Weniger Menschen, weniger Müll – weniger Wärme?

Iserlohn. (Red./as) Es gibt immer weniger Müll im märkischen Sauerland. Das muss nicht unbedingt ein Grund zum Jubeln sein. Jedenfalls dann nicht, wenn immer mehr Müll aus der Ferne nach Iserlohn gekarrt werden muss, damit die Flammen im Heizkraftwerk lodern und die Fernwärme pulsiert. Denn weite Teile Iserlohns sind in Sachen Heizung und Warmwasser-Versorgung auf die Müllverbrennung angewiesen. Wenn’s dort nicht kräftig lodert, müssen viele Menschen zittern – vor Kälte.

Wegen des enormen Rückgangs der Einwohnerzahlen sinkt die Müllmenge im Märkischen Kreis. Das erfuhren die Mitglieder im Ausschuss für Abfallwirtschaft, Umweltschutz und Planung des Kreises. Immer weniger Einwohner – immer weniger Hausmüll. Auf diese einfache Formel brachte Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper die Entwicklung bei der Menge des zu beseitigenden Siedlungsabfalls, der im Iserlohner Müllheizkraftwerk verbrannt werden kann. Im Jahr 2012 seien es noch gut 107.000 Tonnen gewesen, im vergangenen Jahr nur noch 104.000 Tonnen. „Die Prognose für dieses Jahr ist 101.000 Tonnen“, so Dienstel-Kümper. „Wir haben allein in den vergangenen vier Jahren im Märkischen Kreis 18.000 Einwohner verloren. Das ist die Größe einer mittleren kreisangehörigen Stadt.“ Das mache sich eben auch bei der Müllmenge bemerkbar. Wie und ob sich die schrumpfende Menge auf die Auslastung des Müllheizkraftwerks und beispielsweise die Fernwärme auswirkt, wurde nicht angesprochen.

Interessiert zeigten sich Politiker am Strategiepapier „Der Kreis wird E-mobil“, das Klimaschutzbeauftragte Petra Schaller vorstellte. Der Kreis könne beim Klimaschutz Anstöße geben. „Echte Einflussmöglichkeiten haben wir wenig“, so Schaller. Aber dort, wo der Kreis direkt etwas tun könne, soll die Verwaltung aktiv werden. Dazu gehört der vermehrte Einsatz von Elektroautos im Fuhrpark, die Einrichtung einer Ladestation für E-Bikes am Kreishaus sowie die Verbesserung des Transports von E-Bikes in den Bussen der Märkischen Verkehrsgesellschaft.