Was summt denn da?

Blühende Oasen für Bienen und Insekten

Oasen für Bienen
Die Landwirte Henning Wolf (l.) und Thomas Wiethege (r.) zeigen Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper und Matthias Hattwig ein Eldorado für Bienen und Insekten. Hier fühlen sich Maja und Co. wohl. (Foto: Ulla Erkens/Märkischer Kreis)

Märkischer Kreis. (pmk) Die ungewohnt bunte Blütenpracht an den Ackerrändern ist schon ein Hingucker. Im Rahmen der europäischen Förderprogramme wird den Landwirten nun die Pflanzung von kleinen Blumeninseln ermöglicht, die Bienen und Insekten Futter bieten. Die meisten Blühstreifen sind in Halver zu finden.

„Im nächsten Jahr werden wir die Anlage von Blühstreifen aus unserem Topf für ökologische Ersatzmaßnahmen kreisweit genauso unbürokratisch unterstützen wie in diesem Jahr“, versichert Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper.

Gemeinsam mit Matthias Hattwig, Sachgebietsleiter Naturschutz und Landschaftspflege des Märkischen Kreises, überzeugte sie sich beim Biobauer Henning Wolf in Halver, dass das Geld gut angelegt ist. Thomas Wiethege, landwirtschaftlicher Ortsverbandsvorsteher in Halver, ist stolz darauf, dass er elf Bauern davon überzeugen konnte, eine besonders insektenfreundliche Mischung heimischer Pflanzen zu säen. Wolf setzte noch eins drauf und bepflanzte ein ganzes Feld unter anderem mit Buchweizen, Koriander, Ringelblumen, Bienenweide, verschiedenen Kleesorten und Sonnenblumen.

Angeschlagenes Image aufpolieren

Wildblumen bilden einen Gegenpol zu landwirtschaftlichen Monokulturen wie beispielsweise Mais. Sie sind nicht nur eine Freude fürs Auge sondern eine ideale Nahrungsquelle für Insekten. Ohne Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten werden Pflanzen nicht mehr bestäubt. Ernteausfälle sind die Folge. Vögeln und anderen Tieren werden die Nahrungsgrundlagen entzogen, die Ökologie gerät aus dem Gleichgewicht.

Oasen für Bienen
Was leuchtet denn da? Es locken ungewohnte Blüten im Haferfeld.(Foto: Ulla Erkens/Märkischer Kreis)

„Anfang des Jahres haben wir uns zusammengesetzt und wollten etwas tun, um das angeschlagene Image des Landwirts wieder aufzupolieren.“, erzählt Wiethege. Mit der Gemeinschaftsaktion setzt der größte landwirtschaftliche Ortsverband im Märkischen Kreis ein Zeichen für Artenvielfalt und gegen das Insektensterben. „Für die Blütenpracht haben wir viele positive Rückmeldungen bekommen“, sagt Wiethege. Selbst ein Fotoverein hat die neuen Motive für sich schon entdeckt.

Allerdings sollten Blumenliebhaber die Pflanzen nicht in die Vase stellen sondern tatsächlich den Insekten überlassen. Für das Saatgut nahmen die Landwirte in Eigeninitiative rund 1.000 Euro in die Hand und opferten gute Ackerfläche von insgesamt einem Kilometer Länge und anderthalb Meter Breite. Von den Fördermitteln, die der Märkische Kreis gegen Rechnung auszahlt, erfuhren sie erst später.

Erstaunlich unbürokratisch

Wolf und Wiethege freuen sich über die finanzielle Unterstützung, die erstaunlich unbürokratisch ausfällt. Die Anlage der Blühstreifen darf nur auf bewirtschafteten Ackerflächen erfolgen und darf nicht mehr als 20 Prozent betragen. Anders als bei früheren Förderprogrammen verlieren die Blüh- und Schonflächen dadurch nicht ihren Status als Ackerland und müssen daher auch nicht mehr aus dem Flächenverzeichnis rausgerechnet werden. Eine Mitteilung an die Kreisstelle der Landwirtschaftskammer reicht.

Da noch nicht alle Landwirte ihren Anspruch beim Märkischen Kreis geltend gemacht haben, kann Matthias Hattwig von der Unteren Naturschutzbehörde noch nicht abschließend beziffern, wie viel Geld dieses Jahr aus den Mitteln für ökologische Ersatzmaßnahmen im Rahmen des Blühstreifenprogramms kreisweit ausgegeben werden.

Landwirte, die im nächsten Jahr dabei sein wollen, können sich aber zur besseren Planung schon jetzt beim Märkischen Kreis unter Tel. 02351 / 966-6367 oder per E-Mail landschaft@maerkischer-kreis.de melden.