Unterwegs durch die Iserlohner Stadtgeschichte

Iserlohn. (clau) „Die Menschen interessieren sich stark für die Geschichte ihrer Stadt – Hauptsache sie wird gut erzählt“, weiß Marlis Gorki vom Verkehrsverein Iserlohn aus langjähriger Erfahrung.

Dabei geht es bei den Stadtführungen des Verkehrsvereins durchaus nicht immer nur um Steinernes. Das beweist zum Beispiel die Tour, die Birgit Stübe am Donnerstag, 10. Oktober 2013, durch den herbstlichen Stadtwald leiten wird. Die „Kräuterhexe“ unter den Iserlohner Stadtführern startet um 17 Uhr am Parkplatz Alexanderhöhe/ Ecke Südstraße.

„Genna im Wandel der Zeit“ steht im Mittelpunkt einer Führung, die Brigitte Wiedkamp am Freitag, 18. Oktober 2013, anbietet. Sie holt ihre Gruppe um 17 Uhr am Letmather Bahnhofsgebäude ab.

Alte Dönekes erzählt das Oestricher Urgestein Friedhelm Siegismund am Samstag, 19. Oktober 2013, auf seiner Führung durch das Silberdorf. Man trifft sich um 14.30 Uhr an der Autobahnbrücke Kühlingstraße. Die Oberste Stadtkirche und ihre Schätze zeigt am gleichen Tag Edith Hohmann um 15 Uhr.

Über den Hauptfriedhof geht es am Samstag, 2. November 2013, mit Angela Plötz. Treffunkt ist um 15 Uhr am Eingang Oestricher Straße.

Im November kommt der Iserlohner Nachtwächter Stefan Köhler zum Einsatz: Am Mittwoch, 13., und Freitag, 29. November 2013, holt er seine Gruppe jeweils um 19 Uhr am Fritz-Kühn-Platz ab. Am Montag, 16. Dezember, führt er schon ab 17 Uhr mit Fackelschein und Musik durch das weihnachtliche Iserlohn.

Marlis Gorki (Verkehrsverein) macht seit über 25 Jahren Stadtführungen in Iserlohn. (Foto: Claudia Eckhoff)
Marlis Gorki (Verkehrsverein) macht seit über 25 Jahren Stadtführungen in Iserlohn. (Foto: Claudia Eckhoff)

Bei Gruppen stark gefragt

„Das ist aber nur ein Teil unserer Arbeit“, sagt Marlis Gorki. „Die Stadtführer sind auch individuell buchbar über die Stadtinformation. Geführte Touren werden unternommen von Gruppen unterschiedlichster Art. Schulklassen, Hausfrauenvereinigungen, Sportvereine oder Betriebe lassen sich gern Iserlohn einmal anders zeigen. Auch Klassentreffen oder große Familienfeste werden oft mit einer Stadtführung oder Stadtrundfahrt verbunden.“

Industriegeschichte, altes Handwerk, Gesundheitswesen, Frauen in der Stadtgeschichte, die Museen der Waldstadt, die südliche Innenstadt mit der legendären Hardtstraße, die NS-Zeit, der historische Hauptfriedhof, die Entwicklung des Gesundheitswesens – fast alles ist möglich auch über die Stadtgrenze hinaus.

Klassiker in der Altstadt

Beim Klassiker durch die Altstadt geht es eine Stunde lang entlang der alten Stadtmauer und der verschwundenen Stadttore. Oft entdecken die Teilnehmer dann erst, was sie im Alltag meist übersehen. Etwa den Fassadenreichtum, der oberhalb der Ladenlokale vom ersten Stockwerk aufwärts prangt. Oder die Info-Tafeln, die Gebäude mit historischer Bedeutung erläutern. Oder die Stelen, die mit Hilfe der heimischen Service-Clubs zum 775. Stadtjubiläum aufgestellt wurden und die an die alten Stadttore erinnern.

Touristen und Einheimische

Die 14-köpfige Stadtführertruppe mit deutlich weiblicher Überzahl ist viel unterwegs und stellt einen wichtigen touristischen Faktor dar. Viele auswärtige Gruppen, die in Iserlohn das Zentrum für Gerontotechnik besuchen wollen, buchen zusätzlich noch eine Stadterkundung.

Aber auch ältere Iserlohner, die keine Auto haben und schlecht rauskommen, genießen eine Busrundfahrt durchaus nicht nur durchs Grüne. „Es interessiert sie mitunter sehr zu sehen, wo und in welchen Sparten heute in Iserlohn das Geld verdient wird“, sagt Marlis Gorki. „Dann erkunden wir zum Beispiel das Industriegebiet Rombrock.“

Sie selbst unternimmt zudem noch regelmäßig Führungen für die VHS, bei denen sie sich den Iserlohner Straßennamen widmet. Am Dienstag, 22. Oktober, führt sie zusammen mit Manfred Dirkling und Erika Reichelt im Rahmen des Projekts südliche Innenstadt. Ihr Thema lautet ,Theater und Kino‘. Los geht es um 18 Uhr an der Ecke Obere Mühle/Hardtstraße.

Die Stadtführertruppe des Verkehrsvereins brütet jetzt schon gemeinsam über den Plänen für das nächste Jahr. Dann feiert zum Beispiel der Seilersee seinen hundertsten Geburtstag.