Tränen statt Freudenfeiern: Gut besuchtes Public Viewing bei Iserlohner Stadtwerken

Noch war die Stimmung in Ordnung. Noch herrschte Vorfreude. Doch 90 reguläre Spielminuten und eine unendlich scheinende Nachspielzeit zeigten die Gesichter eher ungläubiges Staunen. Deutschland war ausgeschieden.(Foto: A. Schneider)

Iserlohn. (as) Aus, Schluss, vorbei. Mehr als 1.500 Menschen kamen am Mittwochnachmittag auf das Gelände der Iserlohner Stadtwerke – voller Vorfreude und in allerbester Feierlaune. Am Ende jedoch blieben einige schwarz-rot-goldene Fähnchen liegen. Die 0:2-Niederlage des deutschen Teams gegen Südkorea schmerzte die Fanseelen.
Wie schmerzhaft so etwas ist, musste Rainer Großberndt von der Letmather Werbegemeinschaft erfahren. Ihn erwischte allerdings kein wortmalerischer Stachel, sondern ein Wespenstich in die Lippe. Gut, dass medizinischer Helfer vor Ort waren. „Alles okay“, stellte er schließlich fest. Nur die Lippe musste noch lange gekühlt werden.
Begeisterung sah anders aus. Wurde eingangs noch eifrig darüber diskutiert, ob man sich am Montag oder am Dienstag wieder beim Public Viewing auf dem Gelände der Stadtwerke treffen könnte, wurden diese Gespräche im Laufe des späten Nachmittags immer spärlicher.

Am Ende schließlich stand fest. Es wird kein Rudelgucken auf dem Hof des Heimatversorgers mehr geben. Jedenfalls nicht während dieser Weltmeisterschaften. Denn schon vor dem allerersten WM-Spiel hatten die Verantwortlichen entschieden, dass nur Spiele mit Beteiligung der deutschen Mannschaft übertragen werden sollten.
Das 0:2 war daher eine Abschiedsvorstellung. Keine Beteiligung mehr, also auch kein Rudelgucken. Dr. Klaus Weimer, Geschäftsführer der Stadtwerke Iserlohn, schaute auf sein Trikot. „Dann sehen wir uns eben wieder zur Europameisterschaft“, sagte er. Keine Frage: In zwei Jahren werden die Stadtwerke wieder ihr Gelände öffnen, um fußballverrückten Iserlohnern ein Gemeinschaftserlebnis zu bieten. Dann aber hoffentlich mit besserem Ausgang.