Welche Bank soll es sein?

Das Wetter hat sich Olaf Pestl angenehmer vorgestellt. Doch gut beschirmt lassen sich auch im Regen die unterschiedlichen Bankmodelle auf dem Rad- und Fußweg entlang der alten Bahntrasse testen. (Foto: A. Schneider)

Iserlohn. (as) Die Sache mit der Schirmherrschaft hatte er sich bestimmt ein wenig anders vorgestellt. Doch pünktlich zum Start des Probesitzens goss es wie aus Kübeln. Olaf Pestl wartete den ärgsten Regen ab. Dann testete der Leiter des städtischen Ressorts Planen, Bauen, Umwelt- und Klimaschutz den Sitzkomfort der vier Bänke, die zurzeit in Stadtbahnhofsnähe dicht an dicht auf dem Fuß- und Radweg entlang der ehemaligen Bahntrasse Iserlohn-Hemer stehen: Er räkelte sich, streckte sich, stemmte sich – gut beschirmt – gegen wegen des Regens mit Folie abgedeckte Sitzfläche und Rückenlehnen. Olaf Pestl machte vor, was ihm viele Iserlohnerinnen und Iserlohner nachtun sollen. Denn die Nutzer des Fuß- und Radwegs sollen selbst entscheiden, welcher Banktyp demnächst entlang der ehemaligen Bahntrasse aufgestellt werden soll. Wer bequem rasten möchte, darf mitbestimmen – damit hinterher nicht gemeckert wird.

Es war der erste Probesitz-Termin, aber nicht der letzte, zu dem die Quartiersmanager des Projekts Soziale Stadt aus dem Quartiersbüro an der Peterstraße 8-10 auf den Fuß- und Radweg eingeladen hatten. Mit Stimmzetteln und Wahlurne wird Quartiersmanagerin Tabea Rössig am Samstag, 30. Juli 2011, in der Zeit von 10 bis 12 Uhr an den Bänken auf abstimmungswillige Iserlohner warten. Der nächste Abstimmungstermin ist Montag, 1. August 2011, von 16 bis 18 Uhr. Olaf Pestl, der Leiter des städtischen Ressorts Planen, Bauen, Umwelt- und Klimaschutz, hat seinen Bank-Favoriten bereits gefunden. Nun wird sich zeigen, ob seine Vorstellung von der bequemsten Bank mehrheitsfähig ist.

Wer keinen der Probesitz-Termine wahrnehmen kann, darf trotzdem mitwählen. Die persönliche Entscheidung kann dem Quartiersbüro telefonisch (Tel. 02371/ 3512520) oder per Email (tabea.toessig@iserlohn.de) mitgeteilt werden.

Gerade, rund oder Aufstehhilfe?

Wegen des arg feuchten Wetters präsentierte sich der erste Probesitz-Termin nicht gerade als allergrößter Erfolg. Doch erste Trends lassen sich bereits erkennen. Welche? Tabea Rössig hüllt sich in Schweigen. „Wir möchten niemanden beeinflussen“, sagt sie.

Andere brauchen nicht zu schweigen. „Bank eins find ich prima“, sagt Patricia Braun, die bei nachlassendem Regen zum Probesitzen gekommen ist. Aber auch Bank vier steht bei der Bürgerin ganz hoch im Kurs. „Beeindruckend“, sagt sie. „Der Sitz hat sogar eine Aufstehhilfe für ältere Menschen.“

Bei Bank eins handelt es sich übrigens um eine nahe Verwandte der innerstädtischen Ruhebänke mit der geraden, hölzernen Sitzfläche. Sie wurde für den Standort Rad- und Fußweg jedoch durch Armlehnen aufgewertet. Bank vier wird häufig argwöhnisch betrachtet. „Ist die kaputt?“ So lautet eine der meist gestellten Fragen. Nein, sie ist nicht defekt, sondern sie besteht nur aus einem Sitz, der zudem beim Hineinsetzen nach hinten und beim Aufstehen ein wenig nach vorne kippt. Der Rest der Bank dient als Fläche für einen Rollator oder Rollstuhl. Bank Nummer zwei ist das einzige Modell, das komplett aus Metall besteht. Bank drei lockt mit einer abgerundeten hölzernen Sitzfläche, die nicht in die Kniekehlen der Nutzer drücken kann.

Auf dem Schild direkt bei den vier Bänken wird erläutert, wie sich die Iserlohnerinnen und Iserlohner an der Abstimmung beteiligen können. (Foto: A. Schneider)

Zwei Männer, die zugeben, früher obdachlos gewesen zu sein, brauchen gar nicht lang zu überlegen, welche Bänke ihre Favoriten sind. Früher waren sie froh, wenn sie sich auf einer Bank ausstrecken konnten. Auf einer abgerundeten oder zu kurzen Bank ist das aber kaum möglich.

Sprechstunde mit Olaf Pestl

So hat eben jeder seine ganz persönlichen Vorlieben. Wichtig ist nur, dass sie geäußert werden. Und zwar von möglichst vielen Menschen. Nur so kann der Fuß- und Radweg entlang der alten Bahntrasse mit Bänken bestückt werden, die den Geschmack der Mehrheit treffen. Also, nutzen Sie die Sonnenstunden und stimmen Sie mit ab über die künftige „Möblierung“ des Fuß- und Radwegs. Aber auch unter einem Schirm kann so ein Probesitzen Freude machen. Olaf Pestl hat das eindrucksvoll bewiesen.

Apropos Olaf Pestl: Der Leiter des städtischen Ressorts Planen, Bauen, Umwelt- und Klimaschutz steht am kommenden Donnerstag, 4. August 2011, von 14 bis 15.30 Uhr im Quartiersbüro an der Peterstraße 8-10 für Gespräche zur Verfügung. Mögliche Themen sind die Rahmenplanung Obere Mühle, die Zukunft der ehemaligen Hauptschule Brüderstraße oder die Umgestaltung des Läger-Sportplatzes.