Vom Todesboten zur bedrohten Art

Iserlohn/Hemer. Im antiken Griechenland galt sein Gesang als Unglücksbringer und als Vorbote eines nahen Todes. Wer den Gesang jedoch heute hört, kann wohl eher von einem Glücksfall sprechen. Denn das Rufen des Raufußkauzes ertönt nur noch äußerst selten. Der Raufußkauz gilt als gefährdete Art, die in Nordrhein-Westfalen ausschließlich in den Mittelgebirgsregionen vorkommt. Vor allem im Märkischen Sauerland.

Früher galt er als Unglücksvogel, heute hat man Glück, wenn man ihn zu sehen bekommt. Der Raufußkauz gilt im Märkischen Kreis als besonders gefährdet. (Foto: XK/fotolia.com)
Früher galt er als Unglücksvogel, heute hat man Glück, wenn man ihn zu sehen bekommt. Der Raufußkauz gilt im Märkischen Kreis als besonders gefährdet. (Foto: XK/fotolia.com)

Daran erinnerten am Freitag, 22. Mai 2015, dem internationalen Tag zur Erhaltung der Artenvielfalt, Landesumweltamt (LANUV) und Landesbetrieb Wald und Holz NRW.

Weniger Höhlenbäume, weniger Kauze

Bedroht ist der Raufußkauz durch einen Mangel an geeignetem Lebensraum, zum Beispiel durch den Rückgang von Höhlenbäumen oder die zunehmende Zerschneidung durch Straßen- und Wegebau. Bis Anfang der 1990er Jahre entwickelte sich die Zahl der brütenden Raufußkauze in NRW trotz einiger Schwankungen positiv. Seither verzeichnen die Naturschützer wieder einen Rückgang. Zwischen 2010 und 2013 gab es nur noch weniger als 100 Brutpaare dieser Eulenart. Der Märkische Kreis ist einer der bevorzugten Lebensräume dieser Eule.

Der Raufußkauz ist mit einer Körpergröße von 25 Zentimetern etwa so groß wie ein Steinkauz. Das Gefieder ist auf der Oberseite grau-bräunlich mit weißen Flecken besetzt. Die Unterseite ist weißlich mit dunklen Längsstreifen.

Der große runde Kopf weist im Gesichtsfeld einen deutlichen, schwarzbraun abgesetzten Schleier auf. Typisch für diese Eulenart ist ihre aufrechte Haltung.

Im Stoßflug auf die Beute

Der Kauz ernährt sich von Kleinsäugern, vor allem Mäusen, aber auch Vögel stellen eine wichtige Ausweichnahrung dar. Die Nahrung erbeutet der Steinkauz in der Regel von einer Sitzwarte aus im Stoßflug. Der Raufußkauz fühlt sich wohl in reich strukturierten Laub- und Nadelwäldern der Mittelgebirgslagen. Entscheidend sind ein gutes Höhlenangebot in Altholzbeständen sowie deckungsreiche Tageseinstände, oftmals in Fichten. Als Nahrungsflächen nutzt der Kauz lichte Waldbestände, Waldwiesen und Waldränder sowie Wege.