Ugur Ünal lässt sein Amt ruhen – Enttäuschung über Mitteilung des GfI-Restvorstands

Sein Herz schlägt für Iserlohn. Mit der Wählerinitiative „Gemeinsam für Iserlohn“ wollte er der Stadt mit vielen Mitstreitern neues Leben einhauchen

Sein Herz schlägt für Iserlohn. Mit der Wählerinitiative „Gemeinsam für Iserlohn“ wollte er der Stadt mit vielen Mitstreitern neues Leben einhauchen, Diskussionen anstoßen und sich um Dinge kümmern, die von der etablierten Politik so oft übersehen wird. J

Iserlohn. (as) Ugur Ünal ist enttäuscht. Von einer öffentlichen Mitteilung der Wählergemeinschaft „Gemeinsam für Iserlohn“ (GfI) musste er, der Gründer, durch Anrufe von Zeitungsredakteuren erfahren. Und das, obwohl sich die Mitteilung um ihn, und zwar ausschließlich um ihn rankt. In wohlgesetzten Worten ist darin zu lesen, dass Ugur Ünal, der erste Vorsitzende von „Gemeinsam für Iserlohn“ seine Vorstandsarbeit ab sofort ruhen lässt und dass er bei den nächsten Vorstandswahlen im kommenden Jahr höchstwahrscheinlich nicht kandidieren wird. „Das stimmt“, sagt der 36-Jährige.
In noch geschliffeneren Worten wird in der Mitteilung erklärt, wie es dazu gekommen ist. Von Kommunikationsfehlern und Missverständnissen ist darin die Rede. Der Vorstand um Ugur Ünal, so klingt es, habe erbittert um den Verbleib des Gründers gekämpft. Aber leider verloren. An die Öffentlichkeit sei der Restvorstand mit dieser Mitteilung gegangen, weil man „leider auf Gerüchte in den sozialen Netzwerken, insbesondere Facebook, reagieren“ müsse. Ugur Ünal stutzt: Einen GfI-Post, der sich kritisch mit dem Handeln des Vorstands Ugur Ünal gegenüber auseinandersetzt, habe er tatsächlich gesehen. Aber: „Kann man da von Gerüchten sprechen?“, fragt der „ruhende“ erste Vorsitzende. Muss man dann sofort die Öffentlichkeit suchen und in der Mitteilung immer wieder darauf herumreiten, dass er eine längere Zeit krank gewesen sei?
Wir waren Weggefährten
Und was ist tatsächlich geschehen, das ihn, den Gründer der Initiative, zum Rückzug aus der aktiven Arbeit bewogen hat? „Eine persönliche Auseinandersetzung möchte ich nicht in der Öffentlichkeit führen“, sagt er. Keine Namen nennen, niemanden abwatschen oder an den Pranger stellen. „Wir waren Weggefährten für die Iserlohner Sache“, sagt Ugur Ünal. „Deshalb möchte ich höchstens miteinander, aber nicht in den Zeitungen übereinander reden.“
Ugur Ünal war das Herz der Wählergemeinschaft GfI. Der unermüdliche Macher und Fels in der Brandung. Vieles hat er gemeinsam mit den Mitgliedern angestoßen. Einen Bücherschrank in der City, einen Bürgerstammtisch, die Kneipennacht. „Wir wollen – im positiven Sinn – die politische Kultur verändern, die Bürgerinnen und Bürger mitnehmen und mehr an politischen Prozessen beteiligen“, hat er einmal gesagt. Wenn Ideen, die in der Wählergemeinschaft geboren worden sind, plötzlich von anderen Parteien oder Fraktionen aufgegriffen worden sind, hat er sich niemals hingestellt, und darauf hingewiesen, dass die GfI und ihre Mitglieder Mütter oder Väter dieser Idee gewesen sind. Im Gegenteil: „Dass andere Parteien unsere Ideen übernehmen, macht uns sehr froh“, hat Ugur Ünal immer betont.
Keine Frage: Der Schritt, sein Vorstandsamt ruhen zu lassen, ist ihm nicht leicht gefallen. „Die GfI ist irgendwie auch mein Baby“, sagt der Ehemann und Vater zweier Kinder.
Und nun? Ugur Ünal zuckt mit den Schultern. Wird er Konsequenzen ziehen? „Bestimmt“, sagt er. Aber er hält sich auch an den Kodex, den er für die GfI mit aufgestellt hat: „Wir wollten immer miteinander und nicht übereinander sprechen.“ Aber auch er versteht sich auf sibyllinische Antworten: „Zu gegebener Zeit“, sagt er, „werde ich mich an die Öffentlichkeit wenden“.