Altje Knoll, Lynn Quellmalz, Felix Stark und Michelle Pfeiffer (v.l.) vor der Thesen-Skulptur. (Foto: Norbert Fendler)

Schwerte. Luthers 95 Thesen leiteten den Beginn der Reformation eint, die die deutsche Geschichte bis heute prägt. 500 Jahre später haben sich Schwerter Schülerinnen und Schüler aufgemacht, selbst Thesen dazu aufzustellen, was ihnen heute wichtig ist. Ausgestellt sind diese bis zum 5. Mai in der Stadtbücherei.

Was Schwerter Jugendliche sich heute für die Gesellschaft und ihr eigenes Leben wünschen, wurde schon im vergangenen Lutherjahr formuliert und auf eine Skulptur in Form von aufgestapelten drehbaren Würfeln gedruckt. 560 Thesen wurden eingereicht. Die Thesenskulptur ist nun in der Stadtbücherei im City-Center ausgestellt.

Luthers Thesen, damals ein sensationeller Erfolg, sind heute praktisch unbekannt. Grund genug für die evangelische Kirche und Presbyter Gernot Folkers, bei Jugendlichen nachzufragen, welche Sätze heute ihr Lebensgefühl bestimmen und was sie für ein gutes Leben wichtig finden.

Überraschend war die thematische Gewichtung der 560 Schwerter Thesen. Etwa ein Drittel hatte das Thema Respekt und Toleranz gegenüber Minderheiten zum Inhalt, darunter Eintreten gegen Rassismus, gegen Diskriminierung von Homosexuellen, gegen Ausgrenzungen, gegen die Ausbeutung der Dritten Welt, für die Rechte von Migranten und Flüchtlingen.

Eine andere Beobachtung: Immer wieder wird das Recht betont, individuell sein zu können, wird das Ausleben der eigenen Persönlichkeit als wertvoll bezeichnet. Auch der Schutz der Umwelt und der Tiere ist für Jugendliche ein wichtiges Thema, ebenfalls oft genannt wurden die Themenfelder Frieden und Freiheit, Religionen und Glaube.