Zwei Stadtbetriebe in einer Anstalt?

Iserlohn/Hemer. (Red./as) Zusammenarbeiten ist gut – vor allem, wenn man dabei sparen kann. Bei den Stadtbetrieben beispielsweise. Ein Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rödl & Partner rät Iserlohn und Hemer dringend zu einer „interkommunalen Zusammenarbeit im Bauhofbereich“. Die Stadtoberen beider Städte sind begeistert: Die beiden Bürgermeister Peter Paul Ahrens (Iserlohn) und Michael Esken (Hemer) erkennen „enorme Synergieeffekte und zahlreiche Möglichkeiten für mehr Wirtschaftlichkeit“.

Geht es nach den beiden Bürgermeistern, dann könnten beide Stadtbetriebe noch in diesem Jahr in eine Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) zusammengeführt werden. Kanalreinigung, Winterdienst, Straßenbeschilderung und vieles mehr käme dann in beiden Städten aus einer Hand.

Doch so weit ist es noch nicht. Schließlich hat nun die kommunale Politik das Wort. Zunächst entscheiden die Mitglieder der Betriebsausschüsse Iserlohn und Hemer in einer gemeinsamen Sitzung am 8. März. Würden sie diesen Grundsatzbeschluss fassen, müssten anschließend auch die Räte beider Städte zustimmen.

In dem Gutachten von Rödel & Partner heißt es: „Die Städte Iserlohn und Hemer haben insgesamt hervorragende Voraussetzungen für eine interkommunale Zusammenarbeit im Bauhofbereich. Diese sind insbesondere auf die geringe räumliche Entfernung der beiden gegenwärtigen Bauhöfe und der beiden Städte insgesamt, aber auch die derzeitige bauliche und personelle Situation und damit verbundene Investitionsbedarfe auch bei isoliertem Weiterbetrieb der Bauhöfe zurückzuführen. Mit einer interkommunalen Zusammenarbeit lassen sich entsprechende wirtschaftliche Optimierungspotenziale in der Größenordnung von in Summe einer halben bis einer Million Euro pro Jahr umsetzen.“

Angesichts solcher Sparmöglichkeiten lassen sich die Kämmerer Friedhelm Kowalski (Iserlohn) und Werner Dodt (Hemer) natürlich nicht zweimal bitten. Auch sie unterstützen die Gründung einer Anstalt öffentlichen Rechts.

Ein Zusammenschluss, also die Gründung der AöR, würde auf Augenhöhe geschehen. Das betonen die beiden Bürgermeister. Neben einem paritätisch mit Politikern beider Städte besetztem Verwaltungsrat solle der geschäftsführende Vorstand mit den Leitern der Stadtwerke von Iserlohn  und Hemer besetzt werden. Von einer Zusammenarbeit der AöR mit den Stadtwerken seien noch weitere Synergieeffekte zu erwarten.

Diese Synergien sollen jedoch nicht auf Kosten der Mitarbeiter zustande kommen. Bei einem Zusammenschluss soll es keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Auch dies betonten die Bürgermeister von Iserlohn und Hemer. Personalkosten, so hieß es, würden „nur über die natürliche Fluktuation“ rezudiert.