„Verantwortungsvoller Erschließungsträger“

Iserlohn. (Red.) Die Nerven vieler Anwohner Auf der Emst liegen blank. Sorgen macht man sich wegen der geplanten Bebauung eines 52.000 Quadratmeter großen Grundstücks, das sich in den vergangenen Jahren in einen kleinen Wald verwandelt hat (der wochenkurier berichtete). In einer Stellungnahme beruhigt Frieder Altrogge, Geschäftsführer von S-Probis Sparkassen-Projektbeteiligungen Iserlohn und deren „Tochter“ S-Projekt, die Gemüter.

„Wir werden keine Bäume fällen“

„Die S-Projekt Iserlohn wird selbstverständlich bis zum Abschluss des Verfahrens keinerlei Rodungsarbeiten durchführen oder Bäume fällen“, schreibt er. „Alles andere würde dem Selbstverständnis der S-Projekt Iserlohn als verantwortungsvollem Erschließungsträger und Partner der Kommune völlig widersprechen.“
Lesen Sie hier die Stellungnahme der S-Projekt Iserlohn zur geplanten Wohnbebauung „Auf der Emst“ im Wortlaut:

Stellungnahme
„1. Wie bereits berichtet, soll der rechtsverbindliche Bebauungsplan Auf der Emst geändert werden. In diesem Bebauungsplan sind ein bereits bebautes Wohngebiet und ein aus unterschiedlichen Gründen nur teilweise bebautes Sondergebiet für Bildung, Forschung und Verwaltung festgesetzt worden. Die nicht genutzte Fläche soll jetzt in Ergänzung zur bestehenden Wohnbebauung auch in ein Wohngebiet umgewandelt werden, u.a. weil die infrastrukturellen Voraussetzungen mit Kindergarten und Grundschule nahezu ideal sind. Diese Zielsetzung ist bereits 2006 im Stadtentwicklungskonzept der Stadt Iserlohn diskutiert und festgelegt worden.
2. Nachdem der Rat die S-Projekt Iserlohn beauftragt hat, ein städtebauliches Konzept zu erarbeiten, sind die ersten Planentwürfe in der Kommission „Stadtentwicklung“ der Stadt Iserlohn und den Bürgern in einer Informationsveranstaltung im Juli 2014 vorgestellt worden. In dieser Veranstaltung ist grundsätzliche Kritik an einer Bebauung geäußert worden und auf Probleme besonders hinsichtlich der Verkehrssituation hingewiesen worden. Die S-Projekt hat das Protokoll der Bürgerversammlung und weitere Unterlagen unter dem Link www.aufderemst.de veröffentlicht. Der städtebauliche Entwurf wird zurzeit überarbeitet und soll in einer weiteren Info-Veranstaltung nach den Sommerferien erneut diskutiert werden.
3. Danach werden der Planungsausschuss und der Rat der Stadt Iserlohn  über das weitere Verfahren entscheiden. Die S-Projekt Iserlohn wird selbstverständlich bis zum Abschluss des Verfahrens keinerlei Rodungsarbeiten durchführen oder Bäume fällen. Dazu bedarf es keiner Anfrage an den Bürgermeister. Wie bei der Entwicklung des Wohngebiets Dahlbreite in Sümmern handelt die S-Projekt Iserlohn nur in enger Abstimmung mit der Stadt. Alles andere würde dem Selbstverständnis der S-Projekt Iserlohn als verantwortungsvollem Erschließungsträger und Partner der Kommune völlig widersprechen.
4. Es ist richtig, dass die S-Projekt für den Fall, dass es zu der Ausweisung eines Wohngebietes kommt, die Erschließung durchführen wird. Aufgrund der schon jetzt festzustellenden großen Nachfrage wird sie dann die baureifen und erschlossenen Grundstücke an die Bauwilligen weiter veräußern. Sie wird dazu die Straßen, Parkplätze, Kanäle, Regenrückhaltung, Versorgungsleitungen etc. planen, bauen und finanzieren. Außerdem ist sie verpflichtet, die auf die Sonderbaufläche entfallenen Erschließungsbeiträge für die bereits fertiggestellte Straße Auf der Emst und die vorhandenen Wohnwege zu übernehmen. Dieser Kostenanteil ist seinerzeit nicht auf die Eigentümer der bereits bebauten Wohnbaugrundstücke umgelegt worden.“