20 Jahre Historisches Spiel in Argeste: Leben und Tod am Hof der Nibelungen

Geben einen kleinen Vorgeschmack auf die nächste Zeitreise im Spieldorf Argeste (v.l.): Moritz

Geben einen kleinen Vorgeschmack auf die nächste Zeitreise im Spieldorf Argeste (v.l.): Moritz, Jasper, Museumspädagoge Olaf Fabian Knöpges, Felix, Rebekka Cichon und Lea. Eine turbulentes und komplexes Szenario ist im Spieldorf „Argeste“ zu erwarten. (Fo

Schwerte. (NO) Verrat, Leidenschaft, Kampf und Tod – die Nibelungensage gibt Zeugnis von unruhigen Zeiten am Schnittpunkt von Spätantike und frühem Mittelalter. Diese bewegende Erzählung ist Handlungsrahmen des neuen Historischen Spiels in der ersten Herbstferienwoche vom 23. bis 28. Oktober.

„Sigurd und Grimhilde“ heißt es dann im Spieldorf Argeste „ganz hinten“ im Elsebad. Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Historischen Spiele ein Zeitsprung, der aus dem Zyklus chronologischer Ereignisse aus der Schwerter Geschichte herausragt. Aber in diesem Jahr sollte es nach dem Willen der Akteure eben etwas Besonderes sein. So hat man auch statt der eher wagnerianischen Namen Siegfried und Kriemhild lieber die der Edda gewählt.
2000 Kinder auf Zeitreise
„In den letzten zwanzig Jahren sind insgesamt rund 2000 Kinder und Jugendliche in die Welt des Historischen Spiels eingetaucht. Etwa hundert sind dabei geblieben“, sagt Museumspädagoge und Kulturvermittler Olaf Fabian Knöpges, der von Beginn an, seit 1997, dabei ist. Vergangene Epochen hautnah in historischen Kostümen und mit allen Sinnen nachzuerleben macht die Faszination dieser Zeitreisen aus. 80 bis 95 junge Teilnehmer nahmen an den Aktionen der letzten Jahre teil, diesmal könnten es wegen des besonderen Themas bis zu 120 werden. 40 haben sich bereits angemeldet.
Literarischer Stoff
Vor 700 Jahren ist die Nibelungensage aufgeschrieben worden, in Deutschland und auf Island – literarischer Stoff, der als Oper, Roman und in vielen Filmen umgesetzt wurde. Die Nibelungen waren die Königsfamilie des germanischen Stamms der Burgunden, die zur Völkerwanderungszeit, von der Weichsel kommend, um 406 an den Rhein gelangten und dort blieben. Zerrieben von der römischen Kultur und ihrer germanischen Lebensart vernichteten hunnische Krieger ihr Königreich auf römischen Befehl im Jahre 436.
Vielschichtiges Szenario
Das Historische Spiel im Herbst versetzt die Teilnehmer ins Jahr 434. „Die Kirche im Spieldorf Argeste wird diesmal zum burgundischen Hof. König Gundahar will die isländische Königin heiraten, die mit ihrem Gefolge eintrifft, Gundahars Schwester Griemhilde wartet ebenfalls zwecks Eheschließung auf den Drachentöter Sigurd, ein Abgesandter des römischen Heermeisters Aetius ist bereits da, ebenso der Alanenkönig Goar und auch Hunnen mischen sich unter das Volk“. So umreißt Olaf Fabian Knöpges das vielschichtige Szenario. Über allem steht die Frage: Wird der Held Sigurd sterben?
Natürlich wird auch wieder viel Handwerk nach alter Art betrieben: Bronze- und Zinngießerei, Leder- und Fibelherstellung, in Garküche und Bäckerei wird Hochbetrieb herrschen und in den Ställen sollen ein paar echte Pferde stehen. Vergangenheit zum Anfassen und Miterleben. Anmeldungen und Infos zu „Sigurd und Grimhilde“ im 20. Jahr des Historischen Spiels gibt es unter www.ruhrtalmuseum.de.