Vorsicht, Falle! Verbraucherzentrale Iserlohn zieht Bilanz

Das bewährte Team der Verbraucherzentrale berät zu allen wichtigen Dingen des Alltags – und darüber hinaus. Schwerpunkte im vergangenen Jahr waren vor allem Internetabzocke und Finanzberatung. (Foto: Heiko Cordes)

Das bewährte Team der Verbraucherzentrale berät zu allen wichtigen Dingen des Alltags – und darüber hinaus. Schwerpunkte im vergangenen Jahr waren vor allem Internetabzocke und Finanzberatung. (Foto: Heiko Cordes)

Iserlohn. (hc) Das Internet bietet schier unbegrenzte Möglichkeiten. Filme schauen, Nachrichten austauschen oder auch shoppen. Doch im Netz verstecken sich für viele Verbraucher ungeahnte Gefahren, die fast so zahllos sind wie die Möglichkeiten.

Daher hat die Verbraucherzentrale Iserlohn in ihrem 50. Jahr in der Waldstadt den Fokus auf die Gefahren im Internet gelegt. Sei es die Abofalle für das Smartphone oder der Kauf in einem „Fake-Shop“ – Betrüger können im Internet fast unbehelligt ihr Unwesen treiben.
„Die Leute wischen über ihr Smartphone und drücken unabsichtlich auf etwas und schon haben sie ein teures Abo von 4,99 Euro oder 6,99 Euro in der Woche abgeschlossen. Die Betroffenen wissen oft gar nicht, worum es sich handelt“, erklärt Ingrid Höcker von der Verbraucherzentrale. Meistens kommt erst mit der Handyrechnung der große Ärger. „Oft hat man es mit gleich drei Parteien zu tun – dem Netzanbieter, einer zwischengeschalteten Firma, die die Forderung stellt und eben dem ‚Drittanbieter‘ am Ende“, erklärt Höcker. Die Verbraucher wissen oft nicht, an wen sie sich überhaupt zu wenden haben. Daher rät die Verbraucherzentrale zu einer sogenannten Drittanbieter-Sperre, die durch den Mobilfunk-Anbieter eingerichtet werden kann.
Durch die Undurchsichtigkeit dieser Abos ist es für die Betroffenen oft schwer, überhaupt nachzuvollziehen, wie sie in diese Falle getappt sind. Das macht die Arbeit für die Berater in der Verbraucherzentrale deutlich schwerer.
Vorsicht bei Vorkasse
Doch auch bei beabsichtigten Käufen ist das Netz voller Gefahren. „Es gibt zwei Arten von Fake-Shops. Die einen verkaufen minderwertige Kleidung als Original getarnt und die anderen liefern überhaupt nicht“, erklärt Anke Müller. Hier hat die Verbraucherzentrale einfache Tipps parat: „Wenn der Shop nur Vorkasse verlangt, sollte man misstrauisch werden und einen Blick in das Impressum werfen“, erklärt Astrid Lindner.
Nicht immer reicht das, wie Anke Müller an einem Beispiel erklärt: „Eine Frau hat über das Internet ein Möbelstück für den Garten gekauft. Wenn sie sofort bezahlen würde, kämen nochmals 20 Prozent Rabatt obendrauf. In einer Bestätigungsmail wurde ihr geschrieben, dass sie bitte den Weg freiräumen sollte, wenn die Möbelpacker kämen. Doch keiner kam.“ Die Dame hatte anschließend versucht, über die im Impressum genannte Adresse beziehungsweise Telefonnummer Kontakt aufzunehemen – ohne Erfolg.
Doch neben den Informationen rund ums Internet bietet die Verbraucherzentrale eine ganze Bandbreite an Beratungen an.
So weist Beraterin Ingrid Höcker darauf hin, dass die Gebühren von Inkassounternehmen mit durschnittlich 1,3 Prozent deutlich zu hoch sind. „0,3 bis 0,5 Prozent wären angemessen“, lautet das deutliche Statement. Wenn auf das Inkassounternehmen noch ein Anwalt folgt, dann konnte das in der Vergangenheit gleich doppelt teuer werden. Im Jahr 2017 ist daher auch ein Bestreben, diese doppelte Belastung zu eliminieren.
Insgesamt standen rund 7.400 Ratsuchenden die Türen der Verbraucherzentrale am Theodor-Heuss-Ring 5 im abgelaufenen Jahr offen.
Umwelt und Energie
Ebenfalls zwei große Sektoren bei der Beratung sind Umwelt und Energie. Wie kann man ein Haus effizienter heizen? Das ist zum Beispiel eine Frage, die bei der Energie-Beratung gestellt wird.
Auch das Thema Umwelt beschäftigt viele Leute – wenngleich nicht ganz so viele Leute wie vor einigen Jahren. „Das Thema ist nicht mehr ganz so präsent“, erklärt Bernhard Oberle. Doch Umwelt- und Gesundheitsschutz stehen dennoch auf der Agenda einzelner ganz oben, die zudem eine ausführlichere Beratung wünschen.
Die Verbraucherzentrale ist montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr (außer dienstags) sowie montags, dienstags und donnerstags von 14 bis 18 Uhr und unter Tel. 02371 / 21941-01 zu erreichen.