Was für ein Auftakt!

Iserlohn. Besser hätte es sich die Eishockey-Götter nicht ausdenken können. Mit einem 4:0-Sieg der Iserlohn Roosters über die Nürnberg IceTigers gelang den Waldstädtern ein toller Auftakt in das Viertelfinale der Play-offs. Entscheidend dafür war der hervorragende Start in die Begegnung – bereits nach 99 Sekunden lagen die Gastgeber in der Eishalle am Seilersee mit 2:0 vorn.

Das 1:0 erzielte Brodie Dupont nach nur 29 Sekunden, der von Kapitän Mike York hervorragend bedient wurde. Der Routinier passt von hinter dem Tor in den Slot und Dupont traf mit einem satten Schuss in den Winkel. Die Rooster-Fans hatten kaum ihre Schals vom Jubeln wieder eingepackt, dann traf Jason Japers bereits zum 2:0 (2.). Den Treffer provozierte in seiner Entstehung Brooks Macek, der bis tief in das Verteidigungsdrittel der Gäste nachsetzte und so für den entscheidenden Fehler im Nürnberger Spielaufbau sorgte. Luigi Caporusso spielte die Hartgummischeibe erneut von hinter dem Kasten auf den einrückenden Jaspers, der cool vollstreckte. Die Eishalle glich einem Tollhaus – großer Jubel auf der Tribüne, aber auch auf dem Bank. Rooster-Coach Jari Pasanen war die Erleichterung deutlich anzumerken, dass dieser fast perfekte Start in die Begegnung klappte.
Die Gäste brauchten ein bisschen Zeit, ehe sie sich von diesem Schock erholten.

Mitteldrittel: Defensive stark – und in Überzahl erfolgreich

Erst im Mitteldrittel gelang es ihnen das Spiel mehr und mehr in Griff zu bekommen. Doch durch Undiszipliniertheiten brachten sich die Franken erneut aus der Spur. Bradley Ross bei den Roosters und David Steckel bei den Gästen saßen bereits in der „Kühlbox“, als der Nürnberger Matthew Murley ein Foul vortäuschte, um eine Strafzeit zu schinden. Doch die Schiedsrichter erkannten die Schwalbe goldrichtig und schickten Murley auf die Strafbank. Der Iserlohner Stadionsprecher verkündete „Zwei Minuten wegen Simulierens“ – nicht ganz korrekt bezeichnet, aber im Kern richtig. Den Waldstädtern war dies alles herzlich egal. Kapitän Mike York zeigte einmal mehr, warum er für dieses Team so wichtig ist. Mit seinem knallharten Schuss aus der Halbdistanz sorgte er für das 3:0 und die Vorentscheidung (37.). Co-Trainer Jamie Bartmann war mit der Leistung seines Teams nach zwei Dritteln sehr zufrieden. Doch eine grundsätzlich defensivere Spielweise wollte er den Roosters nicht verordnen. „Wie wir gewinnen, ist mir sche…egal“.

Ins leere Tor und mitten rein ins Glück

Die Gäste mussten offensiv mehr zeigen. Im Schlussabschnitt waren die Franken aktiver. Murley, der zuvor die Strafzeit zum 3:0 verschuldete, scheiterte mit seinem Solo an einem glänzend aufgelegten Mathias Lange.
Den Nürnberger fehlte die letzte Durchschlagskraft und auch die allerletzte Maßnahme der Gäste fruchtete nicht. Torhüter Tyler Beskorowany ging vom Eis, doch Macek erkämpfte sich die Scheibe im eigenen Drittel und Jaspers vollendete ins leere Tor zum verdienten und umjubelten 4:0-Sieg der Roosters.

Die Statistik:

  • Roosters: Lange – Button, Teubert; Côté, Raymond; Périard, Lavallée; Orendorz – York, Dupont, Petersen; Bassen, Sylvester, Ross; Jaspers, Caporusso, Macek; Friedrich, Connolly, Blank
  • Ice Tigers: Beskorowany – Joslin, Klubertanz; Printz, Borer; Martinovic, Nowak; Weber – Reinprecht, Ehliz, Reimer; Murley, Pfleger, Segal; Steckel, Heatley, Pföderl; Buzas, Möchel, Oblinger
  • Schiedsrichter: Aumüller (Planegg), Piechaczek (Landsberg)
  • Tore: 1:0 (00:29) Dupont (York, Petersen), 2:0 (01:39) Jaspers (Caporusso, Macek), 3:0 (36:45) York (Dupont, Raymond/4:3), 4:0 (54:17) Jaspers (Macek, Caporusso/EN)
  • Strafen: Roosters: 12; Ice Tigers: 20
  • Zuschauer: 4.967 (ausverkauft)