Vogelgrippe: Veranstaltungen mit Geflügel sind verboten

Hemer/Iserlohn. (pmk) Ab sofort sind Ausstellungen, Märkte
und andere Veranstaltungen mit Geflügel auch im Märkischen Kreis verboten. Dies
hat das zuständige Landesministerium am Donnerstag, 17. November, verfügt.
Kreisveterinär Dr. Dieter Sinn: „Anlass für die Entscheidung ist das erneute
Auftreten der Vogelgrippe bei Wildvögeln in verschiedenen Regionen
Deutschlands“. Am 8. November war zunächst bei einer verendeten Reiherente am
Plöner See in Schleswig-Holstein das Influenzavirus H5N8 festgestellt worden.
Inzwischen liegen weitere Nachweise aus verschiedenen Bundesländern vor. Seit
Freitag, 18. November, steht fest: Die Vogelgrippe ist bis nach
Nordrhein-Westfalen vorgedrungen. In der Nähe von Wesel wurde ein infizierter
Bussard entdeckt.
Als Sofortmaßnahme wurde eine bundesweite Stallpflicht für Hühner, Enten,
Gänse, Wachteln, Truthühner, Fasane und Laufvögel erlassen, die in sogenannten
Risikogebieten gehalten werden. Risikogebiete stellen insbesondere
Flussniederungen und Feuchtgebiete dar, in denen Zugvögel zu Tausenden rasten
und insofern ein Infektionspotenzial für die Hausgeflügelbestände darstellen.
Ein weiteres Kriterium ist eine generell hohe Hausgeflügeldichte in der Region.

Dr. Dieter Sinn: „Der Märkische Kreis zählt nicht zu den Risikogebieten, so
dass die Stallpflicht für Geflügel hier in der Region derzeit nicht besteht.
Dennoch sind die üblichen Hygienemaßnahmen weiter streng zu beachten, die den
Eintrag bzw. die Weiterverschleppung von Tierseuchenerregern erschweren.“ Hierzu
zählten insbesondere Zugangsrestriktionen zu den Geflügelbeständen, das Tragen
geeigneter Schutzkleidung sowie Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen. Weiter
sei sicherzustellen, dass Geflügel nur an Stellen gefüttert wird, die für
Wildvögel nicht zugänglich sind. Auch Tränkewasser darf ebenfalls nicht in
Kontakt zu Wildvögeln stehen.
Die Übertragung von Influenza-Viren erfolgt in der Regel weniger über die
Luft, sondern durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder indirekt z.B.
über verschmutztes Schuhwerk oder andere kontaminierte Materialien.
Anhaltspunkte für eine mögliche Influenzainfektion im Hausgeflügelbestand sind
verminderte Legeleistung, Gewichtsverlust oder eine erhöhte Sterblichkeitsrate.
Bei Auffälligkeiten im Bestand ist sofort das Veterinäramt zu informieren.
Bisher sind keine Fälle von H5N8-Infektionen beim Menschen bekannt.