bewohnerinnen und Bewohner bekommen davon in der Regel gar nichts mit, es sei denn, sie wollen ausdrücklich dabei sein. Sind die Bilder fertig, folgt ein ausführlicher, 90-minütiger Vor-Ort-Termin zur Energieberatung. „Ich schaue mir die Wärmebilder vorher in Ruhe an und kann erste Schwachstellen so schon erkennen, bevor ich überhaupt am Gebäude angekommen bin“, erklärt der Energieexperte der Verbraucherzentrale. Zusammen mit seinen Eindrücken vor Ort bilden die Thermografien eine solide Grundlage für individuelle Modernisierungstipps. Gleichzeitig machen die Bilder die Probleme anschaulich. „Es hilft vielen, wenn sie mit eigenen Augen sehen, wie zum Beispiel ihr ungedämmter Rollladenkasten auf dem Wärmebild knallrot leuchtet“, berichtet Thermograf Klaus Sauer aus seiner langjährigen Erfahrung. „Das Thema Energieverluste wirkt dann weniger abstrakt und ist auch für Nicht-Fachleute wie mich einfacher nachzuvollziehen“, erklärt Beratungsstellenleiterin Astrid Lindner.
Die Thermografie-Aktion findet im Rahmen des Projekts Energiewende der Verbraucherzentrale NRW statt und wird von der Europäischen Union, dem Land Nord­rhein-Westfalen und der Stadt Iserlohn gefördert. Der Gesamtpreis liegt bei 190 Euro, wovon 60 Euro der Anteil für die Energieberatung sind. Diesen Anteil übernimmt für die ersten 20 Anmeldungen in diesem Jahr die Stadt Iserlohn. Die Bürgerinnen und Bürger zahlen somit nur 130 Euro.
„Nach den tollen Ergebnissen der Quartiersberatungsaktionen in den letzten beiden Jahren, haben wir uns als Stadt Iserlohn dazu entschlossen, uns auch an der Thermografieaktion zu beteiligen“, sagt Ulrike Badziura, Leiterin der Abteilung Umwelt und Klimaschutz.
Ein kleines Jubiläum
Die Thermografie-Aktion ist nicht neu, sondern gehört eher zu den Dauerbrennern der Energieberatung der Verbraucherzentrale in Iserlohn. Denn die Sonderaktion feiert mit der fünften Auflage bereits ein kleines Jubiläum. Neu hingegen ist aber die städtische Beteiligung, die es in diesem Jahr zum ersten Mal gibt.
„Wir möchten damit einen Anreiz für die Iserlohnerinnen und Iserlohner schaffen, sich aktiv mit dem Klimaschutz auseinander zu setzen und einen persönlichen Schritt dazu beizutragen, die kommunalen Klimaschutzziele zu erreichen“, sagt Klimaschutzmanager Stefan Marquardt.
Mehr Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es unter www.verbraucherzentrale.nrw/thermoaktion-iserlohn und unter 0211 / 33996555.