Urlaubszeit ist Einbruchzeit – wann die Hausratversicherung sicher leistet

(Foto: The Digital Way/Pixabay)

Iserlohn. Gute Nachrichten: Mit rund 39.000 Fällen gab es 2017 rund ein Viertel weniger Wohnungseinbrüche als im Vorjahr. Für die Betroffenen ist das jedoch kaum ein Trost. „Die Einbrecher kennen die Schwachstellen von Häusern. Deshalb ist es wichtig, den Sicherheitslücken der eigenen vier Wände einen Riegel vorzuschieben“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW, die gemeinsam mit dem Landeskriminalamt immer wieder für mehr Sicherheit rund um Haus und Wohnung wirbt.

„Wenn die Diebe dennoch auf Beutezug gegangen sind, dann ist die Hausratversicherung der Schlüssel für den Ersatz von Schmuck, Elektroartikel oder auch gestohlener Kleidung. Einbruchopfer müssen dabei allerdings ein paar Verhaltensregeln beachten. So sind Versicherung und Polizei umgehend zu informieren und auch alle gestohlenen Gegenstände detailliert aufzulisten“, gibt die Verbraucherzentrale NRW die folgenden Tipps rund um den Versicherungsschutz bei Wohnungseinbrüchen.

Was zählt als Einbruchdiebstahl? Nicht jeder Diebstahl ist versichert. Damit das bei einem Einbruch gestohlene Wohnungseigentum über die Hausratversicherung abgesichert ist, muss sich der Einbrecher beispielsweise mit Gewalt oder einem Werkzeug (Brechstange, Dietrich) Zugang verschafft haben. Kommen die Langfinger also durch die offen gelassene Terrassentür ins Haus, besteht kein Versicherungsschutz! Bricht der Dieb jedoch mit Hilfe eines vorher geraubten Wohnungs- oder Hausschlüssels ein, muss die Hausratversicherung das gestohlene Eigentum ersetzen.

Welches Eigentum deckt die Hausratversicherung ab? Durch den Abschluss einer Hausratversicherung ist der komplette Hausrat von Möbeln über Kleidung bis hin zu Elektrogeräten abgesichert. Werden Laptop, Teppiche oder sogar das Haustier mitgenommen, gibt’s vom Versicherer Ersatz. Mitversichert ist auch, wenn Gegenstände aus einer in der Nähe liegenden Garage oder Keller, also etwa Rasenmäher oder Werkzeuge, zur Beute zählen.

Was bezahlt die Hausratversicherung? Der Versicherte erhält im Schadenfall so viel Geld, dass er einen gleichwertigen Gegenstand zu heutigen Preisen neu erwerben kann (Wiederbeschaffungspreis). Achtung: Das muss nicht der Kaufpreis sein. Übernommen werden auch Reparaturkosten für beschädigtes Inventar oder für beim Einbruch beschädigte Türen und Fenster. Darüber hinaus wird eine Wertminderung für beschädigte, aber noch uneingeschränkt nutzbare Gegenstände bezahlt.

Welche Pflichten haben Einbruchopfer? Der Versicherungsnehmer hat einige Pflichten zu beachten. Werden diese sogenannten Obliegenheiten nicht sorgfältig erfüllt, läuft das Einbruchopfer – trotz Hausratversicherung – Gefahr, dass der Versicherer seine Leistungen kürzt oder sogar überhaupt nicht für den Schaden aufkommt. Oberste Verhaltensregel deshalb: Der Einbruchdiebstahl ist unverzüglich bei der Polizei und dem Versicherer zu melden. Selbstverständlich eigentlich, dass der Schaden so gering wie möglich zu halten ist, also zum Beispiel Scheck- und Kreditkarten sofort gesperrt werden. Außerdem muss für Polizei und Versicherer umgehend eine Liste über die gestohlenen und/oder beschädigten Gegenstände (die sogenannte Stehlgutliste) angefertigt werden.

Was ist eine Stehlgutliste? Einbruchopfer müssen so schnell wie möglich eine vollständige Liste (Stehlgutliste) der entwendeten Gegenstände erstellen. Dabei ist der Neuwert des Diebesgutes anzugeben und die Beute wie Uhr, Handy oder Fernseher detailliert zu beschreiben. Daher ist es sinnvoll, sich schon frühzeitig im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild von seinem Hausrat zu machen: Dokumentieren Sie Ihren Besitz sorgfältig – aber bitte vor dem Schadensfall! Liste und Fotos helfen nach einem Einbruch sich einen Überblick über entwendete Gegenstände zu machen und beim Erstellen der Stehlgutliste. Schwer zu beschreibende Gegenstände sollten fotografiert werden, insbesondere Schmuck und andere Wertgegenstände. Nach einem Einbruch kann dann dem Versicherer anhand von aktuellen Fotos und Beschreibungen dargelegt werden, dass der Schmuck der Erbtante oder Opas alte Münzsammlung tatsächlich vorhanden war und welchen Wert diese hatten. Beim Landeskriminalamt gibt es im Internet unter www.riegelvor.nrw.de unter dem Stichwort „Wertgegenstandverzeichnis“ ein Muster zum Erstellen einer solchen Liste.

Informationen zur Sicherung von Haus oder Wohnung gibt es unter www.polizei.nrw.de oder bei den örtlichen Präventionsdienststellen der Polizei. Adressen unter www.polizei-beratung.de.