Schwerte. Am 4. März 1868 gründeten acht Anhänger der Bewegung von Turnvater Jahn den Turnverein Germania. Sie turnten an Reck und Ringen und stemmten Gewichte und Hanteln hinter dem ersten Vereinslokal Duhmeier an der Ostenstraße – die Keimzelle der späteren Schwerter Turnerschaft. Auf stolze 150 Jahre Bestehen kann der Verein nun zurückblicken. Das muss natürlich gefeiert werden. Und zwar mit möglichst vielen Schwerterinnen und Schwertern – das wünscht sich die Vorsitzende Doris Barthelmey mit allen Aktiven.

Der altehrwürdige und doch jung gebliebene Verein mit den beiden gekreuzten Schwertern im Wappen – heute sagt man wohl eher „Logo“ – begeht sein 150-jähriges Jubiläum am Sonntag, 17. Juni, an der Gesamtschule im Gänsewinkel.

Nach Festakt Feier für alle

Die Feier beginnt mit einem Festakt mit geladenen Gästen, darunter natürlich auch Bürgermeister Dimitrios Axourgos, in der Aula. Ab 13 Uhr sind dann Groß und Klein zu einem bunten Programm eingeladen. In der Gesamtschul-Halle und auf dem Schulgelände stellt sich der Verein mit seinen beiden Abteilungen Turnen / Leichtatlethik und Basketball vor.

Die erfolgreichen Mädchen der Rhythmischen Sportgymnastik werden sich mit einem Schautanz präsentieren und die Turnerinnen zeigen ihr Können. Anschließend findet ein Basketballspiel statt. Kinderspiele, Schminkstand, Hüpfburg, Kaffee und Kuchen, Eiswagen und „Extrawurst“ runden das Programm ab.

Vereinsgeschichte

Die Fahne des Turnvereins Germania aus dem Gründungsjahr 1868. (Foto: Archiv Schwerter Turnerschaft)

Acht Anhänger der Bewegung von Turnvater Jahr gründeten, wie eingangs bereits erwähnt, am 4. März 1868 den Turnverein Germania. Davon kündet auch die mittlerweile etwas zerfaserte Vereinsfahne aus dem gleichen Jahr.

Geturnt wurde hinter dem ersten Vereinslokal Duhmeier an der Ostenstraße an Reck und Ringen, Gewichte und Hanteln wurden gestemmt. Zwei Jahre später kam nach dem so genannten Sommerturnen das Winterturnen in der Scheune von Wirt Hoppe in der Helle an der Hellpothstraße dazu. Nun wurde auch gefochten – nach Turnvater Jahn eine „wesentliche Hauptübung und zu vollständiger Turnbildung unentbehrlich“.

Wechselvolle Historie

Der Verein wurde größer, 1878 wurden die erste Jugendabteilung und eine Altersriege gebildet. Erst ab 1908 kam die Damenriege unter Fräulein Staas hinzu. Dies war der Beginn des Frauenturnens in Schwerte. In den folgenden Jahren wurden zudem Ballsportarten wie Faustball, Prellball, Handball, Tennis, Volleyball und später Basketball betrieben. Leichtathletik kam ebenfalls hinzu.

Die Tennisabteilung wurde 1932 gegründet, 2002 aber wieder aufgelöst. Die Handballabteilung bestand von 1930 bis zum 2. Weltkrieg, eine Volleyballabteilung von 1971 bis 1976, und die Basketballabteilung besteht seit 1976.

Seit 1925 „Turnerschaft“

Die Turnerschaft erlebte im Laufe der Zeit eine wechselvolle Geschichte, in der sich Vereine zusammenschlossen und wieder trennten. Erst 1925 entstand der heutige Name Schwerter Turnerschaft 1868 e.V..

Nach dem Weltkrieg

Nach dem 2. Weltkrieg wurden alle Schwerter Vereine unter dem Namen VFL Schwerte 1868 zusammengezogen. Erst im September 1951 wurde die Turnerschaft wieder unter ihrem eigenen Namen selbständig.

Olga Korbut begeisterte

Jetzt fand ein reges Vereinsleben statt. Die Tennisabteilung konnte 1958 ein Jugendheim bauen (heute Waldorf-Kindergarten), ihre Tennisplätze Im Reiche des Wassers ausbauen und 1985 eine Tennishalle errichten. Die Turner bekamen 1956 ihre (fast) eigene Jahnhalle und waren so erfolgreich, dass 1974 sogar ein Schauturnen mit der noch heute berühmten Olympiasiegerin Olga Korbut vor 800 begeisterten Zuschauern stattfand. Erfolgreich waren in den Jahren 1956 bis 1959 die Leichtathleten Otfried Altfeld und Karlheinz Max.

Der aktuelle Hauptvorstand (v.l.): Sigrid Nietsch, Iris Toelle, Doris Barthelmey (Vorsitzende), Dorina Nöltge und Hans Joachim Koinzer. (Foto: Schwerter Turnerschaft)

Turnen und Leichtathletik heute

1969 gründete Ulla Sohlenkamp die damalige Wettkampfgymnastik und heutige Rhythmische Sportgymnastik in der Turnerschaft. Die größten Erfolge waren 1975 mit Carmen Rischer, der dreifachen Weltmeisterin und mehrfachen Deutschen Meisterin, zu verzeichnen.

Landesleistungsstützpunkt

Seit 1979 ist Schwerte Landesleistungsstützpunkt und erlangte die Auszeichnung DTB Turn-Talent-Schule. Elisabeth Ebel, Jana Martin und Michelle Schewalje turnten bei den Deutschen Meisterschaften.

Heute bietet die Turnabteilung vom Eltern-Kind-Turnen bis zum Seniorensport vielfältige Angebote, einzusehen unter www.schwerter-turnerschaft.de. Der Verein wurde schon 2004 mit dem „Pluspunkt Gesundheit“ des Deutschen Turnerbunds ausgezeichnet und erhielt 2012 die Zertifizierung „Kinderfreundlicher Sportverein“.

Basketball

Die Basketball-Abteilung bietet ab Ü 12 Trainingsmöglichkeiten an. Die 1. Damenmannschaft und die 1. Herrenmannschaft spielen in der Landesliga.

Jubiläumsbuch

Zum Festtag anlässlich des 150-jährigen Bestehens hat die Schwerter Turnerschaft ein Jubiläumsbuch mit detaillierten Infos und vielen Fotos herausgegeben. Darauf dürfen sich nun alle Mitglieder, Ehemalige und Interessierte freuen. Doris Barthelmey, Vorsitzende der Schwerter Turnerschaft, und alle Aktiven freuen sich über viele Gäste bei der Jubiläumsfeier am Sonntag, 17. Juni, ab 13 Uhr an der Gesamtschule im Gänsewinkel.