Abfahrt von einer Baustelle am Schwerter Bahnof

Der Bahnsteig an den Gleisen drei und vier ist fast verschwunden. Nur ein kleines Zipfelchen am Gleis 4 (r.) ist noch erhalten geblieben. Hier halten tatsächlich Züge. Hier steigen Menschen ein und aus. Das Dach über dem Bahnsteig ist auch verschwunden. N

Der Bahnsteig an den Gleisen drei und vier ist fast verschwunden. Nur ein kleines Zipfelchen am Gleis 4 (r.) ist noch erhalten geblieben. Hier halten tatsächlich Züge. Hier steigen Menschen ein und aus. Das Dach über dem Bahnsteig ist auch verschwunden. N

Schwerte. (as) Am 24. Oktober 2016 hatte Michael Groschek die Schippe in die Hand genommen. Der NRW-Verkehrsminister hatte den ersten Spatenstich zum Umbau des Schwerter Bahnhofs unternommen. Das war der erste Spatenstich in die Zukunft. Die Zukunft eines Bahnhofs ohne Barrieren.

Es herrschte Begeisterung. Bei Bahnkunden, Pendlern, Gelegenheitsreisenden. Sieben Monate später hat sich die anfängliche Euphorie in Stirnrunzeln verwandelt. Immer noch buddelt das Renovierungs- und Erneuerungsteam der Bahn am Bahnsteig bei Gleis drei herum. Veränderungen werden im Schneckentempo wahrgenommen. „Wird das noch mal was mit dem Umbau des Bahnhofs?“, fragen sich die Reisenden. „Ja“, sagt ein Bahnsprecher. „Wir sind planmäßig unterwegs.“
„Derzeit wird der Bahnsteig an den Gleisen drei und vier bearbeitet“, erläutert der Bahnsprecher weiter. Seit einem halben Jahr erleben die Bahnreisenden hier die Demontage der Bahnsteigbedachung. Monat für Monat ist sie weiter dahin geschmolzen. Nun ist sie verschwunden. Es stehen nur noch vereinzelte Stützpfeiler. Wie geht‘s weiter? „Das neue Dach für diesen Bahnsteig wird im Juni 2017 fertig gestellt“, heißt es von der Bahn. „Der Bahnsteig selbst wird Ende September 2017 komplett zur Inbetriebnahme freigegeben.“
Die Umbauarbeiten sind damit aber noch längst nicht gelaufen. Der Sprecher der Bahn skizziert folgenden Zeitplan: „Anschließend wird der Bahnsteig an den Gleisen eins und zwei erneuert. Insgesamt sind für diese Arbeiten, die überwiegend nur nachts ausgeführt werden können, ca. zwölf Monate Bauzeit angesetzt.“
Als letzter Bauabschnitt wird der Bahnsteig an den Gleisen fünf und sechs erneuert. „Die Arbeiten“, so heißt es, „sind so getaktet, dass der Bahnbetrieb aufrecht erhalten wird.“ Es kommt also auch in Zukunft nicht zu Zugausfällen, nur weil im Schwerter Bahnhof großflächig gebuddelt wird. „Bei einzelnen Gleissperrungen können die Züge an einem der verbliebenen Gleise halten und abfahren“, betont der Bahnsprecher.
Gut sieben Monate dauern die Umbauarbeiten bereits. Ein Ende ist noch lange nicht abzusehen. Ein paar Jahre müssen sich Schwerter Bahnreisende noch an Absperrungen vorbeidrücken, um zu ihrem Bahnsteig zu kommen. Der alte, neue Schwerter Bahnhof, so scheint‘s, wird das bahn- und städtebauliche I-Tüpfelchen zum Abschluss des Jahrzehnts. Genau festlegen mag man sich nicht. Deshalb bleibt der Bahnsprecher vage: „Die Gesamtinbetriebnahme ist in 2019 terminiert.“