Unterwegs mit Pedelec und Co.: Was gibt es zu beachten?

[1/3] Was gilt es zu beachten wenn man mit dem E-Bike unterwegs ist? Fragen Sie die Experten am Leser-Telefon. (Foto: flyer.ch/pressedienst Fahrrad) [2/3] Laufmaschine von Drais als Nachbau. (Foto: Technoseum) [3/3] Zweiradexperten am Telefon: Gunnar Fehl

[1/3] Was gilt es zu beachten wenn man mit dem E-Bike unterwegs ist? Fragen Sie die Experten am Leser-Telefon. (Foto: flyer.ch/pressedienst Fahrrad) [2/3] Laufmaschine von Drais als Nachbau. (Foto: Technoseum) [3/3] Zweiradexperten am Telefon: Gunnar Fehl

Hagen. (pr|nrw) Heute lernen Kinder auf ähnlichen Gefährten das Radfahren – vor 200 Jahren war die „Fahrmaschine“ des Freiherrn Karl von Drais allerdings eine Aufsehen erregende Sensation.

Mit der Jungfernfahrt am 12. Juni 1817 brachte von Drais die Erfolgsgeschichte des Fahrrads ins Rollen, die aktuell mit dem Pedelec-Boom einen neuen Höhepunkt erlebt. Etwa drei Millionen Fahrräder mit elektrischem Zusatzantrieb sind derzeit auf Deutschlands Straßen und Radwegen unterwegs.
Technisch betrachtet haben die modernen Pedelecs außer den beiden Rädern kaum noch etwas mit von Drais‘ Urahn gemeinsam. Elektroantrieb, Scheibenbremsen, Federung, LED-Licht, Navi – Pedelecs sind rollende Hightech-Maschinen. Und dennoch: Die Frage der Sicherheit bewegt Nutzer wie Verkehrsexperten gleichermaßen. Wie sicher sind die Akkus? Welche Bauteile werden besonders beansprucht? Wie wirkt sich das Mehrgewicht auf das Fahrverhalten aus? Und wie bewege ich mein Pedelec sicher durch den Straßenverkehr? Alle Fragen rund ums Radfahren mit Elektroantrieb beantworten ausgewiesene Experten am Lesertelefon.
Die Technik muss stimmen
Bereits 2013 hatten Stiftung Warentest und ADAC Elektroräder getestet – mit „verheerenden Ergebnissen“. Drei Jahre später prüften sie die Qualität aktueller Pedelecs erneut: Zwar schnitt fast die Hälfte der Modelle mit „gut“ ab, doch die Tester bescheinigten einigen Modellen „inakzeptable Schwächen“, vor allem wegen Materialbrüchen und schlechter Bremsen. Dabei kommt es beim Pedelec gerade auf die Materialqualität und gute Bremsen an, denn es bringt mit über 25 Kilogramm gut doppelt so viel auf die Waage wie ein Fahrrad ohne Motor.
Brandgefahr
Ein Sicherheitsfaktor ist auch die Elektronik: Jüngst kam es in Hannover wegen eines defekten Pedelec-Akkus zu einem Großbrand. Wie sicher die Energiespeicher von Pedelecs funktionieren, hängt auch vom richtigen Handling beim Laden und Lagern ab.
Eine Frage der Beherrschung
Das deutlich höhere Gewicht und die Unterstützung durch den Elektromotor verleihen dem Pedelec ein Fahrverhalten, das sicher beherrscht werden will. Wer zum Beispiel auf einem Schotterweg zu beherzt durch die Kurve fährt, riskiert hier schneller einen Sturz. Auch das Langsamfahren und Bremsen will – besonders mit modernen Scheibenbremsen – geübt sein.
Wer lange Zeit nicht Rad gefahren ist und mit dem Pedelec neu durchstarten will, profitiert von einem Fahrtraining, um sein Bike besser kennenzulernen. Beherrscht werden sollten nicht zuletzt auch die Verkehrsregeln, die für Pedelecs gelten. Denn wer weiß schon, ob und wann er einen Radweg benutzen muss, wie er sich in Einbahnstraßen richtig verhält oder welche Ampel auf einem Radweg maßgeblich ist?
Risikofaktor Tuning
25 km/h – die Geschwindigkeit, bis zu der man sich bei einem Pedelec über Schub vom Motor freuen kann, ist vielen scheinbar zu gering. Um mehr Speed aus ihrem Pedelec herauszuholen, setzen sie auf Tuning-Sets, die beispielsweise den Tacho manipulieren. Dann endet der Geschwindigkeitsrausch erst bei 40 oder 50 km/h – oder im Krankenhaus. Denn das Gros der Pedelecs ist für solch hohe Fahrleistungen baulich nicht ausgelegt.
Und ein Kavaliersdelikt ist das Tuning keinesfalls. Wer mit einem getunten Pedelec auf der Straße fährt, macht sich strafbar. Zudem verliert er jeden Garantieanspruch und unter Umständen sogar den Versicherungsschutz, wenn es zu einem Unfall kommt.
Mit Expertenrat sicher auf zwei Rädern
Worauf soll ich beim Kauf eines Pedelecs achten, wenn es um Sicherheit geht? Was unterscheidet die verschiedenen Antriebskonzepte? Was muss ich beim Umgang mit dem Akku beachten? Welche Verkehrsregeln gelten für Pedelecs und S-Pedelecs? Stichwort Tuning – was darf ich überhaupt an meinem Pedelec verändern? Wer bietet Fahrtrainings fürs Pedelec an?
Was Sie schon immer über Pedelecs wissen wollten, erfahren Sie bei den Experten am Lesertelefon am Freitag, 10. März, von 13 bis 17 Uhr unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 / 0 60 4000.
Die Experten sind:

  • Roland Huhn, Rechtsreferent im Bundesverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs ADFC, Berlin
  • Gunnar Fehlau, Fachjournalist und Autor zahlreicher Fachbücher zum Thema Fahrrad, Geschäftsführer Pressedienst Fahrrad (pd-f), Göttingen
  • Welf Stankowitz, Referatsleiter Fahrzeugtechnik beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR), Bonn