Zauber der Lenne enthüllen

Peter Köster stammt aus Dortmund, lebt und arbeitet aber seit vielen Jahren in Hamburg. Von seinem Büro „arbos“-Freiraumplanung stammt der preisgekrönte Entwurf für die Lennepromenade. (Foto: A. Schneider)

Letmathe. (as) Den ersten Preis des landschaftsarchitektonischen Wettbewerbs haben Peter Köster und seine Kollegen vom Hamburger Büro „arbos“-Freiraumplanung bereits in der Tasche. Nun hofft Peter Köster, seine Vision der Letmather Lennepromenade auch umsetzen zu können. Das Votum des Preisgerichts ist zwar eine klare Empfehlung. Doch letztendlich entscheiden die Iserlohner Politiker, ob sie den „arbos“-Planern aus Hamburg, dem Büro „kipar“ aus Duisburg (2. Preis) oder dem Berliner Büro Häfner Jimenez (3. Preis) den Vorzug geben.

„Die wirkliche Entdeckungsreise besteht nicht darin, neue Landschaften zu erforschen, sondern darin, mit neuen Augen zu sehen.“ Diese Worte stammen von Marcel Proust. Peter Köster hat sie dem „arbos“-Entwurf vorangestellt. Die Planungen sollen ermöglichen, Genna, Letmathe und natürlich die Lenne mit neuen Augen zu erleben. Hier gibt’s keine kolossalen Neu- oder Hochbauten. Mit eher sanften Eingriffen enthüllen die Gedankenspiele der Hamburger Planer den Zauber der Landschaft. Sie schaffen „Wege zum Wasser“. Sie öffnen die wunderbare Möglichkeit, die Lenne und ihre Promenade als leicht zu erreichendes Naherholungszentrum zu genießen.

Zum preisgekrönten Entwurf: Die Lennepromenade wird den Radweg, der von Pater und Nonne kommt, aufnehmen. Die Promenade soll direkt am Ufer entstehen. Sie führt unter den Brücken an der Gennaer und Bahnhofstraße hindurch, um etwas weiter westlich auf das Niveau des Lennedamms anzusteigen. Genau dort, im Bereich der Fußgängerbrücke Luisenstraße entsteht eine – wie es im Planer-Deutsch heißt – platzartige Aufweitung mit Zugang zum Fluss. Eine Sitzstufenanlage schwebt Peter Köster vor. Hier, so seine Vorstellung, könnte das von vielen Letmathern gewünschte Lenne-Café entstehen. Darüber hinaus wäre auf der Lennepromenade im Bereich der Bahnhofsbrücke auch ein saisonal betriebener Kiosk möglich.

Schlendern unter blühenden Kirschbäumen

Die Lennepromenade steht natürlich im Zentrum des Entwurfs. Doch Peter Köster und seine „arbos“-Kollegen haben sich zudem Gedanken darüber gemacht, wie man die Promenade mit der Letmather City und mit Genna verknüpfen kann. Die Vorschläge des Hamburger Büros: Der Weg vom Bahnhof über die Brücke bis zu Woolworth könnte gestalterisch aufgewertet werden. Kirschbäume, die noch dazu im Frühjahr zauberhaft blühen, könnten die Passage säumen. So kann ein reizvoller Weg entstehen, der zum Schlendern einlädt und Lust macht, die Treppen oder die Rampe hinunter zur neuen Lennepromenade zu nehmen.

Peter Köster, der übrigens in der Nachbarschaft, nämlich in Dortmund, aufgewachsen ist, hat sich auch Gedanken über die städtebauliche Zukunft der Letmather Innenstadt und Gennas gemacht. Er hofft, dass die Anrainer-Gebäude „ein Gesicht zum Wasser entwickeln“. Dass also Hauseigentümer, wenn künftig Umbaumaßnahmen anstehen, sich der Lenne zuwenden. Dass Balkone und Terrassen künftig den Blick auf die Lenne und eine lebhaft angenommene Lennepromenade eröffnen.

Startschuss schon im nächsten Jahr?

Natürlich, all das sind jetzt noch Träume und Fantasien. Aber sie können bald Gestalt annehmen. „Mit dem Radweg können wir im nächsten Jahr beginnen“, sagt Baudezernent Olaf Pestl. Das gilt natürlich nur, wenn Land Nordrhein-Westfalen und auch Stadt Iserlohn ihre Haushalte auf den Weg gebracht haben. Doch Olaf Pestl ist zuversichtlich: „Treppen und Terrassen könnten bis 2015 fertig gestellt werden.“ Die Verbindung zwischen Bahnhof und Woolworth dürfte länger dauern. Pestl: „Da muss erst einmal geklärt werden, was überhaupt aus dem Bahnhofsgebäude wird.“

Wer neugierig geworden ist, kann selbst einen Blick auf die Pläne werfen: Die Entwürfe aller Teilnehmer an dem landschaftsarchitektonischen Wettbewerb können auf der städtischen Homepage (www.iserlohn.de) eingesehen werden, zudem gibt es auf dem Letmather Weihnachtsmarkt im Haus Letmathe ab 7. Dezember eine Ausstellung „Lennepromenade“ im Heimatmuseum.